AK-Wertschöpfungsbarometer – Neuer Rekord bei der Wertschöpfung pro Mitarbeiter
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Im Jahr 2010 verdienten die österreichischen Unternehmen mehr an jeder Mitarbeiterin/jedem Mitarbeiter als je zuvor. Der AK-Wertschöpfungs-Barometer 2010 zeigt, dass sich die Verteilungsschieflage weiter deutlich verfestigt hat. "Mehr denn je müssen die Unternehmen in die Pflicht genommen werden, einen gerechten Beitrag zum Gemeinwohl durch faire Löhne, Überstundenabbau und Arbeitszeitverkürzung mit Ausgleich bei Lohn und Personal zu leisten", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Die AK OÖ errechnet anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse mittlerer und großer Unternehmen seit Jahren, wie viel diese – nach Abzug der Personalkosten - durchschnittlich an jeder Mitarbeiterin/an jedem Mitarbeiter verdienen. Jetzt wurde diese Auswertung um die Daten der aktuell vorliegenden, verwendbaren Jahresabschlüsse 2010 erweitert.
40.335 Euro pro Mitarbeiter/-in
Ergebnis: Pro Beschäftigter/pro Beschäftigtem blieben den Unternehmen im Jahr 2010 durchschnittlich 40.335 Euro, das ist der höchste je von der AK errechnete Wert. Er hat sich sogar gegenüber dem Spitzenjahr 2007 (37.133 Euro) deutlich erhöht und liegt nominell - also ohne Inflationsbereinigung - um 53 Prozent über dem des Jahres 2004. Als "Gegenleistung" haben die Unternehmen den Personalaufwand pro Beschäftigtem im gleichen Zeitraum nur um knapp 13 Prozent erhöht.
Ausschüttungen an Eigentümer steigen rast
Dafür stiegen - in absoluten Geldwerten betrachtet - die Auszahlungen der Vorjahresgewinne an die Eigentümer seit dem Jahr 2004 bis zum Einsetzen der Krise rasant an. 2008 und 2009 – mitten in der Krise - waren sie immer noch so hoch, dass sie sogar über den jeweiligen gesamten Jahresergebnissen der untersuchten Unternehmen lagen. Sie gingen also zulasten der Substanz der Unternehmen. Erst 2010 ist hier eine Anpassung nach unten festzustellen. Da der erwirtschaftete Überschuss vor allem zur Befriedigung der Kapitalinteressen der Eigentümer/-innen und nicht zur nachhaltigen Verbesserung des Eigenkapitals und der Liquidität der Unternehmen genutzt wurde, ist die Forderung nach angemessenen Lohn- und Gehaltserhöhungen jedenfalls legitim.
Ein Alarmsignal ist der Rückgang der Investitionsneigung (prozentuelles Verhältnis der Sachinvestitionen zum Wertverlust der Sachanlagen) um mehr als 22 Prozentpunkte im Jahr 2010, weil er den Fortbestand von Unternehmen und Arbeitsplätzen gefährdet. Zumindest in einem Punkt scheinen aber Lehren aus der Krise gezogen worden zu sein: Der Anteil der Investitionen in Finanzprodukte an den Gesamtinvestitionen ist von 2009 auf 2010 von 48 auf rund 31 Prozent zurückgegangen.
Löhne bleiben hinter der Produktivität zurück
Fazit: Auch im Jahr 2010 konnte die Entwicklung von Löhnen und Gehältern mit jener der Produktivität nicht mithalten. AK-Präsident Kalliauer fordert daher reale Lohn- und Gehaltsteigerungen für mehr Kaufkraft und Gerechtigkeit, innovative Modelle der Arbeitszeitverkürzung, mehr betrieblichen Mitbestimmung - vor allem in Fragen der Personalpolitik und -bemessung sowie einen Mindestlohn von 1300 Euro brutto.
Unterlagen zum Download
Pressekonferenz-Unterlage (pdf/235 kb)
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