Gerade noch überlebt, AK unterstützte Kampf um I-Pension

In der öffentlichen Diskussion wird Arbeitnehmern/-innen unterstellt, dass sie in I-Pension flüchten. Doch Fälle wie der eines Hilfsarbeiters aus dem Bezirk Eferding belegen das Gegenteil: Nach einem schweren Arbeitsunfall kämpfte der Mann über zwei Jahre darum, in I-Pension gehen zu dürfen.

Nach 34 Jahren in einem Unternehmen erlitt Hermann G. 2007 einen schweren Arbeitsunfall: Er stürzte drei Meter von einer Maschine und zog sich dabei einen Schädelbasisbruch mit Schädel-Hirn-Trauma, eine Halswirbelsäulenfraktur und eine schwere Schulterverletzung zu. Nach mehreren Operationen und einem Reha-Aufenthalt stellte er im Jänner 2009 schließlich einen Antrag auf I-Pension. Die AK unterstütze den damals 55-Jährigen. Details zum Fall waren aber nur mit Hilfe der Betriebsrätin herauszufinden, weil er sich durch die Folgen des Unfalls nicht einmal mehr richtig artikulieren konnte.

Erst nach zwei Jahren in I-Pension

Trotz seiner massiven gesundheitlichen Einschränkungen, wie Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen sowie Schwerhörigkeit und starken Schmerzen, hielten ihn die Gerichtsgutachter für befähigt, leichte Arbeiten in wechselnder Körperhaltung zu verrichten und erklärten ihn für Arbeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt einsetzbar. Erst nach zwei Jahren konnte er schließlich in I-Pension gehen.

„Es ist eine Farce, Menschen so lange in der Luft hängen zu lassen. Wer so krank ist, muss die Invaliditätspension bekommen!“, sagt Dr. Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich.

Nur rund 9 Prozent der Pensionen sind I-Pensionen

Mit Dezember 2010 gab es rund 1,5 Millionen Alterspensionen und rund 210.000 Pensionen wegen geminderter Arbeitsfähigkeit. Der I-Pensions-Anteil gemessen an allen Pensionen lag damit bei rund neun Prozent. „Von einer Flucht in die I-Pension kann also keine Rede sein. Schon gar nicht, wenn man bedenkt, was es bedeutet, in I-Pension zu sein“, so Kalliauer.

Für die Zuerkennung einer I-Pension gelten strenge Regeln. Nur rund 40 Prozent (30.000 aller gestellten Anträge) werden zuerkannt. I-Pensionen sind außerdem Niedrigpensionen. Während Alterspensionisten/-innen monatlich 1116 Euro bekommen, bleibt I-Pensionisten/-innen mit rund 888 Euro deutlich weniger.

Menschen rascher Perspektiven bieten

„Betroffene jahrelang von einer Untersuchung zur nächsten zu schicken, ohne zu entscheiden, wie es weitergeht, ist demütigend! Gelingt es spätestens nach zwei Jahren trotz Reha-Maßnahmen nicht, eine Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, ist ein umfassendes medizinisches, soziales und berufsdiagnostisches Gutachten zu erstellen, aus dem ein Anspruch auf I-Pension entstehen kann“, so Kalliauer.

  • Drucken Weiterleiten | Mehr

Anfrage zum Artikel

*
*
*
*
*
*
*
*
*

2 + 9 =
*

Anfrage zum Artikel



Danke - Ihre Anfrage wurde weitergeleitet.

KONTAKT

AK-Bezirksstelle Eferding

Leiter:
Franz Brutter

Adresse:
Unterer Graben 5
4070 Eferding
Zur Anfahrtsskizze (Herold)

Email: eferding@akooe.at
Telefon: 050/6906 - 4211
Fax: 050/6906 - 4299