Beim Pflichtpraktikum ausgenutzt: AK erreichte hohe Nachzahlung für vier Mädchen
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Eine Nachzahlung von mehr als 7000 Euro erreichte die AK Oberösterreich für vier Schülerinnen, die bei ihrem Pflichtpraktikum am Wörthersee übel ausgenutzt wurden. Sie hatten mehr als 600 Überstunden geleistet, obwohl sie das gar nicht dürften.
Die vier Mädchen absolvierten im Rahmen ihrer Schulausbildung ein zwölfwöchiges Pflichtpraktikum in einem Hotel in Velden am Wörthersee. Arbeitsrechtlich ist ein Praktikum als befristetes Arbeitsverhältnis mit allen Rechten und Pflichten zu sehen. Weil die Mädchen noch nicht 18 waren, galten für sie auch die Schutzbestimmungen für die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen.
Über 600 Überstunden wurden geleistet
An diese hielt sich der Arbeitgeber jedoch nicht. Laut den gesetzlichen Bestimmungen hätte der Arbeitgeber die Minderjährigen nicht länger als acht Stunden täglich und vierzig Stunden wöchentlich beschäftigen dürfen. Tatsächlich wurden von den jungen Damen 606,5 Überstunden geleistet, zum Teil sogar nach 23 Uhr.
"Leider kommt es immer öfter vor, dass junge Leute bei ihren ersten Gehversuchen in der Arbeitswelt schamlos ausgenutzt werden", weiß AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Nach einer Telefonberatung bei der AK in Linz wiesen die vier Mädchen den Arbeitgeber schriftlich auf ihre Rechte hin und forderten ihn auf, die Arbeitsbedingungen entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen zu gestalten. Ansonsten würden sie das Praktikum berechtigt vorzeitig beenden.
AK intervenierte erfolgreich
Weil sich die Umstände jedoch nicht besserten, wurden die Mädchen von den besorgten Eltern vom Wörthersee abgeholt. Die Arbeiterkammer intervenierte unter Vorlage der Arbeitszeitaufzeichnungen beim Arbeitgeber und machte alle offenen Ansprüche in Höhe von insgesamt 7395 Euro geltend. Das Hotel zeigte sich einsichtig und zahlte den hohen Betrag nach.
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