Konsequenter AK-Einsatz für Kinderbetreuung wirkt, aber: Nur zwei „1A-Gemeinden“ im Bezirk Gmunden
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Vor zwölf Jahren hat die Arbeiterkammer Oberösterreich den ersten Kinderbetreuungsatlas präsentiert. Seither ist das Angebot in den oberösterreichischen Gemeinden wesentlich besser geworden. Verbesserungen gab es auch im Bezirk Gmunden. Betreuungsangebote, die tatsächlich eine Vollzeitbeschäftigung der Eltern ermöglichen, sind allerdings immer noch rar. In Gmunden gibt es nur zwei "1A-Gemeinden".
- mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, werktags Montag bis Freitag
- an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet
- Angebot Mittagessen
- maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen
Jene Gemeinden, die alle diese Voraussetzungen erfüllen, haben wir als „1A-Gemeinden“ besonders positiv hervorgehoben.
1A sind im Bezirk Gmunden zwei Gemeinden (Ebensee, Vorchdorf) bzw. 10 Prozent aller Gemeinden im Bezirk. Gmunden liegt somit unter dem Oberösterreich-Durchschnitt, der allerdings auch nur bei 11,7 Prozent liegt. Seit dem Vorjahr hat sich hier nichts geändert.
Von den landesweit 66 Gemeinden, die ihre Angebotssituation seit dem Vorjahr verbessern konnten, fällt eine auf den Bezirk Gmunden. Gleichzeitig haben landesweit 44 Gemeinden, jedoch keine aus Gmunden, ihr Angebot eingeschränkt.
Die Gemeinde Kirchham hat die Öffnungszeiten erweitert und bietet Mittagessen und Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder an.
Auch wenn der von der AK geforderte Gratiskindergarten und der Ausbau der Kindergärten tendenziell zu einer Verbesserung des Angebots für Eltern und Kinder geführt haben, ist die Situation in Gmunden noch nicht ganz zufriedenstellend. 14 der insgesamt 20 Gemeinden (70 Prozent) fallen in die zweitbeste Kategorie „A“ und haben sowohl ein Angebot für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder als auch einen Kindergarten mit Mittagessen und Öffnungszeiten von mehr als acht Stunden täglich (OÖ: 44,6 Prozent).
In 20 Prozent der Gmundner Gemeinden (OÖ 23,9 Prozent) gibt es kein Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren, in 10 Prozent keine Betreuung für Volksschulkinder (OÖ: 32,2 Prozent). 5 Prozent der Gemeinden bieten kein Mittagessen im Kindergarten (OÖ: 27,7 Prozent), und 15 Prozent haben Kindergärten, die weniger als acht Stunden täglich geöffnet sind (OÖ: 45,7 Prozent).
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibt also schwierig, trotz aller Verbesserungen. Damit Elternschaft, Förderung der Kinder und Beruf (auch Vollzeit!) vereinbar sind, bedarf es gut funktionierender, qualitätsvoller Kinderbetreuungseinrichtungen mit entsprechenden Öffnungszeiten.
Großen Nachholbedarf sieht AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer bei ganztägig geführten Schulen: „Wenn Unterricht, Förderung, Sport, Kreativität und Freizeit einander abwechseln, profitieren Kinder und Eltern davon. Nachhilfe wird überflüssig, nach der Schule sind keine Hausaufgaben mehr zu machen. So bleibt für die Eltern mehr Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen können.“
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