Einkommensschere in Gmunden und Vöcklabruck: Krise wird die Ungleichheit verschärfen
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Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) hat im Auftrag der AK die Einkommensentwicklung in Oberösterreich genau analysiert. Dabei zeigte sich, dass auch in Gmunden und Vöcklabruck die Ungleichheit zugenommen hat. Vor allem die Schere zwischen den höheren und niedrigeren Einkommen sowie zwischen Männer- und Fraueneinkommen ging stark auseinander.
Mit 1825 Euro monatlich bietet Vöcklabruck den dort Beschäftigten die oberösterreichweit sechsthöchsten mittleren Bruttoeinkommen. In Gmunden betragen die Medianeinkommen (= die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger) 1772 Euro.
Unterschied zwischen Männer- und Fraueneinkommen ist sehr groß
Der Unterschied zwischen Männer- und Fraueneinkommen ist in beiden Bezirken sehr groß: Frauen verdienen nur rund 57 Prozent des Männereinkommens. Selbst bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung bekommen Frauen 30,2 (Gmunden) bzw. 32,6 Prozent (Vöcklabruck) weniger als ihre männlichen Kollegen.
Die Krise wird die bestehende Einkommensungleichheit weiter verschärfen: Der Druck auf Löhne und Gehälter insbesondere bei geringer Qualifizierten steigt. "Durch Kurzarbeit und vor allem Arbeitslosigkeit müssen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Einkommenseinbußen hinnehmen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Die Region ist von der Wirtschaftskrise stark betroffen
Die Region Gmunden-Vöcklabruck ist von der Wirtschaftskrise stark betroffen. Denn die Arbeitslosigkeit stieg im April im Vergleich zum Vorjahr um fast 52 (Gmunden) bzw. 73,5 Prozent (Vöcklabruck). Im Vergleich dazu: Oberösterreichweit machte der Zuwachs 56 Prozent, im Bundesdurchschnitt 26 Prozent aus. Am stärksten betroffen sind Metallberufe, Bauberufe und Hilfskräfte. Die Zahl der Kurzarbeitenden steigt weiter.
"Einkommen müssen gerecht und sicher sein. Das ist gerade angesichts der Wirtschaftskrise wichtig für die Menschen", fordert AK-Präsident Kalliauer die rasche Umsetzung der Konjunkturprogramme und einen öffentlichen Investitionsschub, um Arbeitsplätze zu sichern und die Beschäftigung anzukurbeln. Kurzarbeit muss finanziell abgesichert sein und mit gezielten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen kombiniert werden.
"Ich bin für eine Stärkung des öffentlichen Sektors, der qualitätsvolle Daseinsvorsorge und Einkommensgerechtigkeit garantiert und Arbeitsplätze schafft", so Kalliauer. An die Unternehmen richtet sich die Forderung nach einer gerechten Beteiligung der Beschäftigten an den gemeinsam erwirtschaften Erfolgen durch nachhaltige Reallohn- und Gehaltssteigerungen.
Bessere Einkommenschancen für Frauen
Bessere Einkommenschancen für Frauen erwartet sich der AK-Präsident durch die Förderung nichttraditioneller Ausbildungs- und Berufswahl von Mädchen und Buben, durch Investitionen in Kinderbetreuung und Pflege sowie die Koppelung öffentlicher Auftragsvergabe an betriebliche Gleichstellungsmaßnahmen.
"In der Steuerpolitik brauchen wir eine stärkere Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen, eine höhere Besteuerung von Vermögen und Wertschöpfung der Unternehmen sowie die Umgestaltung der Pendlerpauschale in eine einkommensunabhängige Zahlung", fordert der AK-Präsident.
Rasche Einführung der Mindestsicherung
Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit droht steigende Armut. Denn während zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung armutsgefährdet sind, beträgt das Armutsrisiko bei Arbeitslosigkeit 35 Prozent. Bei ganzjähriger Arbeitslosigkeit ist gar jeder zweite Arbeitslose im Erwerbsalter armutsgefährdet (52 Prozent)! "Wir fordern daher die rasche Einführung der Mindestsicherung, die Streichung der Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe und die Erhöhung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld von 55 auf 75 Prozent", so Kalliauer.
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