Allianz für den freien Sonntag

Unter dem Motto „Gemeinsam frei: Dafür muss Zeit sein!“ luden Vertreter der Allianz für den freien Sonntag, Sozialpartner und das Land Oberösterreich am 1. Dezember 2011 zur Pressekonferenz in den Linzer Presseclub. Ein Rückblick auf 14 Jahre Sonntags-Allianz OÖ, 10 Jahre Sonntags-Allianz Österreich und auf die Gründung der Europäischen Sonntags-Allianz am 20. Juni 2011 war gleichzeitig Anlass, die Herausforderungen der Zukunft zu diskutieren. Angekündigt wurde auch die Unterzeichnung der Sonntags-Allianz durch die drei Neumitglieder migrare OÖ – Zentrum für MigrantInnen OÖ, Landesfeuerwehrverband OÖ und Katholischer Familienverband OÖ im Rahmen des abendlichen Festakts im Linzer Schloss.

In der Gründungserklärung der Allianz für den freien Sonntag in Oberösterreich vom 27. November 1997 heißt es: „Der arbeitsfreie Sonntag stellt für alle Gruppierungen, die im kulturellen, religiösen, sportlichen, sozialen und politischen Bereich tätig sind, eine unverzichtbare Grundlage dar. Die Ausweitung der Sonntagsarbeit in gesellschaftlich nicht notwendige Bereiche bedeutet einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der Gesellschaft.“ 2001 wurde der freie Sonntag in die Oö. Landesverfassung aufgenommen.

Die „Allianz für den freien Sonntag Österreich“ – ein Bündnis von mehr als 50 Organisationen aus Kirchen, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft – setzt sich seit 2001 für den arbeitsfreien Sonntag ein. Die Sonntags-Allianz betont den Wert gemeinsamer freier Zeit für Individuum und Gesellschaft und zeigt die Bedeutung des freien Sonntags für Zeitwohlstand und Lebensqualität auf. Die „Allianz für den freien Sonntag Österreich“ ist Gründungsmitglied der Europäischen Sonntagsallianz. Deren Ziele sind der freie Sonntag und angemessene Arbeitszeiten (decent working hours) und damit verbunden die Aufnahme des freien Sonntags in die Arbeitszeitrichtlinie der EU.

Der Sprecher der Sonntags-Allianz Oberösterreich, Mag. Christian Öhler, umriss die Chronologie der Sonntags-Allianz und wies darauf hin, dass aktuell etwa 65.000 Menschen in Oberösterreich (ca. 11 % aller Beschäftigten) und österreichweit 457.000 Menschen (knapp 13 % aller Beschäftigten) regelmäßig an Sonntagen arbeiten. Öhler betonte, die Sonntags-Allianz setze sich dafür ein, dass Sonntagsarbeit wirklich auf gesellschaftlich wichtige Bereiche beschränkt bliebe.

Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer erklärte, Oberösterreich werde in Sachen Ladenöffnungszeiten den bisherigen Weg auch in Zukunft konsequent fortsetzen. Pühringer warnte vor einer „Rund um die Uhr“-Gesellschaft, die in Wahrheit keine Umsätze steigere, aber für die im Handel Beschäftigten zu erheblichen Einbußen bei der Lebensqualität führe.

Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz erinnerte an die christlichen Wurzeln des freien Sonntags und betonte, der freie Sonntag sei ein unaufgebbares Gut. Der freie Sonntag erinnere daran, dass das Leben im Wesentlichen ein Geschenk sei und nicht durch Arbeit und Leistung erworben werden könne.

Dr. Rudolf Trauner, Präsident der Wirtschaftskammer Oberösterreich, sprach sich für eine Beibehaltung der eingeschränkten Sonntagsöffnung im Einzelhandel aus. In Branchen wie im Gesundheitswesen, im Personenverkehr, im Tourismus, in der Freizeitwirtschaft und im Sicherheitswesen müsse auch am Sonntag gearbeitet werden, beim Einzelhandel sei diese Notwendigkeit aber nicht gegeben.

Dr. Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, forderte eine effektive Kontrolle bestehender Vorschriften zum Sonntags- und Feiertagsschutz und eine konsequente Ahndung von Verstößen. Der Sonntag dürfe nicht zum Berufsalltag werden, sondern müsse freie Zeit bleiben, die die Menschen gemeinsam verbringen könnten, so Kalliauer.

Unterlagen zum Download:

Videos

  • Die Mitglieder der Allianz stellen sich vor und begründen warum sie für den arbeitsfreien Sonntag eintreten.
    Video auf Youtube

  • Interviews und Meinungen zum Thema "Sonntagsarbeit" und warum ein arbeitsfreier Sonntag wichtig ist.
    Video auf Youtube

Fotos

Fotos von der Veranstaltung finden Sie auf der Website der Diözese Linz.

Links

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