Slow Food statt Fast Food
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Was ist Slow Food?
Slow Food, eine Gegenströmung zu Fast Food, wurde 1986 in Italien von Carlo Petrini anlässlich der Eröffnung einer McDonald-Filiale an der Spanischen Treppe in Rom gegründet. Italienische Köche kochten zur Versinnbildlichung der regionalen Küchentradition Spaghetti, um auf diese Weise gegen die Verbreitung des Fast Food zu protestieren. Mittlerweile ist Slow Food eine internationale Vereinigung mit vielen Mitgliedern in über 100 Ländern auf allen Kontinenten geworden. Slow Food steht für langsames, bewusstes Essen und Genießen. Dabei geht es nicht um Langsamkeit als Selbstzweck, sondern um angemessene Geschwindigkeiten im Umgang mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit der umgebenden Natur. Slow Food steht in diesem Zusammenhang für Produkte, die auf traditionelle oder ursprüngliche Weise hergestellt und genossen werden. Slow Food bemüht sich um die Erhaltung der regionalen Küche mit den heimischen Produkten, Tieren und Pflanzen und deren lokale Produktion für den Erhalt der Vielfalt der Artenvielfalt und der kulinarischen Kulturen.
- biologische Vielfalt erhalten
Slow Food will den alten vielfach vergessenen Rezepten oder Pflanzen neues Leben geben. Gab es im 19. Jahrhundert noch rund 1000 Weizensorten in Deutschland, die an Klima und Boden angepasst waren, sind es heute nur noch 30 Sorten. Heute angebauter Hochleistungsweizen benötigt viel Wasser - seine Stängel sind kürzer, da die Ähren schwerer sind und die Bodennähe fördert Pilzbefall, weshalb zusätzliche Chemie notwendig ist. Traditionelle Sorten sind besser an lokale Bedingungen angepasst als hochgezüchtete Sorten und toleranter gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Slow Food will das Welterbe an landwirtschaftlicher, biologischer Vielfalt und gastronomischen Traditionen bewahren.
- Geruchs- und Geschmackssinne verfeinern
Ob und was uns schmeckt, ist u. a. evolutionsgeschichtlich bestimmt. Babys kommen mit einer klaren Vorliebe für Süßes auf die Welt. Doch der Geschmackssinn wird auch erlernt und kulturell beeinflusst. Aromastoffe und Geschmacksverstärker prägen unseren Geschmack von klein auf, ohne dass man es bewusst wahrnimmt. Kinder, die heutzutage mit aromaintensiven Fertigprodukten aufwachsen, können mit selbst zubereiteten Speisen wenig anfangen, da sie bereits an den intensiven Geschmack der Kunstprodukte gewöhnt sind.
Slow Food will, dass wir unsere verkümmerten Geruchs- und Geschmackssinne für das Unterscheiden von Echtem und Künstlichem, Frischem und Haltbargemachtem schulen und schärfen. Slow Food verweigert industrielles Überdecken, Kaschieren oder Verfälschen von urtypischem Eigengeschmack. Denn vergleicht man Gekauftes mit Selbstgemachtem stellt man schnell fest, dass die gekauften Produkte viel intensiver schmecken. Der Grund dafür wird aus der Zutatenliste ersichtlich: der Einsatz von Geschmacksverstärkern und Aromastoffen. - Qualität vor Quantität
Es gilt der Grundsatz "weniger und besser" und deshalb ist man auch bereit, mehr Preis für Qualität zu zahlen. Derlei Ansprüche finden Slow-Food-Esser in Bio Lebensmittel wieder.
Slow-Food-Gerichte bestehen aus kleinen Portionen, die mit Liebe zubereitet und genießerisch verzehrt werden. Die Slow-Food-Küche ist leicht verdaulich, kalorienmoderiert. Sie entspricht also all dem, was Ernährungsfachkräfte immer fordern. Leider entspricht diese Lebensphilosophie nicht dem stressigen Alltag der „Fast-Food-Gesellschaft“, denn im Schnitt dauert es etwa 10 Minuten, dass Herr und Frau Österreicher eine Hamburger Bude betreten, bestellen, essen und sie wieder verlassen.
Ohne die soziale Bindekraft der gemeinsamen Mahlzeit verliert das Essen immer mehr an Bedeutung.
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