AK OÖ zeigt auf: Unbezahlte Nachhilfe steigt drastisch an

Jede vierte Schülerin/Jeder vierte Schüler in Oberösterreich brauchte im laufenden Schuljahr bezahlte oder unbezahlte Nachhilfe. Allerdings können sich immer weniger Eltern teure Lernhilfe leisten: Während die Zahl der Befragten, die bezahlte Nachhilfe in Anspruch nehmen zurückgeht (seit 2011 von 25 auf 17 Prozent), steigt die unbezahlte Nachhilfe von sechs Prozent im Vorjahr auf zehn Prozent 2012.

Eine Studie des Instituts für empirische Sozialforschung (IFES) im Auftrag der Bundesarbeiterkammer zeigt: Der Bedarf an außerschulischer Nachhilfe ist ungebrochen. Das gilt auch für Oberösterreich, wo 400 Haushalte zusätzlich befragt wurden.

Doch neun Prozent der Befragten können sich trotz Bedarf keine Nachhilfe leisten. Fast die Hälfte der befragten Eltern fühlt sich durch die Nachhilfekosten sehr stark bzw. spürbar belastet, bei Haushalten mit kleinen bzw. mittleren Einkommen sind es 70 Prozent. Kein Wunder, dass sie überdurchschnittlich oft als "Hilfslehrer/-innen" für ihre Kinder im Einsatz sind: die Kosten für Nachhilfe machen einen deutlich größeren Anteil am Einkommen aus und auf erforderliche Nachhilfe verzichten, hat negativen Einfluss auf den schulischen Erfolg ihrer Kinder.

Nachhilfe von Studenten, Schülern und Sonstigen

Viele entschieden sich auch für eine zwar weniger professionelle dafür aber billigere Variante: Rund 40 Prozent der in Anspruch genommenen Nachhilfe werden von Studenten/-innen, Schülern/-innen und "sonstigen Personen" (diese Gruppe ist in Oberösterreich mit 28 Prozent besonders stark präsent) abgehalten. Die verbleibenden 60 Prozent Marktanteil teilen sich Institute und Pädagogen/-innen.

Die Kosten für Nachhilfe müssen im Kontext mit allen Schulkosten gesehen werden, die in Oberösterreich bei rund 2.500 Euro pro Haushalt im Jahr liegen. "Kein Wunder, dass sich die Eltern mehr ganztägige Schulformen wünschen, in der die individuelle Förderung und Lernzeit in der Schule stattfindet. Es wird daher höchste Zeit, dass in Oberösterreich endlich genügend dieser Schulen angeboten werden, damit Eltern zumindest eine Wahlmöglichkeit haben", sagt Dr. Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich.

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