Verteilungsgerechtigkeit braucht Vermögenssteuer
-
|
Mehr
Vom Privatvermögen besitzen sehr wenige sehr viel, während die meisten wenig bis gar nichts davon haben. Das ist das Ergebnis einer neuen Erhebung der Europäischen Zentralbank (EZB). Demnach besitzt das reichste Fünftel der Bevölkerung in den 15 untersuchten Ländern (Euroraum ohne Irland und Estland) mehr als zwei Drittel des gesamten - um Kredite und Schulden bereinigten - privaten Nettovermögens. Allein die reichsten fünf Prozent haben einen Besitzanteil von 37 Prozent. Am unteren Ende der Reichtumshierarchie sind die vermögenslosen 20 Prozent, die gar keinen Besitz haben, gefolgt von den vermögensarmen 20 Prozent, die gerade einmal 2,5 Prozent des Netto-Reichtums auf sich vereinen.
Vermögensverteilung Euroraum
Gemessen an mehreren Verteilungskennzahlen sind Deutschland und Österreich die Länder mit der höchsten Ungleichheit beim Vermögen. In Österreich sind laut österreichischer Nationalbank (ÖNB) die Vermögen besonders stark in wenigen Händen konzentriert: Fast die Hälfte, nämlich 45 Prozent, des über eine Billion Euro schweren Privat-Bruttoreichtums besitzt eine fünf Prozent kleine, Elite, bei der sich Villen, Liegenschaften, Jachten, Aktienpakete usw. türmen. Die übrigen 95 Prozent der Bevölkerung kommen gemeinsam auf die andere Vermögenshälfte (55 Prozent). Die vermögensarmen 50 Prozent der privaten Haushalte kommen gemeinsam auf gerade einmal vier Prozent Besitzanteil.
Vermögensverteilung Österreich
Österreichs Reiche haben pro Haushalt mehr Vermögen als die Reichen anderswo: so verfügt das vermögendste Zehntel im untersuchten Euroraum im Schnitt über rund 1,2 Millionen Euro netto, in Österreich macht das Durchschnittsvermögen der reichsten zehn Prozent pro Haushalt 1,6 Millionen Euro aus. In allen anderen Gesellschaftsgruppen liegen die Vermögenswerte deutlich darunter. So besitzen die Haushalte bereits im zweitreichsten Zehntel im Euroschnitt sowie in Österreich mit etwa 400.000 Euro deutlich unter einer Million Euro.
Durchschnittsvermögen Österreich
Reichtum hat wenig mit erbrachter Leistung zu tun, sondern entsteht vorwiegend aus Erbschaften sowie abgehobenen, leistungsfernen Gewinn- und Besitzeinkommen. Mit dem Vermögen wird auch die Ungleichheit der Vermögensverteilung weitervererbt. Je reicher jemand ist, umso wahrscheinlicher wird er erben, und umso höher ist die Erbschaft.
Erbschaftsfälle Österreich
Die massive Konzentration der Vermögen in wenigen Händen ist ungerecht, demokratiepolitisch bedenklich und auch ökonomisch schlecht. Denn gerade die Verteilungsschieflage war eine massive Ursache der Finanz- und Wirtschaftskrise. Zudem sind die Vermögen der Reichsten – im Gegensatz etwa zu den Einkommen der Arbeitnehmer/-innen sowie zum Konsum – kaum bis gar nicht besteuert. Dadurch fehlen dringend benötigte Steuereinnahmen für die Finanzierung des Sozialstaats, also des öffentlichen Vermögens, von dem alle in der Gesellschaft profitieren
Forderungen der Arbeiterkammer:
- die Einführung einer gestaffelten Vermögenssteuer auf hohe Privatvermögen ab einer Million Euro netto.
- die Einführung einer reformierten Erbschafts- und Schenkungssteuer mit einem hohen Freibetrag, der sicherstellt, dass im Laufe eines Arbeitnehmerlebens Erspartes steuerfrei weitervererbt werden kann.
- Abstimmung bei vermögensbezogenen Steuern auf EU-Ebene.
-
|
Mehr
Infobox
Downloads
Broschüre
Verwandte Artikel
Kontakt
Kontakt
AK Oberösterreich
4020, Volksgartenstr. 40
Tel.: 050/6906-0
info@akooe.at
mehr

