Fair produzierte Computer
-
|
Mehr
Ob beruflich oder privat: Der Computer ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aufgrund der rasch fortschreitenden Technologie wird er meist alle zwei bis drei Jahre durch ein neueres Gerät ersetzt. Die Folgen sind ein enormer Verbrauch natürlicher Ressourcen für den Produktionsprozess sowie ein wachsender Müllberg.
Beim Kauf eines PC bedenken wir meist nicht, unter welchen teilweise menschenunwürdigen Bedingungen die Geräte produziert und verschrottet werden. Durch den großen Boom in der Computerindustrie verlagerten viele Computermarkenhersteller ihre Produktion nach Südostasien und China. Der Grund dafür sind niedrigere Lohnkosten, Steuervorteile sowie niedrigere arbeits- und umweltrechtliche Standards.
Arbeiten zu Niedrigstlöhnen
Der Großteil der Arbeiter/-innen, die in der Computerproduktion tätig sind, sind Frauen und Migranten. Nur sehr selten haben sie Angestellten-Arbeitsverträge und geregelte Arbeitszeiten. Bezahlt werden nur Niedrigstlöhne. Zu Spitzenzeiten müssen sie zwölf bis 14 Stunden täglich schuften und können dennoch die Lebenskosten für sich und ihre Familien nicht decken.
Gesundheitsbelastungen durch toxische Stoffe
Die Bildung von Gewerkschaften in den Fabriken ist den Arbeitern/-innen strengstens untersagt. Erschöpfungszustände, Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen sind einige Symptome von exzessiven Überstunden, die nur sehr selten finanziell abgegolten werden. Die hohe Belastung durch toxische Stoffe in der Computerproduktion verursacht immer wieder Vergiftungserscheinungen und starke gesundheitliche Beeinträchtigungen bei den Arbeitern/-innen.
Da bei der Produktion eines PC von der Herstellung der Einzelteile bis zur Endmontage oft tausende Zulieferbetriebe beteiligt sind, ist es schwer, die durchgehende Überwachung eines fairen und ökologischen Produktionsprozesses zu gewährleisten.
Was können Konsumenten/-innen tun?
Bis dato gibt es den fair produzierten Computer noch nicht. Umweltsiegel wie der Blaue Engel, Energy Star oder das TCO-Zertifikat bieten allerdings Anhaltspunkte in Bezug auf ökologische Kriterien und können helfen, sich zumindest für Green-IT zu entscheiden. Sie sollten aber Ihre Kaufkraft nutzen, um soziale und ökologische Mindeststandards einzufordern. Erkundigen Sie sich beim jeweiligen Unternehmen nach den Arbeitsbedingungen, unter denen Ihr Computer hergestellt wird, und zeigen Sie Interesse an fair produzierten Computern. Auf der Website von Procure IT Fair finden Sie eine aktuelle Nachrichtenübersicht über das soziale Engagement der verschiedenen Markenfirmen (in englischer Sprache).
-
|
Mehr


