Arbeitszeit

Unternehmen fordern mehr Flexibilität zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Arbeitnehmer/-innen legen Wert auf Zeitsouveränität und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Dazu kommt, dass Arbeitszeit und Einkommen eng miteinander verbunden sind. Unterschiedliche Interessen spielen bei der Gestaltung der Arbeitszeit eine Rolle.

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Gleitzeit

Gleitzeit ist im Bereich der Angestellten ein beliebtes Modell zur Flexibilisierung der Arbeitszeit, das sich auch bei den Beschäftigten über hohe Attraktivität erfreut. Durch die AZG-Novelle kann durch Gleitzeit der 10-Stunden-Tag zur Normalität werden. Es lohnt sich daher, in einer Betriebsvereinbarung bei der Ausgestaltung der Gleitzeit auf einige Punkte genauer hinzusehen. Der Gleitzeitrahmen, die Länge der Gleitzeitperiode, das Ausmaß des Zeitkontos , Übertragungsmöglichkeiten in die nächste Gleitzeitperiode und Regelungen über die Höchstgrenzen der täglichen Normalarbeitszeit sind Parameter, die darüber bestimmen, bis zu welchem Ausmaß sich die Arbeit im Rahmen der Normalarbeitszeit bewegt oder ob Überstunden zum Tragen kommen.

Begriffe aus der Gleitzeit
  • Gleitzeitrahmen: frühester möglicher Beginn bis spätestes mögliches Ende ohne Überstunden
  • Fiktive Normalarbeitszeit (Dauer und Lage): wichtig für Abwesenheiten, Krankenstand, Urlaub, Dienstverhinderung...
  • Kernzeiten: Zeit, in der alle Mitarbeiter/-innen anwesend sein müssen (Festlegung von Kernzeiten ist vom Gesetz nicht zwingend vorgeschrieben, kann auch entfallen), Durchbrechungsmöglichkeiten können vorgesehen werden (z.B. x Gleit-(halb)tage/Monat)
  • Durchrechnungszeitraum (Dauer der Gleitzeitperiode): monatlich, quartalsmäßig, halbjährlich, jährlich
  • Gleitzeitkonto: mit Auf- und Abbaumöglichkeiten, Höchstausmaß allfälliger Übertragungsmöglichkeiten von Zeitguthaben und Zeitschulden in die nächste Gleitzeitperiode
  • Funktionszeiten: Möglichkeit der Festlegung von Funktionszeiten im Arbeitsteam bei Wegfall der Kernzeit (Bsp.: wann muss Sekretariat durch mindestens eine Kraft besetzt sein?)

Trends in der Gleitzeit

Erfahrungen mit Gleitzeit zeigen:
  • Wegfall der Kernzeit
  • Entwicklung zu sehr hohen Zeitsalden, die ewig „geschleppt“ oder letztendlich ausbezahlt werden
  • je länger die Gleitzeitperiode, desto unwahrscheinlicher der Abbau von Zeitguthaben
  • lange Gleitzeitperioden und hohe Zeitkontengrenzen überdecken knappe Personalbemessung
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Erholungszeiten

Nie waren Erholzeiten so wertvoll wie heute. Mit ihnen lassen sich Belastungen abfedern, die Arbeitsverdichtung sowie flexiblere und teilweise verlängerte Arbeitszeiten in den vergangenen Jahren mit sich gebracht haben. Zusätzlich wird der Wert der Pausen aufgrund der demografischen Entwicklung in europäischen Ländern weiter steigen. Auch wenn die Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer/-innen grundsätzlich nicht geringer ist als die Jüngerer. Unvermeidliche Veränderungen im Organismus führen dazu, dass die Ermüdungsgeschwindigkeit mit zunehmendem Alter steigt und sich die Erholungsfähigkeit verlangsamt.

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Vertrauensarbeitszeit

Die von Unternehmen vielfach geforderte und Mitarbeitern/-innen angebotene Vertrauensarbeitszeit ist mit dem österreichischen Arbeitszeit- und Arbeitsruherecht nicht vereinbar.
Grundsätzlich geht die Vertrauensarbeitszeit davon aus, dass der Arbeitgeber auf die Kontrolle der Einhaltung der Arbeitszeit verzichtet. Anwesenheitszeiten dienen nicht mehr als Beurteilungskriterium der Arbeitsleistung. Dadurch sollen Zeitkontrolle und Einhaltung der Arbeitszeit nicht mehr notwendig sein.

Verzicht auf Aufzeichnungen unzulässig

Die Gründe, die unter anderem gegen die Vertrauensarbeitszeit sprechen, liegen in der Pflicht des Arbeitgebers zur Führung der Aufzeichnung und zur Kontrolle der Arbeitszeitgrenzen. Bei Nichteinhaltung macht sich der Arbeitgeber strafbar und diese Strafen wurden in der Novelle zum Arbeitszeitgesetz drastisch erhöht. Darüber hinaus ist anzumerken, dass eine pauschale Abgeltung von Überstunden nichts daran ändert, dass es für die Leistung von Überstunden Kontingente gibt, die nicht überschritten werden dürfen.

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Arbeitszeiten in Sozial- und Pflegeberufen

Leitbilder von Sozial- und Pflegeeinrichtungen rücken die Kundenorientierung verstärkt in den Mittelpunkt. Demgegenüber stehen oft knappe Vorgaben betreffend die Personalbemessung. Die Anforderungen an die Beschäftigten steigen. Hohe Stressbelastung führt immer öfter zum Burn Out einzelner Beschäftigter. Neben der Einhaltung der arbeitsrechtlichen und kollektivvertraglichen Bestimmungen wird der Blick auf gesundheitliche Aspekte bei der Dienstplangestaltung immer wichtiger.

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Literatur und Praxisbeispiele zur Arbeitszeit

Die zu den jeweiligen Artikeln dazugehörigen Ausgaben von Consult Spektrum finden Sie in der rechten Spalte.

  • Die Novelle zum Arbeitszeitgesetz kritisch betrachtet – Interview mit Dr. Johann Kalliauer, Präsident der AKOÖ (siehe Consult Spektrum 2/2007)
  • AZG-Novelle: ÖGB-Forderungen wurden umgesetzt – Barbara Manes, Gewerkschaft GMTN (siehe Consult Spektrum 2/2007)
  • Österreich bald Arbeitszeit-Europameister (siehe Consult Spektrum 3/2007)

    Thema: Gleitzeit
  • Die „atmende“ Produktion – Gleitzeit und Flexibilität in der Fertigung (siehe Consult Spektrum 1/2006)

    Thema: Erholungszeiten:
  • Gute Pause, besser drauf (siehe Consult Spektrum 2/2008)
  • Erholungszeiten (siehe Consult Spektrum 2/2008)

    Thema: Arbeitszeiten in Sozial- und Pflegeberufen
  • Arbeitszeit im Sozialbereich: Rund um die Uhr, aber nicht grenzenlos (siehe Consult Spektrum 2/2006)
  • Arbeitszeit in der Altenpflege – kommen kürzere Dienste? (siehe Consult Spektrum 3/2006)
  • Arbeitszeiten in der Altenpflege - Dienstplangestaltung als Organisationsentwicklung (siehe Consult Spektrum 1/2007)

    Praxisbeispiele:
  • Fa. Landena: Kleine Auszeit richtig genutzt (siehe Consult Spektrum 2/2008)
  • Neue Personalberechnung bei pro mente OÖ (siehe Consult Spektrum 2/2006)
  • Arbeitszeitgestaltung in der Altenpflege - Kommentar Martin König, ARGE Alten- und Pflegeheime (siehe Consult Spektrum 1/2007)
  • Dienstplangestaltung in Alten- und Pflegeheimen (pdf/79 kb)
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