Steigender Druck auf die Beschäftigten: Die zumutbare Belastbarkeit ist überschritten
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Bei Wirtschaftskrisen wird zumeist darüber diskutiert, was die Anleger/-innen verlieren und was die Krisenbewältigung dem Staat kostet. Trotz positiver Wirkung der Kurzarbeitsregelung zählen die Arbeitnehmer/-innen zu den Verlierern der Krise. Viele haben den Job verloren, oder die Arbeitsbedingungen haben sich durch Arbeitsverdichtung und prekäre Beschäftigung verschlechtert. "Jede weitere Erhöhung des Leistungsdrucks und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen ist mit hohen sozialen Kosten verbunden", macht AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer aufmerksam.
- Etwa neun Prozent der österreichischen Bevölkerung leidet an Angst- bzw. Depressionszuständen;
- rund 500.000 Österreicher/-innen sind von Burnout betroffen;
- alleine dadurch fallen jährlich an die zwei Millionen Krankenstandstage an;
- die dafür anfallenden Kosten für die Unternehmen belaufen sich auf etwa 700 Millionen Euro jährlich.
- Psychische Erkrankungen sind bereits die häufigste Ursache für Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension. Alleine im Jahr 2010 sind der PVA daraus Ausgaben in Höhe von rund 4,9 Milliarden Euro entstanden.
Die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und der Arbeitszufriedenheit zeigen sich sowohl beim Österreichischen Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich als auch bei den Ergebnissen der ISW-Betriebsrätebefragung. Der Arbeitsklima-Gesamtindex hat sich seit 2007 von 112 auf 108 Indexpunkte verringert. Bei der ISW-Betriebsrätebefragung geben mehr als zwei Drittel der Betriebsratsvorsitzenden an, dass Vorgaben der Unternehmensführung laufend nach oben geschraubt werden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass 49 Prozent auch sagen, dass die geforderten Aufgaben in der verfügbaren Zeit häufig nicht mehr zu bewältigen sind.
Unternehmer-Risiken werden auf Arbeitnehmer/-innen abgewälzt
Der Marktdruck und das unternehmerische Risiko wird tendenziell auf die Beschäftigten übertragen – zum Beispiel durch Zielvereinbarungen, die realistischerweise kaum zu erreichen sind. Diese Zielvereinbarungen und Leistungsvorgaben erhöhen den Druck auf die Beschäftigten, insbesondere wenn sie vom Arbeitgeber einseitig festgelegt werden (in rund 50 Prozent der Betriebe ist dies der Fall), und somit die Arbeitnehmer/-innen kein Mitsprachrecht haben.
Die Arbeiterkammer fordert eine stärkere betriebsrätliche Mitbestimmung beim Personalstand und bei Leistungsvereinbarungen, um Leistungsverdichtung zu verhindern sowie mehr Transparenz bei All-In-Verträgen: Die Arbeitnehmer/-innen müssen wissen, was sie in der Normalarbeitszeit verdienen, d.h. Überstunden und Spesen sind separat auszuweisen und kurze Verfallsfristen in Verträgen sind zu beseitigen. Insbesondere Unternehmen mit hohen Krankenstandsquoten und einem hohen Anteil an Invaliditätspensionsanträgen sind gefordert, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und für Prävention zu sorgen.
Unterlage zum Download
Hauptsache in Beschäftigung? Arbeitsbedingungen unter Druck (pdf/298 kb)
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Kontakt
AK Oberösterreich
4020, Volksgartenstr. 40
Tel.: 050/6906-0
info@akooe.at
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