Ganztägige Schulen rechnen sich: Steuern und Abgaben aus erhöhter Frauenbeschäftigung würden Kosten decken
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Eine höhere Frauenerwerbstätigkeit würde die Kosten der benötigten Plätze an ganztägigen Schulen zur Gänze decken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kosten-Nutzen-Analyse von ganztägigen Schulen im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich. Zudem würden ganztägige Schulen beträchtliche Wirtschaftsimpulse bringen, stellt Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schneider fest.
Angesichts der aktuellen schulpolitischen Diskussion in Folge der jüngsten PISA-Ergebnisse gewinnt die Studie aus dem Vorjahr neue Brisanz: Befragt wurden 1000 Personen, die hauptsächlich für die Betreuung von Schulkindern am Nachmittag zuständig sind. Das sind überwiegend Frauen. Von den befragten Eltern wünschen sich mindestens 40 Prozent eine qualitätsvolle Nachmittagsbetreuung an Schulen. Davon gaben 47 Prozent der Mütter an, dass sie bei einer ganztägigen Betreuung „zum ersten Mal eine Arbeit aufnehmen würden“, „wieder arbeiten gehen würden“ oder „mehr arbeiten würden“. Bei den Vätern sind es knapp 10 Prozent.
Durch den Anstieg der Beschäftigung bei Eltern und Pädagogen/-innen ist mit zusätzlichem Einkommen von bis zu 291 Millionen Euro zu rechnen, hat Volkswirtschafts-Professor Dr. Schneider ausgerechnet. Diese Einkommen gehen zum Großteil wieder in den Konsum und bringen bedeutende Wirtschaftsimpulse: allein in Oberösterreich in fünf Jahren bis zu 400 Millionen Euro zusätzliches regionales Bruttoinlandsprodukt, bis zu 285 Millionen zusätzliches regionales Volkseinkommen und bis zu 3900 zusätzliche Beschäftigte.
Die zusätzlichen Einkommen bringen dem Bund auch zusätzliche Einnahmen (direkte und indirekte Steuern, Sozialversicherungsabgaben). Diese Mehreinnahmen des Bundes wurden in der Studie den Kosten der öffentlichen Hand für die benötigten Plätze an ganztägigen Schulen gegenübergestellt. Fazit: Bereits nach einem Jahr können 72 bis 87 Prozent der Kosten aus den Erträgen des Bundes refinanziert werden, abhängig davon, ob Junglehrer oder bestehendes Lehrpersonal in der Nachmittagsbetreuung eingesetzt werden.
Nach drei bis vier Jahren würden die Kosten für die ganztägigen Schulen zur Gänze durch Rückflüsse an Steuern und Abgaben gedeckt sein. Durch diese hohe Finanzierungsquote ist es auch nicht notwendig, von den Eltern noch zusätzliche Beiträge einzuheben. Die AK Oberösterreich plädiert daher für Kostenlosigkeit.
Das Problem dabei: Während die Kosten vor allem bei den Gemeinden anfallen, profitiert der Bund von der höheren Frauenbeschäftigung. Daher sollte der Bund den Gemeinden deren Ausgaben für die Nachmittagsbetreuung aus den zu erwartenden Einnahmen refundieren, dann besteht bei den Gemeinden kein Finanzierungsproblem und sie können sich auf diese laufenden Ausgaben einlassen.
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