Außerschulische Nachmittagsbetreuung
Neben der schulischen Nachmittagsbetreuung gibt es auch Betreuungsformen, die nicht von der Schule selbst getragen werden. Diese Betreuungsformen finden manchmal direkt beim jeweiligen Schulstandort statt – z. B. ein an den Schulstandort angeschlossener Hort. Träger solcher Einrichtungen können sowohl die öffentliche Hand (z. B. Gemeinde/Magistrat) als auch private Organisationen (z. B. Caritas, Kinderfreunde, OÖ Hilfswerk) sein.
Neben "angeschlossenen" Horten gibt es auch noch "schulübergreifende", die nicht an einen (einzigen) Schulstandort angebunden sind. Abseits von Ganztagsschule und Hort existieren aber auch noch andere Betreuungsangebote - allerdings in höchst unterschiedlicher Qualität und in abweichendem Umfang.
- Hortwesen in OÖ
- Mitbetreuung in Kindergärten
- Private Nachmittags- und Lernbetreuungsangebote / Elterninitiativen
Hortwesen in OÖ
Das Hortwesen ist in Oberösterreich durch das oö. Kindergarten- und Hortgesetz geregelt. In Horten werden schulpflichtige Kinder betreut. Träger können das Land, Gemeinden, Gemeindeverbände oder Private sein.
- Betreuungsgruppen Die Zahl der Kinder in einer Hortgruppe darf 23 nicht übersteigen. In Integrationsgruppen ist die Gruppengröße kleiner. Eine Gruppe wird von einer/m ausgebildeten Horterzieher/-in betreut. Diese Fachkraft wird vom Land Oberösterreich auch finanziell gefördert. Für zusätzliches Personal ist keine weitere Förderung durch das Land Oberösterreich vorgesehen. Es ist dem Träger des Hortes überlassen, ob eine zusätzliche Kraft pro Gruppe eingestellt wird.
- Öffnungszeiten Öffnungszeiten, Ferienzeiten, die Höhe der Besuchs-, Essens- und Materialbeiträge sowie die soziale Staffelung der Besuchsbeiträge werden ebenfalls vom Horterhalter festgelegt und sind somit höchst unterschiedlich. Selten, aber doch, sind einige Horte schon vor Unterrichtsbeginn geöffnet. Meist ist der Hort aber nur am Nachmittag offen. Ziele und Aufgaben von Horten sind die Möglichkeit zum Mittagessen, zum Ausspannen, zum Erledigen der Hausaufgaben sowie zu vielfältigen Freizeitaktivitäten anzubieten. Oftmals wird in den Horten auch während eines Teils der Schulferien Programm angeboten.
- Standorte Fast drei Viertel aller Hortplätze in Oberösterreich konzentrieren sich auf den Zentralraum Linz, Linz-Land, Wels und Steyr. Je größer die Gemeinde umso wahrscheinlicher ist es, dass es ein Angebot gibt. Näheres über die Horte in Oberösterreich sowie die Standorte finden Sie in der Infobox.
- Öffnungszeiten Öffnungszeiten, Ferienzeiten, die Höhe der Besuchs-, Essens- und Materialbeiträge sowie die soziale Staffelung der Besuchsbeiträge werden vom Kindergartenerhalter festgelegt und sind somit höchst unterschiedlich.
- Betreuungsgruppen
Die Kinderhöchstzahl in solchen alterserweiterten Gruppen wird dann gesenkt, wenn auch 2- bis 3-jährige Kinder in der Gruppe sind. (In Ausnahmefällen können auch Kinder mit 1,5 Jahren aufgenommen werden.) Sind ausschließlich Kinder im Volksschulalter in alterserweiterten Gruppen – es dürfen höchstens 8 Kinder im Volksschulalter sein – bleibt die Gruppengröße bei 23 Kindern. Ab zwei volksschulpflichtigen Kindern ist eine zweite Fachkraft zu bestellen. Eine Ausbildung zum/zur Horterzieher/-in muss allerdings nicht nachgewiesen werden. Nach derzeitigem Entwurf fördert das Land Oberösterreich diese zweite Fachkraft nur in finanzschwachen Gemeinden und auch dann nur zu fünfzig Prozent.
Mit diesem Modell sollen besonders in kleineren Gemeinden Betreuungsplätze für Schulkinder und für Kinder unter 3 Jahren angeboten werden. Das ist Prinzipiell gut. Aus Sicht der Arbeiterkammer Oberösterreich lässt dieses Modell aber viele Fragen offen. Insbesondere ist zu befürchten, dass die Qualität der Betreuung von Schulkindern im Kindergarten hinter den Möglichkeiten eines Hortes bzw. einer ganztägig geführten Schule zurück bleibt. Keinesfalls wäre es akzeptabel, wenn altersspezifische Angebote wie Horte oder Ganztagsschulen durch dieses Modell zurückgedrängt würden.
Primär muss die Qualität der Nachmittagsbetreuung stimmen, sodass schulpflichtige Kinder nicht nur betreut, sondern auch altersgemäß optimal gefördert werden. Inwieweit dies in alterserweiterten Gruppen (1,5 bzw. 2 Jahre bis 10 Jahre) möglich ist, ist kritisch zu hinterfragen. Der berechtigte Wunsch der Eltern ist, dass statt unzureichender Aufbewahrungsangebote entsprechend qualitätsvolle Angebote geschaffen werden. So befürworten selbst in Kleinstgemeinden rund 37 Prozent der Eltern von Schulanfängern das Angebot einer ganztägig geführten Schule, wenn die Qualität stimmt. In größeren Gemeinden liegt die Nachfrage noch deutlich höher.
Private Nachmittags- und Lernbetreuungsangebote
An manchen Schulen entstehen auch privat organisierte Nachmittags- und Lernbetreuungsangebote. Beispielsweise stellen der Verein SALE (Solidaritätsaktion für arbeitslose Lehrer/-innen) und das OÖ Hilfswerk Abgänger der Pädagogischen Akademie zur Nachmittags- und Lernbetreuung ein und vermitteln diese jungen Lehrkräfte an Schulen. Der Nachteil dieses Modells liegt darin, dass die angehenden Junglehrer vom Landesschulrat oft sehr kurzfristig in den regulären Schuldienst berufen werden, so dass eine kontinuierliche pädagogische Betreuung vor Ort oft nicht möglich ist.
Elterninitiativen
Mancherorts entstehen Schülerbetreuungsangebote auch aufgrund von engagierten Elterninitiativen. Beispielsweise bietet die VS 26 in Linz sowohl eine Morgenaufsicht als auch einen After School Club mit attraktiven Freizeitangeboten sowie einer warmen und kindgerechten Mittagsverpflegung an. Am besten erkundigen Sie sich direkt an der Schule, ob ein Betreuungsangebot besteht.
Infobox
Downloads
- Studie der Universität Linz: Volkswirtschaftliche Analyse der Nachmittagsbetreuung an oö. Volksschulen (pdf/120 kb)
- AK-Kriterienkatalog für Nachmittagsbetreuungsangebote (pdf/30 kb)
- IFES-Studie: Vergleich OÖ, Wien und Steiermark (pdf/183 kb)
- IFES-Studie: Schulische Nachmittagsbetreuung für Kinder unter 14 Jahren (pdf/30 kb)
- IBE-Studie: Nachmittagsbetreuungssituation der Eltern von SchulanfängerInnen in OÖ (pdf/73 kb)
- Studie der Universität Linz: Kosten und Nutzen von Schulen mit ganztägiger Betreuung in OÖ (pdf/294 kb)
- Kriterien für qualitative Nachmittagsbetreuung (ppt/917 kb)
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