17 Prozent der Jugendlichen ohne Berufsausbildung: AK betreibt Ursachenforschung und präsentiert Gegenmaßnahmen
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Geringes Einkommen, hohes Arbeitslosigkeitsrisiko, generelle Unzufriedenheit mit dem Job: Junge Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung haben im Leben schlechte Karten. 17 Prozent der 20- bis 24-Jährigen haben lediglich einen Pflichtschulabschluss. Die Arbeiterkammer hat die Ursachen für das Phänomen "Bildungsarmut" erforschen lassen. Ergebnis: Muttersprache, Wohnort und die Frage, ob jemand seinen Wunschberuf erlernen kann, üben zwar erheblichen Einfluss auf die Bildungslaufbahn aus, entscheidend ist aber der Bildungsgrad der Eltern.
Um die für den Einzelnen und die Gesellschaft nachteilige "Bildungsarmut" bekämpfen zu können, hat die AK Oberösterreich das Institut für Erwachsenenbildung und Bildungsforschung (IBE) mit einer Studie beauftragt, welche den Ursachen auf den Grund geht. Dabei zeigt sich, dass vier Merkmale einen entscheidenden Einfluss darauf ausüben, ob jemand ohne Berufsausbildung bleibt:
- die fehlende Möglichkeit, den Wunschberuf zu erlernen (bedeutet 3-faches Risiko)
- die Muttersprache (nicht deutsch bedeutet 2,3-faches Risiko)
- der Bildungsgrad der Eltern (niedrig bedeutet 2-faches Risiko)
- und der Wohnort (städtisch bedeutet 1,7-faches Risiko)
Erwartungsgemäß sind Jugendliche mit Migrationshintergrund weitaus häufiger in der Gruppe der "Unausgebildeten" zu finden als Jugendliche ohne Migrationshintergrund (55 gegenüber 24 Prozent). Dennoch ist "Bildungsarmut" kein spezielles Ausländerthema. Denn es ist letztlich der Bildungsgrad der Eltern, der das Sprachverständnis oder auch die Berufswahl beeinflusst.
Motivation ist vorhanden
An Motivation mangelt es den "unausgebildeten" Jugendlichen jedenfalls nicht. Mehr als die Hälfte der Befragten plant einen formellen Bildungsabschluss, der relativ höchste Anteil ist übrigens bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu finden.
"Wenn wir den Jugendlichen bessere Lebenschancen geben und gleichzeitig einem Fachkräftemangel vorbeugen wollen, braucht es ein Bündel von Maßnahmen", sagte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer heute bei der Präsentation der Studie. Die wichtigsten davon sind:
- Kindergarten als Bildungsgarten: Gratis-Kindergarten und Kindergarten-Pflichtjahr sind wichtige und richtige Schritte. Ein massiver Ausbau, kleinere Gruppen und bestens ausgebildete Pädagogen/-innen müssen folgen.
- Gesamtschule als Regelschule bis zum Alter von 15 Jahren
- gebührenfreie Ganztagsschulen als Option
- mehr und bessere Berufsorientierung in der Schule
- Beratungs- und Informationsangebote, die speziell auch "bildungsarme" Eltern erreichen
Als sofort wirksame Maßnahme schlägt die AK die Gründung einer Jugend-Ausbildungsgesellschaft vor. Diese soll alle einschlägigen Maßnahmen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz bündeln und gleichzeitig ein neues Lehrausbildungsmodell umsetzen. Die AK würde dafür sofort 500.000 Euro zur Verfügung stellen, wenn sich auch das Land Oberösterreich und die Sozialpartner beteiligen. Von diesen wurde der Vorschlag bis dato allerdings noch nicht aufgegriffen.
Unterlagen zum Download
Pressekonferenz-Unterlage: Jugendliche ohne Ausbildung (pdf/134 kb)
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Kontakt
AK Oberösterreich
4020, Volksgartenstr. 40
Tel.: 050/6906-0
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