IHS: Jugendbeschäftigung - Viele Maßnahmen, aber kaum koordiniertes Vorgehen
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Bis Jahresende werden in Oberösterreich 78,5 Millionen Euro für 132 Jugendbeschäftigungsmaßnahmen und 15 verschiedene Förderungen ausgegeben. Das ergab eine IHS-Studie im Auftrag der AK. "Wahrscheinlich hat kaum jemand einen Überblick über die vielen verschiedenen Maßnahmen", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und fordert deshalb eine Koordinierung aller Aktivitäten zur Jugendausbildung und Jugendbeschäftigung.
Die Jugendbeschäftigungspolitik hat im letzten Jahrzehnt einen hohen Stellenwert in Oberösterreich erlangt. Es werden beträchtliche Summen aufgewendet. Trotzdem bleiben 15 Prozent der 20- bis 24jährigen ohne Berufsausbildung“, betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Und aktuell suchen über 10.000 Jugendliche in Oberösterreich einen Job!"
Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit hat höchste Priorität
Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit hat für die Arbeiterkammer höchste Priorität. Um möglichst vielen Jugendlichen eine Chance auf Arbeit und Ausbildung zu eröffnen, muss aber die Jugendbeschäftigungspolitik permanent auf ihre Effektivität und Effizienz überprüft werden. Deshalb beauftragte die AK das Institut für höhere Studien (IHS) mit der Evaluierung der Jugendbeschäftigungsmaßnahmen und Förderungen im Bundesland.
Jetzt liegen die Zahlen auf dem Tisch: Aktuell gibt es 132 verschiedene Maßnahmen und 15 Förderungen alleine für die Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. In Summe werden dafür derzeit rund 66 Millionen Euro ausgegeben. Dieser Betrag wächst laut Schätzungen bis zum Jahresende noch auf 78,5 Millionen Euro an.
Eine der Kernaussagen der Studie
Förderungen und Maßnahmen sind zu wenig koordiniert – diese müssen verstärkt mit dem Bildungssystem, Familie und Freizeit abgestimmt werden. Diese Koordinationsaufgabe kann die von der AK geforderte Jugendausbildungsgesellschaft leisten.
Eine Lücke zum Beispiel ist das fehlende Angebot zum Nachholen von schulischen Kompetenzen – etwa Kurse zur Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss. Hier sind entsprechende Angebote zu schaffen.
Lehrstellenförderung auf neue Beine stellen
Derzeit werden in Oberösterreich für betriebliche Lehrstellenförderungen rund € 23 Millionen ausgeben. Laut Schätzungen der WKOÖ wird dieser Betrag bis zum Ende des Jahres noch auf € 36 Millionen ansteigen. Allgemeine betriebliche Lehrstellenförderungen sind aber wenig effizient bzw. effektiv. Denn die Förderungen werden weder nach individuellen Bedürfnissen noch nach betrieblichen oder regionalen Erfordernissen vergeben.
Daher kann auch nicht verwundern, dass die meisten geförderten Lehrstellen auch ohne Förderung zu Stande gekommen wären.
Die Lehrstellen-Förderungen müssen deshalb gezielter eingesetzt werden. Die Förderungen dürfen nicht mehr pauschal vergeben werden, sondern nach qualitätsbezogenen Kriterien (etwa Unterstützung für lernschwächere und benachteiligte Jugendliche; Förderungen in zukunftsträchtigen Berufen und Branchen).
Unterlagen zum Download
Pressekonferenz-Unterlage:
"IHS-Evaluierung der Jugendbeschäftigungsmaßnahmen: Koordinierung ist dringend notwendig" (pdf/176 kb)
IHS-Studie:
Evaluierung von Beschäftigungsmaßnahmen für Jugendliche in OÖ (pdf/2 mb)
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Kontakt
AK Oberösterreich
4020, Volksgartenstr. 40
Tel.: 050/6906-0
info@akooe.at
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