Konsequenter AK-Einsatz für Kinderbetreuung wirkt, aber: Nur vier „1A-Gemeinden“ in Wels und Wels-Land

Vor zwölf Jahren hat die Arbeiterkammer Oberösterreich den ersten Kinderbetreuungsatlas präsentiert. Seither ist das Angebot in den oberösterreichischen Gemeinden wesentlich besser geworden. Verbesserungen gab es auch in und um Wels. Betreuungsangebote, die tatsächlich eine Vollzeitbeschäftigung der Eltern ermöglichen, sind allerdings immer noch rar. In den Bezirken Wels und Wels-Land gibt es vier „1A-Gemeinden“.

Als Maßstab für das Ermöglichen einer Vollzeitbeschäftigung haben wir heuer bereits zum zweiten Mal den Vereinbarkeitsindikator für Beruf und Familie (VIF) herangezogen, der für Kindergärten folgende Kriterien vorsieht:

  • mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, werktags Montag bis Freitag
  • an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet
  • Angebot Mittagessen
  • maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen

Jene Gemeinden, die alle diese Voraussetzungen erfüllen, haben wir als „1A-Gemeinden“ besonders positiv hervorgehoben.

1A sind in den Bezirken Wels und Wels-Land vier Gemeinden (Marchtrenk, Thalheim, Weißkirchen und Wels) bzw. 16 Prozent aller Gemeinden im Bezirk. Der Raum Wels liegt somit über dem Oberösterreich-Durchschnitt, der allerdings auch nur bei 11,7 Prozent liegt. Seit dem Vorjahr hat sich hier nichts geändert.

Von den landesweit 66 Gemeinden, die ihre Angebotssituation seit dem Vorjahr verbessern konnten, fällt eine auf den Bezirk Wels-Land. Gleichzeitig haben landesweit 44 Gemeinden, davon eine aus Wels-Land, ihr Angebot eingeschränkt.

Für Kinder aus Neukirchen b. L. wurde ein Angebot zur Nachmittagsbetreuung von Volksschulkindern neu geschaffen. In Pennewang gibt keine Mischgruppe für Kinder unter drei Jahren mehr.

Auch wenn der von der AK geforderte Gratiskindergarten und der Ausbau der Kindergärten tendenziell zu einer Verbesserung des Angebots für Eltern und Kinder geführt haben, ist die Situation in Wels-Land noch nicht ganz zufriedenstellend. Immerhin 20 der insgesamt 25 Gemeinden (80 Prozent) fallen aber in die zweitbeste Kategorie „A“ und haben sowohl ein Angebot für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder als auch einen Kindergarten mit Mittagessen und Öffnungszeiten von mehr als acht Stunden täglich. Auch hier liegt der Bezirk über dem Oberösterreich-Schnitt von 44,6 Prozent.

In 8 Prozent der Welser Gemeinden (OÖ 23,9 Prozent) gibt es kein Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren, in 4 Prozent keine Betreuung für Volksschulkinder (OÖ: 32,2 Prozent). 8 Prozent der Gemeinden bieten kein Mittagessen im Kindergarten (OÖ: 27,7 Prozent), und 12 Prozent haben Kindergärten, die weniger als acht Stunden täglich geöffnet sind (OÖ: 45,7 Prozent).

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibt also schwierig, trotz aller Verbesserungen. Damit Elternschaft, Förderung der Kinder und Beruf (auch Vollzeit!) vereinbar sind, bedarf es gut funktionierender, qualitätsvoller Kinderbetreuungseinrichtungen mit entsprechenden Öffnungszeiten.

Großen Nachholbedarf sieht AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer bei ganztägig geführten Schulen: „Wenn Unterricht, Förderung, Sport, Kreativität und Freizeit einander abwechseln, profitieren Kinder und Eltern davon. Nachhilfe wird überflüssig, nach der Schule sind keine Hausaufgaben mehr zu machen. So bleibt für die Eltern mehr Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen können.“

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