Nitrate im Trinkwasser: Jeder zehnte Brunnen über dem gesetzlichen Grenzwert

Das Wasser in den Brunnen im Eferdinger Becken und Machland ist nach wie vor mit Nitraten belastet. Das hat der jüngste Wassertest der Arbeiterkammer ergeben. Es wurden 669 Proben untersucht, davon lagen 70 über dem gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l). 13 Proben lagen um mehr als das Doppelte über dem Grenzwert. Das Ergebnis ist damit schlechter als im Vorjahr. Nitrate können die Gesundheit gefährden. Ursache der hohen Belastung sind Düngung in der Landwirtschaft sowie undichte Senkgruben und Kanäle.

Grundwasser-Sanierung: Maßnahmen bisher offenbar wirkungslos

In Oberösterreich wurden wegen erhöhter Nitratwerte mittlerweile 3 Grundwassersanierungs-Verordnungen (Südliches Eferdinger Becken, Traun-Enns Platte, Westliches Marchland) erlassen. Für die betroffenen Brunnenbesitzer hat dies offenbar keine Änderung der Belastung gebracht.

Viele Brunnenbesitzer wissen nichts von Nitraten im Wasser

Während die öffentlichen Wasserversorger das abgegebene Wasser laufend auf die zulässigen Werte kontrollieren müssen, wissen viele private Brunnenbesitzer wenig über den Zustand ihres Wassers.

Die AK-Konsumenteninformation führt daher bereits seit Jahren gemeinsam mit den Schülerinnen der HLW Perg, unter Anleitung des Chemieprofessors Mag. Christian Mayrhofer, Brunnenwasseranalysen durch. Heuer waren 25 Schülerinnen als "Chemikerinnen" des Projektes aktiv und hatten in der AK-Bezirksstelle Perg beim hautnahen Anschauungsunterricht auch Spaß daran mit professionellen Untersuchungsgeräten arbeiten zu können.

Ergebnisse (Nitratwerte über 50mg/l) im Vorjahresvergleich:

  • Gesamtauswertung 2011: 53 von 767 Proben - 6,9 % mit überhöhtem Nitratwert
  • Gesamtauswertung 2012: 70 von 669 Proben - 10,4 % (Nitratwert >50mg/l)

Zu den gesammelten Testergebnissen (pdf/87 kb)

Wer eine Probe abgegeben hat, bekommt die Auswertung in den nächsten Tagen zugeschickt.

Vorsicht bei Angeboten für Filter

Betroffene Brunnenbesitzer werden leider immer wieder auch mit unseriösen Angeboten zum Ankauf von Wasseraufbereitungs-Geräten konfrontiert. Manche werden trotz vorhandener öffentlicher Wasserleitung zum Einbau von Filtergeräten überredet. Die AK rät

  • für die Säuglingsnahrung allenfalls dafür geeignetes Mineralwasser (im Handel erhältlich) zu verwenden.
  • Auch sonst dürfte der Griff zu Mineral- und Tafelwasser die kostengünstigere Alternative zu teuren Aufbereitungsgeräten sein.
  • Wasseraufbereitungs-Anlagen haben zudem den Nachteil, dass Filterbrüche gegebenenfalls unbemerkt bleiben. Die Wasserwerte können dadurch sogar massiv verschlechtert werden (Verkeimungsgefahr!).
  • Bei der öffentlichen Wasserversorgung werden laufend Kontrollen vorgenommen.
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