AHS - Oberstufe
AHS - Allgemein bildende höhere Schule (9. bis 12. Schulstufe)
60 bis 70 Prozent der Schüler/-innen, die eine AHS-Unterstufe absolviert haben, setzen ihren Bildungsweg in der AHS-Oberstufe fort: entweder an der selben Schule, an der sie die Unterstufe besucht haben oder in einer anderen AHS-Form wie zB dem ORG. 30 bis 40 Prozent wechseln in eine berufsbildende mittlere oder höhere Schule.
- AHS - Oberstufe
- ORG - Oberstufenrealgymnasium
- AHS Grundtypen und Wahlpflichtfächer
- Vor- und Nachteile des AHS-Besuchs
- AHS - was dann?
- Nachholen der AHS-Matura
AHS - Oberstufe
Steckbrief AHS-Oberstufe:
- schließt innerhalb desselben Typs nahtlos an die AHS-Unterstufe (5. bis 8. Schulstufe = 1. bis 4. Klasse AHS) an
- erweiterte und vertiefte Allgemeinbildung im sprachlichen sowie im naturwissenschaftlichen Bereich
- unterschiedliche Schwerpunktsetzung (zB Sport, Musik, Sprachen ... ) durch Wahlpflichtfächer, Schulautonomie, AHS-Sonderformen sowie Schulversuche – siehe Infobox
- im Regelfall keine Berufsausbildung!
- kürzester Weg zur Matura (im Normalfall 4 Jahre)
- bitte Aufnahme- und eventuelle Eignungskriterien beachten!
ORG - Oberstufenrealgymnasium
Steckbrief ORG:
- kann nach der 4. Klasse einer Hauptschule oder AHS besucht werden
- umfasst 5. bis 8. Klasse AHS (9. bis 12. Schulstufe) – Ausnahme: das ORG für Studierende der Musik bzw das ORG für Leistungssportler/-innen dauert 5 Jahre
- Ausbildungsalternativen:
- mit Darstellender Geometrie (= Pflichtfach 7.+8. Klasse); Schwerpunkt in Mathematik, Chemie, Physik; in der 7.+8. Klasse nur Musik- ODER Bildnerische Erziehung
- Schwerpunkt in Mathematik, Biologie+Umweltkunde, Physik, Chemie; in der 7.+8. Klasse nur Musik- ODER Bildnerische Erziehung
- Pflichtgegenstände Instrumentalunterricht und Musikerziehung (5. bis 8. Klasse); Bildnerische Erziehung 5.+6. Klasse
- Pflichtgegenstände Bildnerisches Gestalten, Werkerziehung, Bildnerische Erziehung (5. bis 8. Klasse); Musikerziehung 5.+6. Klasse
- Besondere Ausbildungsschwerpunkte können auch noch im Rahmen von Wahlfplichtfächern (ab der 6. Klasse), Schulautonomie, Schulversuche oder besondere Formen (zB Schwerpunkt Musik, Sport, ... ) gesetzt werden.
- Hauptzielgruppe:
- Hauptschulabsolventen/-innen, welche die AHS-Matura anstreben
- Absolventen/-innen der AHS-Unterstufe, die zwar die AHS-Matura anstreben, aber nicht in die Oberstufe der zuvor besuchten Unterstufe wechseln wollen
- Abschluss: vollwertige AHS-Reifeprüfung
AHS Grundtypen
Wahlpflichtfächer in AHS
Ab der 6. Klasse setzen die AHS-Schüler/-innen selbst individuelle Schwerpunkte, indem sie sich für Wahlpflichtgegenstände (WPG) entscheiden müssen. Das WPG-Stundenausmaß variiert mit dem AHS-Typ:
| AHS-Typ | Wahlpflichtgegenstände Wochenstunden |
|---|---|
| Gymnasium | 6 |
| Realgymnasium | 8 |
| Wirtschaftskundliches Realgymnasium | 10 |
| Oberstufenrealgymnasium | 6 |
Die WPG vertiefen bzw. erweitern die Pflichtgegenstände oder erschließen neue, zusätzliche Bildungsinhalte. WPG werden in kleineren Gruppen unterrichtet und ebenso benotet wie Pflichtgegenstände.
zum SeitenanfangVor- und Nachteile eines AHS-Besuchs
(unvollständige Auflistung)
Um absoluten Wertungen vorzubeugen, werden nachstehende Argumente aufgelistet, ohne speziell als Pro oder Kontra gekennzeichnet zu sein.
- Fundierte Allgemeinbildung im sprachlichen sowie im natur- und geisteswissenschaftlichen Bereich.
Durch Schwerpunktsetzungen im Bereich von Schulautonomie, durch die Wahlpflichtfächer bzw. im Rahmen von Schulversuchen bestehen Spielräume für gewisse Spezialisierungsansätze. Diese Ansätze sollten insbesondere im Hinblick auf den weiteren Bildungsweg genützt werden.
- Schwerer Einstieg ins Berufsleben ohne weiterführende Spezialisierung :
Nach der AHS-Matura hat man wohl ein breites Fundament, auf das man eine Berufsausbildung setzen kann. Aber eine Berufsausbildung hat man natürlich nicht (nur im Öffentlichen Dienst gibt es gewisse Berechtigungen: sofern ein sogenannter B-Posten zu besetzen ist). Nicht einmal 1 % der AHS-Maturanten/-innen treten unmittelbar nach der AHS-Matura ins Berufsleben ein. D.h. man muss sich erst noch spezialisieren – zum Beispiel im Rahmen eines Studiums an einer Universität, Fachhochschule oder Akademie. Oder man holt den fachspezifischen Teil einer berufsbildenden höheren Schule nach (= Kolleg). Natürlich gibt es darüber hinaus noch zahlreiche berufsbezogene Bildungsgänge – viele davon stellen jedoch eine Spezialisierung auf Basis einer bereits absolvierten beruflichen Erstausbildung dar.
- Wird ein Berufs- bzw Bildungsweg anvisiert, der zwar eine Reifeprüfung – allerdings keine spezielle - voraussetzt und dafür zugleich ein hohes Maß an allgemeinbildender Grundbildung von Vorteil ist, dann führt der Erwerb der AHS-Matura am raschesten zum Ziel.
- Rund jeder/e fünfte Schüler/-in einer AHS-Oberstufe schafft den Weg zur Matura nicht (Klassenwiederholung bzw. verfrühter Ausstieg aus der Schule) Wenn ein/e Schüler/-in also vorzeitig das Handtuch wirft (bzw. werfen muss), wird´s eng, denn man hat keinerlei fachlich-berufliche Vor- bzw. Ausbildung. D.h. man muss eigentlich noch mal ganz von vorn beginnen (zB Beginn einer BMHS, Beginn einer Lehre ... ) oder man wird es schwer haben, erfolgreich ins Berufsleben einzusteigen.
Hinweis: AHS-Abbrechern/-innen bleibt auch der Zugang zur Berufsreifeprüfung verwehrt (eine der Voraussetzungen ist nämlich eine erfolgreich abgeschlossene Lehre oder der erfolgreiche Abschluss einer mindestens dreijährigen Fachschule).
- Thema Schulgeld: rund jede/r fünfte AHS-Schüler/-in in OÖ wird an einer privaten AHS unterrichtet.
AHS – was dann?
Auf die fundierte allgemeine Grundlagenbildung sollte nach der AHS-Matura eine spezielle Berufsausbildung – zum Beispiel im Rahmen eines Studiums an einer Universität, einer Fachhochschule oder einer Akademie oder auch im Rahmen eines Kollegs (= Nachholen der Fachausbildung einer bestimmten Berufsbildenden höheren Schule) - aufgesetzt werden.
Für einzelne Studienrichtungen sind unter Umständen Zusatzprüfungen abzulegen (zB gewisse kaufmännische Zusatzprüfungen, falls ein Wirtschaftsstudium gewählt wird).
Nachholen der AHS-Matura
Manchmal führt die Erstausbildung nicht in die richtige Richtung bzw. ändern sich die Zielvorstellungen oder auch die persönlichen Rahmenbedingungen. Wenn zum Beispiel jemand zu einem späteren Zeitpunkt die AHS-Matura nachmachen will, gibt´s Möglichkeiten der 2. Chance wie etwa
- das Aufbaugymnasium bzw. das Aufbaurealgymnasium – in der Regel umfasst dies die 5. bis 8. Klasse AHS, zum Teil mit zusätzlicher Übertrittsstufe. Besonderheit: es gibt keine Altersgrenze!
- die Abend-AHS für Berufstätige (bei allen AHS-Formen möglich) – Dauer: 9 Semester, Eintritt ab vollendetem 17. Lebensjahr. Wenn entsprechende Kenntnisse nachgewiesen werden, kann man auch in ein höheres Semester einsteigen.
Detailinfos
hierzu erhält man beim Schulservice des Landesschulrats für OÖ unter der Telefonnummer 0732/7071-1051, -2251 bzw. unter www.lsr-ooe.gv.at
Tipp
Weitere Alternativen zum Nachholen einer Reifeprüfung finden Sie auf dieser Homepage unter "Aus- und Weiterbildung für Erwachsene".
Kontakt
AK Bildungsberatung
in Oberösterreich
Tel.: 050/6906-1601
bildungsinfo@akooe.at
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