Schlechtes Zeugnis für den Arbeitnehmer/-innenschutz im Handel

Zu schwere Verpackungseinheiten, kaputte Rollcontainer, nicht funktionierende Scanner- oder Bankomatkassen, ergonomisch gesehen katastrophale Feinkostvitrinen, Augenbelastungen und körperliche Verspannungen in den Büros - die Liste ist lang.

Arbeiterkammer OÖ, GPA-djp Oberösterreich und Betriebsratsmitglieder haben gemeinsam ein Projekt durchgeführt. Das Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung an der Universität Linz (IBE) befragte zahlreiche Beschäftigte im Handel. Die erfreuliche Rücklaufquote von nahezu 80% zeugt von großem Interesse.

Die Ergebnisse dieser Befragung finden Sie auf der Website der Gewerkschaft GPA-djp.

Eine Kurzfassung bieten wir als Download an (pdf/677 kb).

Enquete "Arbeitnehmer/-innenschutz im Handel", 18.11.2009 - Nachlese

Präsentation der Ergebnisse der Studie (pdf/730 kb), an der 1.001 Mitarbeiter/-innen aus 15 oberösterreichischen Handelsbetrieben teilgenommen haben.

Im Bild: Uwe Frosch, BRV Fa. Pfeiffer und Mag.a Helga Hocheneder, AKOÖ - BGF

 

Vorstellung von Best Practice Beispielen durch Vertreter/-innen namhafter oberösterreichischer Handelsbetriebe:

 

Im Bild: Rosie Thaler, Personalverantwortliche IKEA Haid, Gestaltung der Aufenthaltsräume

 

Im Bild: Dir. Jakob Leitner, Geschäftsführer der Sparzentrale Marchtrenk, Beschallungsfreiheit

 

Im Bild: Dr. Erich Schönleitner, Geschäftsführer Pfeiffergruppe, AGE-Management, Pfiff – Pfeiffer Initiative für Fitness

 

Podiumsgespräch

Dr. Manfred Zöchbauer, WKOÖ, Spartengeschäftsführer Handel: Wir werden mit der Industrie Kontakt aufnehmen, um Feinkostvitrinen und Rollcontainer ergonomischer zu gestalten. Weiters werden wir mit den Betrieben ins Gespräch gehen, damit Musik in den Geschäften nur "professionell" eingesetzt und nicht zur Zwangsbeschallung wird.

Dr. Erich Schönleitner, Geschäftsführer Pfeiffergruppe: Paletten, bei denen die schwersten Waren oben eingeladen werden, sind nicht nur ein Qualitätsrisiko für die leichten Waren an der unterster Stelle, sondern auch ein Gesundheitsrisiko für die Mitarbeiter/-innen. Da muss man sich die Verladeprozesse genau anschauen. Ich schlage vor, in einem Jahr die Veränderungen zu evaluieren. Die Veranstaltung darf kein einmaliges Ereignis bleiben.

Herbert Zauner, Stellvertretender Vorsitzender Fachbereich Handel der GPA-djp OÖ: Feinkostvitrinen dürfen nicht nur im Sinne einer optimalen Warenpräsentation gestaltet werden, sondern müssen auch für die Mitarbeiter/-innen ergonomische Arbeitsabläufe ermöglichen. Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen!

Erwin Kaiser, diplômé, AKOÖ, Leiter der Abteilung Funktionärebildung: Die Ergebnisse der Studie beleuchten die gesamte Branche. Um in den einzelnen Betrieben gesundheitsfördernde Aktivitäten zu starten ist es notwendig, die konkrete Ausgangssituation zu analysieren und unter Einbeziehung der Mitarbeiter/-innen Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten. Die Mitarbeiter/-innen sind die Experten/-innen an ihren Arbeitsplätzen.

 

Abschluss-Statement

Gottfried Rieser, Regionalsekretär der GPA-djp OÖ: Die Betriebsräte/-innen haben ein heißes Eisen angepackt. Wir freuen uns, dass die Arbeitgeberseite Gesprächsbereitschaft zeigt und an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Handel interessiert ist.

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