Kinderbetreuungsatlas 2011

In der Infobox erfahren Sie, ob es in Ihrer Gemeinde eine institutionelle Betreuung für Kinder unter drei Jahren, einen Kindergarten und/oder eine Betreuung für Volksschulkinder gibt.

zum Seitenanfang Für die Beurteilung der Versorgung mit Kinderbetreuungs-Einrichtungen haben wir vier Kriterien herangezogen:

  • Das Vorhandensein einer Krabbelstube bzw. die Möglichkeit, Kinder unter drei Jahren in einer altersgemischten Gruppe im Kindergarten betreuen zu lassen.

  • Das Vorhandensein eines Kindergartens, der zumindest Montag bis Donnerstag mehr als acht Stunden durchgehend geöffnet ist.

  • Das Angebot eines Mittagessens im Kindergarten zumindest von Montag bis Donnerstag.

  • Das Vorhandensein einer Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder an mindestens vier Tagen pro Woche, wobei wir nicht zwischen Mitbetreuung der Volksschulkinder im Kindergarten, Hort, Lernbetreuung und ganztägig geführter Volksschule unterschieden haben.

Zusätzlich kommt seit 2010 mit dem Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf (VIF) ein neues Instrument für die Bewertung der Kindergärten hinzu.

Die VIF-Kriterien sind:

  • mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, werktags Montag bis Freitag
  • an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet
  • Angebot Mittagessen
  • maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen

Dem Wunsch einzelner Gemeinden, das Vorhandensein eines entsprechenden, ungedeckten "Bedarfs" als Kriterium für die Versorgungssituation in einer Gemeinde heranzuziehen, können wir aus zwei Gründen nicht entsprechen: Erstens weil sich der tatsächliche Bedarf erfahrungsgemäß erst nach einer gewissen Dauer eines erweiterten Angebots herausstellt, und zweitens weil wir tatsächlich nicht in der Lage sind, in jedem Fall die komplexe örtliche Situation nachzuvollziehen.

Was wir wollen, ist einen objektiven Überblick zu geben über die Situation in Oberösterreichs Gemeinden und die Möglichkeit zu bieten, vergleichbare Gemeinden gegenüberzustellen.

Bei den Öffnungszeiten haben wir in Gemeinden mit mehreren Kindergärten immer den mit den längsten Öffnungszeiten in unsere Liste aufgenommen.

Ermöglicht eine Gemeinde für ihre Bewohner/-innen den Zugang zu Kinderbetreuungsangeboten der Nachbargemeinde, so wird dies wie ein eigenes Angebot bewertet.

Das Vorhandensein von Tagesmüttern in einer Gemeinde haben wir ebenfalls erfasst, aber nicht in die Bewertung miteinbezogen.

Die Daten basieren auf einer zwischen Juni und September 2011 durchgeführten Erhebung bei den Gemeindeämtern bzw. den Einrichtungen direkt.

Teilt eine Gemeinde die Angaben zu ihren Kinderbetreuungseinrichtungen nicht mit, greifen wir auf die letzten verfügbaren Angaben zurück.

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Wie wurde bewertet?

Wir haben – wie in den Vorjahren – entsprechend dem Umfang der Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen fünf Kategorien von Gemeinden gebildet.

Foglende Kategorien wurden gebildet:

  • Kategorie 1A (11,7 % der Gemeinden)
    Gemeinden, welche die VIF-Kriterien erfüllen: Kindergarten mit mindestens 45 Stunden wöchentlicher Öffnungszeit (werktags Montag bis Freitag), an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet, Angebot Mittagessen, maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen.

  • Kategorie A (32,9 % der Gemeinden)
    Gemeinden, die alle vier Kriterien – Kindergarten mit mehr als acht Stunden durchgehender täglicher Öffnungszeit Montag bis Donnerstag, Mittagstisch Mo-Do im Kindergarten, Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, Betreuungsangebot für Volksschulkinder – erfüllen.

  • Kategorie B (16,0 % der Gemeinden)
    Gemeinden, die drei der vier Kriterien – Kindergarten mit mehr als acht Stunden durchgehender täglicher Öffnungszeit Montag bis Donnerstag, Mittagstisch Mo-Do im Kindergarten, Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, Betreuungsangebot für Volksschulkinder – erfüllen.

  • Kategorie C (13,7 % der Gemeinden)
    Gemeinden, die zwei der vier Kriterien – Kindergarten mit mehr als acht Stunden täglicher Öffnungszeit Montag bis Donnerstag, Mittagstisch Mo-Do im Kindergarten, Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, Betreuungsangebot für Volksschulkinder –erfüllen.

  • Kategorie D (16,0 % der Gemeinden)
    Gemeinden, die eines der vier Kriterien – Kindergarten mit mehr als acht Stunden täglicher Öffnungszeit Montag bis Donnerstag, Mittagstisch Mo-Do im Kindergarten, Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, Betreuungsangebot für Volksschulkinder – erfüllen.

  • Kategorie E (9,7 % der Gemeinden)
    Gemeinden, die kein einziges der vier Kriterien – Kindergarten mit mehr als acht Stunden täglicher Öffnungszeit Montag bis Donnerstag, Mittagstisch Mo-Do im Kindergarten, Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, Betreuungsangebot für Volksschulkinder – erfüllen.
Beurteilungskriterien:

  • Kindergarten mit mehr als acht Stunden durchgehender Öffnungszeit
  • Mittagessen im Kindergarten
  • Betreuung für Unter-Dreijährige
  • Betreuung für Volksschulkinder
  • ViF-Kriterien

Zeichenerklärung

Krabbelstube:
Ja: Krabbelstube
MG: Mischgruppe Krabbelstube/Kindergarten bzw. Mitbetreuung von Unter-Dreijährigen im Kindergarten

Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder:
"Ja" heißt, es besteht lt. Angaben der Gemeinde ein Angebot an Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder entweder in der eigenen Gemeinde oder eine Mitversorgung in einer Nachbargemeinde.

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Anforderungen aus Sicht der Arbeitnehmer/-innen

Der Kinderbetreuungsatlas 2011 zeigt einmal mehr, dass trotz des kontinuierlichen Ausbaus bei den Kinderbetreuungseinrichtungen noch immer viel zu tun bleibt. Nur 11,7 Prozent der oberösterreichischen Gemeinden haben einen Kindergarten, dessen Öffnungszeiten beiden Elternteilen einen Vollzeitjob ermöglichen. In 23,9 Prozent der Gemeinden gibt es kein Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren. In 32,2 Prozent der Gemeinden gibt es keine Betreuung für Volksschulkinder. Mehr als ein Viertel der Gemeinden (27,7 Prozent) bietet kein Mittagessen in Kindergarten, und in 45,7 Prozent der Gemeinden sind die Kindergärten weniger als acht Stunden täglich geöffnet.

Das soll sich ändern!

Mit der Kindergarten-Pflicht für Fünfjährige und dem Gratis-Kindergarten sind wichtige AK-Forderungen erfüllt worden. Eine Reihe von Herausforderungen steht allerdings noch an:

  • längere Öffnungszeiten
  • die rasche Entwicklung des Kindergartens zu einer Bildungsinstitution
  • die Aufwertung und Professionalisierung der Kindergarten- und Hortpädagogen/-innen durch Aus- und Weiterbildung auf Hochschulniveau
  • kleinere Gruppen, Ganztägigkeit als Prinzip, ganzjähriges Leistungsangebot
  • schrittweise Ausdehnung der Kindergartenpflicht, Ausbau des Angebots für Unter-Dreijährige
  • Gebührenfreiheit nicht nur in Kindergärten, sondern auch in Krabbelstuben, ganztägigen Schulen und Horten. Auch ein warmes Mittagessen sollte gebührenfrei angeboten werden
  • mehr ganztägig geführte Schulen
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