Die Krise verschärft die Ungleichheit – Faire Löhne für Wachstum und Beschäftigung!
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Trotz Jahren wirtschaftlichen Aufschwungs geht die Schere zwischen Löhnen und Gewinn- bzw. Besitzeinkommen immer weiter auf. Auch innerhalb der Arbeitnehmer/-innen steigt die Ungleichheit. Die Rezession droht die Gegensätze noch zu verschärfen. „Wir brauchen eine Unternehmenspolitik, die sich nicht an kurzfristigen Profitsteigerungen orientiert. Dazu gehören faire Löhne mit sicheren Arbeitsplätzen“, sagte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer heute bei der Präsentation der neuesten Daten zur Einkommensentwicklung.
Bei einsetzender Wirtschaftsschwäche 2008 konnte nach starken Lohnverhandlungen 2007 erstmals seit acht Jahren der Anteil der Löhne und Gehälter am gemeinsam erwirtschafteten Wohlstand gesteigert werden, und zwar auf 66,3 Prozent. Das vorherige Sinken der Lohnquote wird dadurch aber nicht kompensiert. Wäre der Lohnanteil gleich hoch wie im Jahr 2000 (70,3 Prozent), dann hätten die Beschäftigten in Österreich alleine im Jahr 2008 rund 8,3 Milliarden Euro mehr auf dem Lohnkonto gehabt.
Nicht mehr Kaufkraft als im Jahr 2000!
Auch innerhalb der Lohn- und Gehaltsempfänger/-innen besteht hohe Ungleichheit. Im Jahr 2007 teilte sich das einkommensschwächste Viertel (rund 982.000 großteils geringfügig und Teilzeitbeschäftigte, darunter viele Frauen) nur 3,8 Prozent der gesamten Lohnsumme, das bestverdienende Viertel aber mehr als die Hälfte.
Im Durchschnitt hatten die oberösterreichischen Arbeitnehmer/-innen netto und real (inflationsbereinigt) im Jahr 2007 nicht mehr auf dem Lohnkonto als Oberösterreicher/-innen des Jahres 2000! Im Jahr 2008 betrug nach vorläufigen Daten der mittlere oberösterreichische Bruttolohn (Median) rund 1880 Euro im Monat. Männer kommen auf rund 2270 Euro, Frauen auf nur etwa 1360 Euro.
Kräftige Lohnsteigerungen sind nötig
„Gerechte Einkommen, sichere Arbeitsplätze und ein armutsfestes Sozialsystem beleben auch die Konjunktur“, stellt AK-Präsident Kalliauer fest.
Um mehr Einkommensgerechtigkeit zu schaffen, fordert die AK OÖ insbesondere:- Kräftige Reallohn- und Gehaltssteigerungen zur Stärkung der Kaufkraft und zur Verringerung der Lohn/Gewinnschere.
- Gleichen Lohn für gleiche/gleichwertige Arbeit und die Offenlegung von Entgeltstrukturen in den Betrieben. Bei nicht behobener Einkommensdiskriminierung soll es Sanktionen geben.
- Begrenzung der Manager-Gagen.
- Existenzsichernde Leistungen bei Arbeitslosigkeit: 75 Prozent Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld, Streichung der Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe.
- Mindestsicherung sofort und auf existenzsicherndem Niveau (mindestens 782 Euro, 14mal im Jahr).
- Vollen arbeitsrechtlichen Schutz für Freie Dienstnehmer/-innen.
Downloads
Grafiken:
- Lohnquote 2000 - 2010
- Verteilung der Bruttolöhne und - gehälter 2007
- Monatliche Bruttoeinkommen im Jahre 2008 in Österreich
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Kontakt
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