Teure Privatschulen

In Österreich gibt es zum Glück ein gut ausgebautes, qualitativ hochwertiges öffentliches Schulwesen. Es kann nicht allgemein behauptet werden, dass eine private Schule eine höhere Qualität bietet. Dennoch: viele Eltern, die es sich leisten können, geben ihre Kinder in eine Privatschule. Denn hier besteht (sofern der Privatschulbesuch leistbar ist) grundsätzlich freie Schulwahl, während bei öffentlichen Pflichtschulen in der Regel die dem Wohnort zugeteilte Schule besucht werden muss (Schulsprengel). Die Gründe eines Privatschulbesuchs können individuell natürlich sehr unterschiedlich sein.

Kosten

Wer sich dazu entschließt sein Kind in eine Privatschule zu geben, der muss sich klar sein, dass gewisse Kosten auf ihn zukommen. Im Schnitt bewegt sich das Schulgeld für eine Privatschule zwischen rund 60 und 90 Euro im Monat. Für 10 Monate kommt da also ein ordentlicher Betrag zusammen. Die Kosten des Schulbesuchs sind damit allerdings noch keineswegs abgeschlossen (dies gilt allerdings auch für öffentliche Schulen): zusätzliche Kosten für Schulbücher, Schulveranstaltungen bzw. schulische Auslandsaufenthalte, für private Nachhilfe oder für LAP-Top-Klassen führen zu immer stärkeren Belastungen für Arbeitnehmerhaushalte. In der Praxis stellen sich auf diese Art immer mehr Abweichungen von einem sozial gerechten Bildungszugang ein!

Aufnahmekriterien

In einer Privatschule gelten nicht dieselben Aufnahmekriterien wie für eine öffentliche Schule.
Es müssen zwar die allgemeinen Voraussetzungen (Erfüllung des geforderten Notenniveaus...) erfüllt sein. Grundlage für die Aufnahme bildet aber ein privatrechtlicher Vertrag zwischen Schüler/-in (Eltern) und dem Privatschulerhalter. Letzterer entscheidet, nach welchen Kriterien eine Aufnahme erfolgt/nicht erfolgt. Es kann z.B. jemand trotz positiver Noten von der Schule verwiesen werden, wenn dies aus dem zwischen Schule und Schüler/-in geschlossenen Aufnahmevertrag ableitbar ist.

Wieviele Kinder besuchen eine Privathauptschule bzw. ein Privatgymnasium?

Privatschulen haben meistens einen konfessionellen Einschlag. Schon mehr als jede/r fünfte Gymnasiast/-in in Oberösterreich besucht eine private AHS. In den allgemeinbildenden Pflichtschulen ist die Privatisierung hingegen weit weniger ausgeprägt: An Hauptschulen liegt die Privatschüler/-innenquote bei etwa 4 Prozent.

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