Nachhilfe boomt schon in der Volksschule
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Rund 40 Prozent der oberösterreichischen Schüler/-innen brauchen irgendwann in ihrer Schullaufbahn Nachhilfe. Sogar schon in der Volksschule nimmt jede/-r zehnte Volkschüler/-in private Nachhilfestunden. Diese wird aber keineswegs nur zum Abwenden einer negativen Note oder eines negativen Schulerfolgs in Anspruch genommen.
Der steigende Konkurrenz- und Leistungsdruck in Gesellschaft und Schule zwingt viele dazu sich auch bei der Verbesserung der individuellen Schulleistung unter die Arme greifen zu lassen. Das kostet Eltern im Jahr bis zu 40 Millionen Euro. Es verwundert also kaum, dass diejenigen, die Nachhilfe oft am dringendsten nötig hätten, sie am wenigsten in Anspruch nehmen. Sie können sie sich nämlich schlichtweg nicht leisten. Sparen kann man auf alle Fälle, wenn man die verschiedenen Angebote vergleicht. Die Arbeiterkammer erhebt jährlich die Kosten bei Nachhilfeinstituten - die Preisunterschiede sind beträchtlich.
Schule muss fördern
Privatnachhilfe ist jedoch nicht nur aus Kostengründen die zweitbeste Lösung. Eigentlich müsste in der Schule ein umfassendes Förderangebot umgesetzt werden - gebührenfrei und mit dem Servicerahmen, mit dem auch private Anbieter punkten: individualisiert, unbürokratisch und schülerorientiert. Präventiv geht es allerdings darum, bei Strukturen und Unterrichtsgestaltung anzusetzen. Weniger Hausübung, mehr Schulübung, Ausbau ganztägiger Schulangebote, Schaffung einer neuen Lehr- und Lernkultur in Richtung fördern statt auslesen. Schließlich wäre der Ausbau der Neuen Mittelschule zu einem echten Gesamtschulmodell wünschenswert. Das hieße Schluss mit der frühen Trennung in der Mittelstufe, Ausbau der Qualitätssicherung des Unterrichtsertrags, Umbau der Oberstufe zu einem Kurssystem und damit Ablösung des Sitzenbleibens.
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