Konsequenter AK-Einsatz für Kinderbetreuung wirkt: Immerhin sieben „1A-Gemeinden“ im Bezirk Perg

Vor zwölf Jahren hat die Arbeiterkammer Oberösterreich den ersten Kinderbetreuungsatlas präsentiert. Seither ist das Angebot in den oberösterreichischen Gemeinden wesentlich besser geworden. Verbesserungen gab es auch im Bezirk Perg. Betreuungsangebote, die tatsächlich eine Vollzeitbeschäftigung der Eltern ermöglichen, sind zwar immer noch rar. In Perg gibt es aber immerhin bereits sieben „1A-Gemeinden“, das sind um zwei mehr als im Vorjahr.

Als Maßstab für das Ermöglichen einer Vollzeitbeschäftigung haben wir heuer bereits zum zweiten Mal den Vereinbarkeitsindikator für Beruf und Familie (VIF) herangezogen, der für Kindergärten folgende Kriterien vorsieht:

  • mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, werktags Montag bis Freitag
  • an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet
  • Angebot Mittagessen
  • maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen

Jene Gemeinden, die alle diese Voraussetzungen erfüllen, haben wir als „1A-Gemeinden“ besonders positiv hervorgehoben.

1A sind im Bezirk Perg sieben Gemeinden (Katsdorf, Langenstein, Luftenberg, Mauthausen, Perg, Schwertberg und St. Georgen a.d.G.) bzw. 26,9 Prozent aller Gemeinden im Bezirk. Perg liegt somit über dem Oberösterreich-Durchschnitt, der allerdings auch nur bei 11,7 Prozent liegt. Immerhin sind gegenüber dem Vorjahr zwei 1A-Gemeinden dazugekommen.

Von den landesweit 66 Gemeinden, die ihre Angebotssituation seit dem Vorjahr verbessern konnten, fallen sechs auf den Bezirk Perg. Gleichzeitig haben landesweit 44 Gemeinden, davon zwei aus Perg, ihr Angebot eingeschränkt.

In Klam besteht nun die Möglichkeit, Kinder unter drei Jahren im Kindergarten mit betreuen zu lassen. Tägliches Mittagessen gibt es jetzt in den Gemeinden Bad Kreuzen, Pabneukirchen und St. Thomas a.B. In Schwertberg und St. Georgen a.d.G haben sich die jährlichen Schließzeiten verbessert. Kein Mittagessen mehr gibt es in Mitterkirchen und Mittagessen nur mehr an zwei Tagen in Waldhausen.

Auch wenn der von der AK geforderte Gratiskindergarten und der Ausbau der Kindergärten tendenziell zu einer Verbesserung des Angebots für Eltern und Kinder geführt haben, ist die Situation in Perg nach wie vor nicht zufriedenstellend. Nur 13 der insgesamt 26 Gemeinden (50 Prozent) fallen in die zweitbeste Kategorie „A“ und haben sowohl ein Angebot für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder als auch einen Kindergarten mit Mittagessen und Öffnungszeiten von mehr als acht Stunden täglich (OÖ: 44,6 Prozent).

In 3,8 Prozent der Perger Gemeinden (OÖ 23,9 Prozent) gibt es kein Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren, in 34,6 Prozent keine Betreuung für Volksschulkinder (OÖ: 32,2 Prozent). 26,9 Prozent der Gemeinden bieten kein Mittagessen im Kindergarten (OÖ: 27,7 Prozent), und 46,2 Prozent haben Kindergärten, die weniger als acht Stunden täglich geöffnet sind (OÖ: 45,7 Prozent).

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibt also schwierig, trotz aller Verbesserungen. Damit Elternschaft, Förderung der Kinder und Beruf (auch Vollzeit!) vereinbar sind, bedarf es gut funktionierender, qualitätsvoller Kinderbetreuungseinrichtungen mit entsprechenden Öffnungszeiten.

Großen Nachholbedarf sieht AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer bei ganztägig geführten Schulen: „Wenn Unterricht, Förderung, Sport, Kreativität und Freizeit einander abwechseln, profitieren Kinder und Eltern davon. Nachhilfe wird überflüssig, nach der Schule sind keine Hausaufgaben mehr zu machen. So bleibt für die Eltern mehr Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen können.“

  • Drucken Weiterleiten | Mehr

Anfrage zum Artikel

*
*
*
*
*
*
*
*
*

6 + 2 =
*

Anfrage zum Artikel



Danke - Ihre Anfrage wurde weitergeleitet.

KONTAKT

AK-Bezirksstelle Perg

Leiter:
Johann Hauser

Adresse:
Hinterbachweg 3
4320 Perg

Email: perg@akooe.at
Telefon: 050/6906 - 4711
Fax: 050/6906 - 4799