Nein zur Spekulation mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen
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Hohe Preise bei Nahrungsmitteln und Rohstoffen haben schlimme Folgen für Millionen Menschen. Dabei zeichnet sich immer mehr ab, dass Finanzspekulation deutlich zur Preisentwicklung beiträgt. So hat der Handel mit Rohstoffwerten seit der Finanzkrise stark zugenommen. Rufe nach höherer Transparenz werden immer lauter. Um die Lage zu entspannen wird aber auch strengere Regulierung notwendig sein.
Nahrungsmittel und Rohstoffe zunehmend Opfer von Finanzspekulation
Starke Schwankungen und hohe Preisniveaus prägen die Nahrungsmittel- und Rohstoffmärkte. Dies hat schlimme Auswirkungen auf Millionen von Menschen. Abrupt steigende und überhöhte Lebensmittelpreise treiben die Bevölkerung in Entwicklungsländern in akute Not. Aber auch in Österreich belastet Teuerung bei Gütern des täglichen Bedarfs und bei Treibstoffen viele Menschen spürbar. Vieles weist deutlich darauf hin, dass Finanzspekulationen wesentlich und zunehmend zu diesen Preisentwicklungen beitragen.
Nach dem Platzen der Immobilienblase 2007 gerieten die Märkte für Nahrungsmittel und Rohstoffe verstärkt ins Visier der Finanzmärkte. Allein an der Rohstoffbörse in Chicago erhöhte sich der Umfang des Handels zwischen Oktober 2007 und Ende März 2008 um 65 Prozent - ohne dass sich die landwirtschaftliche Produktion vergrößert hätte! Zusätzlich verlagert sich der Handel immer mehr weg von Börsen auf weniger regulierte Handelsplätze, oder findet gänzlich abseits der Öffentlichkeit zwischen zwei Akteuren statt. Auch die Deregulierung der letzten Jahre hat zur Aufblähung des Finanzsektors beigetragen.
Dabei gelten Nahrungsmittel-Finanzprodukte leider gerade deshalb als krisensicher, weil niemand aufs Essen verzichten kann. Auch die Verknappung des Angebots aufgrund der Nutzung der Ackerflächen für Agrosprit und der höhere Bedarf einer wachsenden Weltbevölkerung rücken Agrarrohstoffe zunehmend ins Interesse von Banken und Pensionskassen. Spekuliert wird ebenso auf Engpässe etwa aufgrund von wetterbedingten Ernteausfällen. Rohstoffwerte werden schließlich als attraktive Komponente im Rahmen der Vermögensveranlagung betrachtet.
Wie wird gehandelt? Was ist noch zu tun?
International wird Nahrungsmittelspekulation verstärkt zum Thema. Der heute sogar für Finanzbehörden undurchsichtige Markt wird in diversen Studien näher erforscht. Die G20 (eine Gruppe aus 20 bedeutenden Industrie- und Schwellenländern) widmen sich verstärkt der , und beziehen auch Fragen von Marktmissbrauch und Marktmanipulation mit ein.
Die EU-Kommission beschäftigt sich ebenso mit diesem hochbrisanten Thema. Sie möchte der Spekulation (so wie auch international angestrebt) mit höheren Transparenzanforderungen und strengeren Regeln begegnen. So müssen etwa außerbörsliche Derivate in Zukunft bei einer Datensammelstelle (so genannte Transaktionsregister) gemeldet werden. Es ist allerdings fraglich, ob diese Bemühungen ausreichen, die Spekulation einzudämmen .
- alle heute außerbörslichen Warenderivate an öffentlichen Börsen gehandelt werden müssen;
- die Zahl der Kontrakte, die Finanzinvestoren am Rohstoff-Markt eingehen dürfen, (Positionslimits) begrenzt;
- die Hebelmöglichkeiten durch die Verpflichtung zu höheren Sicherheitsleistungen.eingeschränkt;
- und für reine Finanzinvestoren Veranlagungsbeschränkungen bis hin zum Verbot überlegt werden.
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