Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Oberösterreich
- 2010 – Arbeitsmarktsituation stabilisiert sich
- 2009 – Krise trifft Arbeitnehmer/- innen
- 2008 - Weniger Arbeitslose
- 2007 – Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit
- 2006 – Trendwende am Arbeitsmarkt
2010 – Arbeitsmarktsituation stabilisiert sich
Während zu Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit immer noch anstieg, festigte sich im Lauf der Monate die Konjunktur und in der zweiten Jahreshälfte setzte dann auch ein Rückgang der Arbeitsuchenden ein. Im Jahr 2010 waren im Jahresdurchschnitt 42.218 Menschen in Oberösterreich arbeitssuchend (vorgemerkte Arbeitslose, Arbeitslose in Schulungen sowie Lehrstellensuchende). Dies verdeutlicht, dass es im Jahresdurchschnitt annähernd gleich viele Personen auf Arbeitssuche waren als im Krisenjahr 2009. Im Vergleich zu 2009 sank die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen um 4,2 Prozent und die Zahl Schulungsteilnehmer/-innen stieg deutlich um 12,2 Prozent an. Besonders problematisch ist der nachwievor anhaltende Anstieg der Lehrstellensuchenden (+4,8 Prozent).
Der Rückgang der Arbeitssuchenden, der im 3. Quartal 2010 einsetzte, hat sich im 4. Quartal fortgesetzt. In beiden Quartalen betrug der Rückgang der arbeitslos gemeldeten Person 11, 7 Prozent. Am deutlichsten fällt der Rückgang im 4. Quartal 2010 in der Metall- und Elektrobranche (- 1237 Arbeitslose im Vergleich zum Vorjahr) und in der Personalleasingbranche (- 904 Arbeitslose) aus. Bemerkenswert dabei ist vor allem, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Metall-Elektrobranche mehr als dreimal so groß ist wie der Zuwachs bei der Beschäftigung. Hauptgewinner der gegenwärtigen Entwicklung ist der Bereich der Arbeitskräfteüberlassung inklusive Gebäudereinigung und Wachdienste. Im Vergleich zum 4. Quartal des Vorjahres hat sich hier die Zahl der Beschäftigten um 6435 erhöht.
Im Bundesländervergleich hatte Oberösterreich mit 4,7 Prozent die zweitniedrigste Arbeitslosenquote hinter Salzburg (4,6 Prozent). Die höchsten Arbeitslosenquoten verzeichneten Kärnten (9 Prozent) und Wien (8,6 Prozent). Statisch betrachtet kamen im Jahresdurschnitt im Jahr 2010 rund vier vorgemerkte Beschäftigungssuchende auf eine offene Stelle in Oberösterreich.
Österreich bzw. Oberösterreich hat die Krise gut überstanden, so die Zwischenbilanz. Nicht vergessen werden darf, dass dies auch der Verdienst der Arbeitnehmer/-innen war und ist. Durch ein hohes Maß an Flexibilität, Bereitschaft zur Kurzarbeit bzw. zu Einkommenseinbußen und einen starken Optimismus haben sie die Herausforderung gut gemeistert.
2009 – Krise trifft Arbeitnehmer/- innen
Nach dem die Jahre 2006 bis 2008 von einer Beschäftigungsexpansion gekennzeichnet waren, führte die Finanz- u Wirtschaftskrise im Jahr 2009 zu einem rapiden Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im Jahr 2009 waren im Jahresdurchschnitt 42.198 Personen in Oberösterreich arbeitsuchend (vorgemerkte Arbeitslose, Arbeitslose in Schulung sowie Lehrstellensuchende). Dies bedeutet einen Anstieg von rund 12.000 Arbeitsuchenden innerhalb von einem Jahr.
Nicht alle Branchen sind gleich stark von der Rezession betroffen. Die stärksten Beschäftigungsrückgänge verzeichnen die Branchen Metall, Elektro und Arbeitskräfteüberlassung. Spürbare Beschäftigungszuwächse gab es hingegen im Gesundheits- und Sozialbereich sowie in der öffentlichen Verwaltung. Oberösterreich als exportorientiertes Bundesland ist somit besonders stark von der Krise betroffen.
Zu den Hauptbetroffenen der Krise gehören Jugendliche (bis 24 Jahre), ältere Arbeitnehmer/-innen (50 Jahre und älter) und Personen mit nicht österreichischer Staatsbürgerschaft. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen in Oberösterreich um 40,9 Prozent, bei älteren Personen um 42,1 Prozent und bei Ausländer/-innen um 55 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist in Oberösterreich bei Inländern von 3,2 Prozent (2008) auf 4,5 Prozent (2009) angestiegen und bei ausländischen Staatsbürgern/-innen von 5,9 Prozent (2008) auf 9 Prozent im Jahr 2009. Einen Großteil des krisenbedingten Beschäftigungsrückganges verzeichnen bislang Männer. Entsprechend verstärkte sich auch der Wettbewerb am oberösterreichischen Arbeitsmarkt. Im Jahr 2009 kamen statistisch gesehen 4,9 Arbeitsuchende auf eine offene Stelle.
Mit dem hohen Anstieg an Arbeitslosigkeit und den Kurzarbeits-Maßnahmen zahlen die Arbeitnehmer/-innen für eine Krise, die sie nicht verursacht haben. Alleine in Oberösterreich haben die Arbeitnehmer/-innen durch Arbeitslosigkeit einen Einkommensausfall im Jahr 2009 von rund 95 Millionen Euro und Verluste durch Kurzarbeit von rund 24 Millionen Euro.
2008 - Weniger Arbeitslose
Die Arbeitslosigkeit ist so wie 2006 und 2007 im Jahresdurchschnitt 2008 weiter zurückgegangen.
21.654 Oberösterreicher/-innen waren 2008 bei den regionalen AMS-Geschäftsstellen als beschäftigungssuchend vorgemerkt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet das einen absoluten Rückgang um 665 Personen.
Im Gegensatz dazu ist die Zahl der Schulungsteilnehmer/-innen, die sich in einer Schulungsmaßnahme des AMS befunden haben, um 2,8 % auf 7.984 Teilnehmer/-innen angestiegen. Sie werden in der offiziellen Arbeitslosenstatistik nicht mitgezählt.
So wie in den Vorjahren erzielte Oberösterreich auch 2008 im Bundesländervergleich mit 3,5 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer. Die höchsten musste man in Wien, Burgenland und Kärnten mit 7,8, 7,4 bzw. 7,2 Prozent zur Kenntnis nehmen.
Statistisch gesehen mussten sich im Jahresdurchschnitt 2008 rund 2 vorgemerkte Beschäftigungssuchende einen offen gemeldete Stelle teilen.
- Dank der anhaltenden guten Konjunktur hat sich im Lauf des Jahres 2007 die Zahl der Arbeitsuchenden (vorgemerkte Arbeitslose, Arbeitslose in Schulung sowie Lehrstellensuchende) weiter verringert. Im Jahresdurchschnitt 2007 ist die Zahl der Arbeitsuchenden in Oberösterreich um 13 Prozent auf 30.813 gesunken. Leicht überdurchschnittlich war der Rückgang bei den vorgemerkten Arbeitslosen, während der Rückgang bei den Lehrstellensuchenden mit –10,4 Prozent merklich schwächer ausfiel.
- Obwohl der Beschäftigungsanstieg bei den Frauen etwas stärker ausfiel als bei den Männern, wirkt sich die gute Konjunktur hinsichtlich Arbeitslosigkeit bei den Männern positiver auf. So beträgt der Rückgang bei den männlichen Arbeitslosen 16,4 % - der Rückgang bei den Frauen ist mit –9,2 % nur gut halb so hoch. Ähnlich die Situation bei den Arbeitslosen in Schulungsmaßnahmen: Der Rückgang bei den Frauen in Höhe von –10,5 % wird von der Entwicklung bei den Männern (-15,3 %) deutlich übertroffen.
- Als Folge des stärksten Rückgangs der Arbeitslosigkeit im Bundesländervergeich und des überdurchschnittlichen Beschäftigungszuwachses erzielte Oberösterreich 2007 mit 3,6 Prozent wiederum die niedrigste Arbeitslosenquote in ganz Österreich. Ähnlich wie im Österreichdurchschnitt hat sich auch in Oberösterreich die Kluft zwischen den Arbeitslosenquoten der Frauen und Männer im vergangenen Jahr wieder erhöht.
- Im Jahresdurchschnitt 2007 entfielen statistisch 2,1 Arbeitslose auf eine offene Stelle in Oberösterreich. Neben dem Rückgang der Arbeitslosigkeit hat auch die gestiegene Zahl an offenen Stellen zu dieser Verbesserung beigetragen. Wobei der Anstieg des Stellenangebots fast ausschließlich auf Jobs mit mindestens Lehrabschluss oder höherer Ausbildung entfällt. Demgegenüber weist nach wie vor beinahe die Hälfte aller Arbeitslosen keine über die Pflichtschule hinausgehende abgeschlossene Ausbildung auf.
- Aufgrund der sich verbessernden Konjunktur wurde im 2. Quartal 2006 der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit erreicht; etwa seit Jahresmitte ist die Zahl der Arbeitslosen in OÖ rückläufig, wobei sich dieser Rückgang bis Jahresende verstärkt hat. Im Jahresdurchschnitt verzeichnet OÖ 25.700 vorgemerkte Arbeitslose.
- Im Bundesländervergleich weist OÖ mit – 8,3 % nach Salzburg den zweithöchsten Rückgang der vorgemerkten Arbeitslosen auf. Wie in den meisten Bundesländern haben auch in OÖ die Männer stärker vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert als Frauen.
- Erhöht hat sich hingegen die Zahl der Schulungsteilnehmer/-innen – in OÖ um +14,7 % auf 8900. Unter Berücksichtigung dieser Schulungsteilnehmer/-innen hat sich in OÖ die Zahl der Arbeitssuchenden um knapp 1200 oder 3,3 % verringert.
- 3,1 Arbeitslose entfielen im Jahresdurchschnitt 2006 statistisch auf eine offene Stelle. Diese deutliche Verbesserung der Stellenandrangszahl beruht einerseits auf dem Rückgang der Arbeitslosigkeit und andererseits auf einem Anstieg der offenen Stellen. Die Entwicklung bei den offenen Stellen liefert allerdings ein verzerrtes Bild der realen Situation, weil ein erheblicher Anteil davon auf Personalleasingfirmen entfällt, sodass es bei den offenen Stellen zu Doppel- und Mehrfachzählungen kommt.
Detaillierte Daten zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit können Sie aus der Infobox herunterladen.
Infobox
Downloads
- Entwicklung der Arbeitslosigkeit in OÖ seit 1965 (xls/39 kb)
- Entwicklung der Arbeitslosigkeit in OÖ und in den OÖ-Bezirken seit 2000 (xls/963 kb)
- Entwicklung der Arbeitslosenquote in OÖ seit 1965 (xls/47 kb)
- Entwicklung der Arbeitslosigkeit in OÖ nach Berufsobergruppen seit 1990 (xls/53 kb)
- Datengrundlage & Begriffsbestimmungen (pdf/78 kb)
- Arbeitsmarktdaten für Oberösterreich und Österreich ab dem Jahr 2000 (xls/133 kb)
Links
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