eurostat-Zahlen untermauern AK-Kritik: Das Steuersystem in Österreich ist ungerecht, benachteiligt Arbeitnehmer und bevorzugt das Kapital
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Die jüngst vom statistischen Amt der EU (eurostat) veröffentlichten Steuerquoten zeigen erneut, dass die Steuerbelastung in Österreich ungerecht verteilt ist: Arbeit wird überdurchschnittlich hoch belastet, Kapital hingegen nur niedrig. "Die eurostat-Zahlen bestätigen damit unsere wiederholte Kritik am Steuersystem", so Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Bei der Steuer-Verteilung muss es endlich ein Umdenken geben."
Das Gesamtsteueraufkommen auf Arbeit beträgt in der EU 34,2 Prozent, in Österreich jedoch genau um ein Viertel mehr – nämlich 41,3 Prozent. Die Belastung der Arbeit ist aber nicht nur überdurchschnittlich hoch, sondern sie steigt auch ständig: Im Jahr 2000 betrug sie 40,1 Prozent, im Jahr 2007 41 Prozent und 2008 41,3 Prozent.
Steigende Belastung der Löhne und Gehälter
Die Differenz der Steuerbelastung von Arbeit (41,3 Prozent) und Kapital (27,3 Prozent) von 14 Prozentpunkten ist die dritthöchste in der Euro-Zone (nach Deutschland und Niederlande). Das heißt: Österreich gehört zu jenen drei Ländern in Europa, in denen die Verteilung der Steuerbelastung am ungerechtesten ist.
AK-Präsident Dr. Kalliauer: "Diese steigende Belastung der Löhne und Gehälter haben die jeweiligen Finanzminister zu verantworten. Aber nicht nur das: Sie haben auch gleichzeitig die Gewinne und Vermögen so weit entlastet, dass Österreich bei diesen Steuern zu den Schlusslichtern unter den Industriestaaten gehört."
"Es ist nicht akzeptabel, dass Einkommen aus Spekulation nicht besteuert werden, dass mittels Privatstiftungen die Steuern minimiert werden und dass sich Großkonzerne durch die Gruppenbesteuerung arm rechnen können", kritisiert Kalliauer und fordert gleichzeitig, dass die anstehenden Budgetsanierungen für gerechte Reformen des österreichischen Steuersystems genutzt werden.
Gerechtigkeit muss sein
Konkret verlangt die Arbeiterkammer: Spekulationsgewinne müssen wirksam besteuert, die Steuerprivilegien der eigennützigen Privatstiftung abgeschafft und eine Vermögensteuer auf große Privatvermögen über einer Million Euro eingeführt werden. Durch eine Bankenabgabe, eine internationale Finanztransaktionssteuer bzw. eine nationale Besteuerung der Börsenumsätze sind Krisenkosten verursachergerecht zu finanzieren.
"Die Arbeitnehmer und die Konsumenten leisten schon genug Beiträge, jetzt sind andere dran", lehnt Kalliauer neue Massenbelastungen strikt ab. "Wir schlucken nicht jede Krot - Gerechtigkeit muss sein."
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