Bestattungskosten: So sorgen Sie vor

Begräbnisse sind nicht billig. Damit zum persönlichen Leid der Hinterbliebenen nicht auch noch hohe Ausgaben hinzukommen, kann man für die Kosten der eigenen Bestattung vorsorgen. Spezielle Angebote von lebenslangen Risikoversicherungen decken im Todesfall die Kosten zumindest bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Nach Erhebungen der AK gibt es bei den Prämien große Unterschiede, vergleichen lohnt sich. Der günstigste Anbieter derzeit ist die Wüstenrot Versicherungs-AG. Zum Sparen eignet sich eine solche Versicherung nicht!

Prämienvergleich Bestattungsvorsorge (pdf/17 kb)
Leistungen der Bestattungsvorsorgen auf einen Blick (pdf/22 kb)

Wer seine Hinterbliebenen die finanzielle Belastung im Todesfall ersparen will, kann mit einer Versicherung für Begräbniskosten vorsorgen.

  • Es handelt sich dabei um eine Risikoversicherung mit einer vereinbarten Prämienzahlungsdauer.
  • Im Ablebensfall wird die Versicherungssumme inklusive eventueller Gewinnanteile zur Auszahlung gebracht.
  • Auch eine weitgehende Abwicklung der Bestattung und/oder Begleichung der Kosten durch das Versicherungsunternehmen oder ein vertraglich verpflichtetes Unternehmen ist möglich (etwa bei der Basler Versicherungs-AG, der Merkur Versicherung AG, der Wiener Städtischen Versicherung AG / Abwicklung über den Wiener Verein und bei Wüstenrot).

Prämien liegen zwischen 62 und 78 Euro pro Monat

Erhoben wurden die monatlichen Prämien bei einer Prämienzahlungsdauer von zehn und fünfzehn Jahren für Männer und Frauen Geburtsjahr 1951 und 1961 für eine Versicherungssumme von 10.000 Euro.

Die monatlichen Prämien bei einer zehnjährigen Prämienzahlung betragen für Frauen Geburtsjahr 1961 zwischen 62,21 Euro beim günstigsten Anbieter (Wüstenrot Versicherung AG) und 71,59 Euro beim teuersten Anbieter (Merkur Versicherung AG).

Für Männer Jahrgang 1961 liegen die Prämien zwischen 67,55 Euro (Wüstenrot Versicherung AG) und 78,20 Euro (Merkur Versicherung AG).

Eintrittsalter, Laufzeit und Geschlecht bestimmen Höhe der Prämien

Je nach Eintrittsalter und Laufzeit betragen die Prämienunterschiede zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter zwischen 14,95 Prozent und 17,71 Prozent.

  • Zum Beispiel zahlt die heute 40-jährige Frau in 15 Jahren bei einer Wüstenrot Bestattungs-Vorsorge eine Gesamtprämie von 7.957,80 Euro und bei der Merkur Versicherung AG 9.147,60 Euro; also um 1.189,80 Euro, das sind 14,95 Prozent, mehr für dieselbe Versicherungssumme.
  • Die größte Prämien- und Einzahlungsdifferenz in Höhe von 1.839,60 Euro oder 17,71 Prozent weisen die Angebote von Merkur Versicherung AG mit einer Gesamteinzahlung von 12.225,60 Euro und Wüstenrot Versicherungs-AG mit 10.386 Euro für einen heute 50-jährigen Mann bei einer Laufzeit von 15 Jahren auf. Seine Einzahlungen übersteigen die Versicherungssumme aber auch bei fast allen anderen Anbietern (ausgenommen bei 10jährigen Laufzeiten bei Wüstenrot Versicherungs-AG und bei Helvetia Versicherungen AG).
  • Sogar ein heute 40-jähriger Mann muss bei einer Laufzeit von 15 Jahren eine Eigenleistung von insgesamt 10.119,60 Euro, also mehr als die Versicherungssumme, bei der Merkur Versicherung AG erbringen. Auch bei den Frauen Jahrgang 1951 mit einer Laufzeit von 15 Jahren überschreiten die Eigenleistungen die Versicherungssumme bei den Angeboten von Merkur Versicherung AG, Basler Versicherungs-AG und Wiener Städtische Versicherung AG/Wiener Verein.

Versicherungsschutz meist erst nach drei Jahren

Die Bestattungsvorsorge der Wiener Städtischen Versicherung AG bezahlt im Ablebensfall die volle Versicherungssumme bereits nach der ersten Prämienzahlung. Die mit der Versicherung vereinbarten Leistungen inklusive einer möglichen Grabpflege werden vom Wiener Verein abgewickelt. Allerdings ist bei diesem Vertrag im Gegensatz zu den anderen Anbietern die Beantwortung von Gesundheitsfragen notwendig.

Was leisten die Versicherungen?

Je nach Anbieter können unterschiedliche Leistungen angefangen von der bargeldlosen Abwicklung mit dem Bestattungsinstitut bis hin zur Grabpflege, Rat und Unterstützung für die Hinterbliebenen sowie die Vermittlung eines Entrümpelungsunternehmens vereinbart werden. Überführungskosten zum letzten Wohnort in Österreich sind bei einigen Anbietern mitversichert. Die Details zu den Versicherungen finden Sie in der Tabelle Leistungen der Versicherungen für Begräbniskosten.

Nur Versicherter kann Verfügungen ändern

Je nach Qualität und Umfang der gewünschten Leistungen sind die Kosten unterschiedlich hoch. So variieren nicht nur die Kosten für die Anschaffung der Grabstätte und des Grabsteins sondern auch jene für Einsargung, Blumenschmuck, Zehrung und Trauerbekleidung.

Wenn eine verbindliche Vereinbarung mit dem Versicherer getroffen wurde, werden alle vereinbarten Leistungen im Rahmen der Versicherungssumme beglichen. Allerdings sollte bedacht werden, dass Verfügungen, die vom Versicherten getroffen wurden, nach dessen Ableben nicht abgeändert werden können.

Alternativen zur Bestattungskosten-Versicherung

Ausgehend vom günstigsten Tarif von Wüstenrot mit einer Monatsprämie von 62,21 Euro (Frau, Jahrgang 1961, Prämienzahlungsdauer 10 Jahre) müsste die Alternativveranlagung eine durchgängige Verzinsung von 7,625 Prozent abwerfen, damit mit der gesamten Eigenleistung von 7.465,20 Euro (62,21 Euro in 120 Monaten) ein Kapital in Höhe der Versicherungssumme von 10.000 Euro erreicht wird. Den Vorteil, dass bereits nach Ablauf von drei Jahren voller Versicherungsschutz besteht, gibt es bei der Alternativveranlagung allerdings nicht.

Anders stellt es sich bei teureren Anbietern und/oder bei späterem Einstiegsalter dar. Sogar beim günstigsten Anbieter, Wüstenrot, hat ein Mann, Geburtsjahr 1951, bei einer Prämienzahlungsdauer von 15 Jahren eine Gesamteinzahlung von 10.386 Euro geleistet. Er hat sich also seine Versicherungssumme selbst eingezahlt. Allerdings gilt wiederum: Der volle Versicherungsschutz in Höhe von 10.000 Euro besteht bereits nach drei Jahren.

Wer soll eine Bestattungskosten-Versicherung abschließen?

Wer möglichst bald in vollem Umfang über den für eine Bestattung nötigen Betrag verfügen will, hat dieses Ziel mit der Versicherung nach spätestens drei Jahren erfüllt. Allerdings bleibt zu bedenken, es handelt sich um keine Sparform, sondern um eine Versicherung, die das Risiko des früheren Ablebens absichert und dafür Prämien verrechnet. Während der Laufzeit kann nur mit Verlusten oder gar nicht auf das Kapital zugegriffen werden. In finanziellen Notsituationen ist das gegebenenfalls ein Nachteil gegenüber einer alternativen Veranlagungsform.

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