Pflegearbeit ist mit immer mehr Problemen konfrontiert: AK fordert Maßnahmen und lädt zur Podiumsdiskussion

Die "Sorgearbeit" ist in der Krise. Das bekommen vor allem Frauen zu spüren. Denn sie leisten den Hauptteil der Pflege- und Betreuungsarbeit – sowohl bezahlt als auch unbezahlt. Unter dem Titel "Care in der Krise - Herausforderungen an die Politik" diskutieren kommenden Dienstag ab 19 Uhr dazu Politiker/-innen, Experten/-innen und Betroffene in der Arbeiterkammer Linz. Die Teilnahme ist kostenlos.

Frauen leisten zwei Drittel der unbezahlten Sorgearbeit in Österreich. Die Folgen sind Nachteile am Arbeitsmarkt und ein höheres Armutsrisiko für die Frauen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Vielen bleibt nur die Möglichkeit einer Teilzeitarbeit mit entsprechend niedrigem Einkommen und schlechter Absicherung bei Arbeitslosigkeit und im Alter."

Mehr Investitionen in soziale Dienstleistungen

Hier ist im Hinblick auf eine geschlechtergerechte Aufteilung der Betreuungsarbeit die Gesellschaft gefragt, aber auch der Staat. Es muss mehr in soziale Dienstleistungen investiert werden: mehr Kinderbetreuungseinrichtungen und mehr qualitätsvolle Pflegeeinrichtungen. "Das bringt nicht nur eine bessere Versorgung an sozialen Diensten, sondern schafft auch viele Arbeitsplätze", so Kalliauer. Finanziert werden soll das solidarisch durch Steuern - vor allem durch vermögensbezogene Steuern, eine Wertschöpfungsabgabe und eine Finanztransaktionssteuer. Die Arbeitnehmer/-innen damit zu belasten, wäre der falsche Weg.

Fehlende Anerkennung und schlechter Bezahlung

Auch bei der bezahlten Sorgearbeit besteht dringender Handlungsbedarf. Die Beschäftigten in den Pflegeberufen – vorwiegend Frauen - kämpfen mit Personalknappheit, schwierigen Arbeitsbedingungen und enormen psychischen und körperlichen Belastungen. Sie leiden öfter an Erschöpfung, Müdigkeit und Schlafstörungen und gehen häufiger krank zur Arbeit, wie der Arbeitsgesundheitsmonitor der AK zeigt. Sie klagen auch über fehlende Anerkennung und schlechter Bezahlung.

Arbeitsbedingungen, die nicht krank machen

Präsident Kalliauer: "Wir brauchen mehr Personal, eine bessere Ausbildung und Arbeitsbedingungen, die nicht krank machen. Außerdem haben es sich auch die Beschäftigten in der Pflege verdient, anständig für ihre Arbeit bezahlt zu werden." Die Arbeiterkammern haben dazu ein bundesweites "Pflegekonsilium" eingerichtet, in dem Kolleginnen und Kollegen aus den Länderkammern und den Berufsverbänden an Lösungen arbeiten.

Bedarfsgerecht und qualitätsvolle Pflege

Für AK-Präsident Kalliauer ist klar: "Österreich ist eine der reichsten Volkswirtschaften. Der Staat muss dafür sorgen, dass jeder Mensch bedarfsgerecht und qualitätsvolle Pflege bekommt." Eine nachhaltige und steuerfinanzierte Absicherung der Pflege muss daher für Bund und Länder das Gebot der Stunde sein: im Sinne der Gepflegten und ihrer pflegenden Angehörigen sowie der Beschäftigten in der Pflege!

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