Demokratie und Griechenland – Themenarbeiten aus der Gewerkschaftsschule

Im Rahmen der Gewerkschaftsschule Oberösterreich entstanden zwei sehr interessante Arbeiten, die auch aufgrund ihrer Aktualität und ihrer EU-Relevanz im Rahmen dieses Newsletters vorgestellt werden. Rudolf Ortner beschäftigte sich mit "Sirtaki auf dem Vulkan – Griechenland in der 'Schulden'-Krise?". Martin Schatz setzt sich im Rahmen seiner Arbeit dem Spannungsfeld "Marktkonforme Demokratie vs. Demokratischer Markt" aus.

Sirtaki auf dem Vulkan

Rudolf Ortner (Gewerkschaftsschule, Linz Volksgarten) widmete sich im Rahmen seiner Themenarbeit der Situation in Griechenland. Unter dem Titel "Sirtaki auf dem Vulkan – Griechenland in der 'Schulden'-Krise?" geht er auf sehr spannende, informative und unterhaltsame Weise gleichzeitig auf Entstehung, Auswirkungen und Lehren aus der Krise ein.

Die Arbeit beginnt mit einem Rückblick auf die politisch sehr bewegte Geschichte Griechenlands und bietet einen Überblick über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen des Landes. Im Zentrum der Krise steht das Haushaltsdefizit, das unter anderem Folge hoher Militärausgaben und geringer Wirtschaftskraft ist.

Ein Wechselspiel zwischen Finanzsektor (Stichworte Ratingagenturen und Derivate) und "nervösen" Märkten trug zur Eskalation der Krise bei. Griechenland wurde zu einem strikten Kürzungskurs gezwungen. Man präsentierte der Bevölkerung mehrere Pakete aus Steuererhöhungen, Gehaltskürzungen, einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst, Privatisierungen und Rentenkürzungen. Ein Programm, das die Wirtschaft Griechenlands in einen Abwärtsstrudel zog, der nicht nur die Menschen stark belastete und zu schweren sozialen Verwerfungen führte. Auch ein Abbau der hohen Verschuldung wurde so unmöglich.

Markt und Demokratie

Martin Schatz (Gewerkschaftsschule, Linz Jägermayrhof) stellte sich in seiner Themenarbeit dem Spannungsfeld "Marktkonforme Demokratie vs. Demokratischer Markt" in Form eines "polemischen Essays". Die Arbeit spannt einen weiten Bogen von der Finanzmarktkrise zur Krise in Europa, und geht unter anderem auf die "Big Player" des Finanzsektors ein. Martin Schatz liefert auch eine gute Übersicht über die Krisenprogramme in Europa und unterzieht diese einer kritischen Betrachtung. Unter anderem bei der Darstellung der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, Griechenland und Großbritannien wird spürbar, welchen Zerfall auch unsere Gesellschaft nehmen kann.

Besonders interessant ist die Darstellung der Reaktionen auf die Auswirkungen der Krise bzw. der Krisenprogramme, wobei die Proteste von den USA bis nach Europa reichen, aber je nach Land eine eigene Prägung aufweisen. Die Themenarbeit gibt sich schließlich nicht mit der genauen Beschreibung der Zusammenhänge zufrieden, sondern möchte mit alternativen Vorschlägen auch zu einer besseren Politik beitragen.

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