Umstrukturierung im Betrieb

Veränderungsprozesse im Betrieb bedeuten meist:

Arbeitsabläufe effizienter organisieren, Verbesserungsvorschläge umsetzen und Einsparungen realisieren. Immer öfter werden Betriebsräte zum Mitmachen bei neuen Strategien und Managementkonzepten im Betrieb aufgefordert.

Damit stehen sie oft vor einer schwierigen Entscheidung: Am Rand stehen und zuschauen oder mitfahren und mitsteuern - also entweder, die Ergebnisse der Unternehmensleitung abzuwarten oder sich aktiv und gestaltend daran zu beteiligen und dadurch auch mitverantwortlich zu werden.

Keine leichte Entscheidung - denn die Beteiligung an Veränderungsprozessen im Betrieb durch Betriebsräte hat einige Haken. AK-Consult unterstützt Betriebsräte bei dieser schwierigen Aufgabe.

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Checklisten zu Umstrukturierungsvorhaben

Im Rahmen von IFAM-Seminaren und Betriebsrats-Seminaren der Arbeiterkammer OÖ haben betroffene BetriebsrätInnen Checklisten erarbeitet, die es BetriebsrätInnen ermöglichen soll, entsprechende Positionen und Umgehensweise mit Veränderungsvorhaben in ihren Betrieb zu erarbeiten.

Diese Checklisten beanspruchen nicht, vollständig zu sein. Sie sollen Orientierung und notwendige Entscheidungen ermöglichen.

Checkliste zum Umstrukturierungsvorhaben des Unternehmens

  • das Konzept des Unternehmens dem Betriebsrat liegt vor;
  • Ziel, Zweck, Umfang der Maßnahmen sind transparent, die Maßnahmen überprüft;
  • die Initiatoren, Ansprechpartner, Akteure sind bekannt;
  • eine Einschätzung der wirtschaftlichen Situation (Bilanzanalyse, Branchenstanding) ist erfolgt;
  • die Stimmigkeit des Konzeptes (Ziele, Maßnahmen,..) und dessen Machbarkeit sind überprüft;
  • eine Einschätzung des Klimas für Veränderungsvorhaben im Unternehmen ist erfolgt;
  • die Befürworter/Gegnerschaften in allen Mitarbeitergruppen zum Projekt sind transparent;
  • die Abarbeitungsstruktur des Vorhabens (Struktur, Methoden, Themen) und die Kompetenzen der unterschiedlichen Arbeitsebenen sind transparent;
  • es ist überprüft, ob Begleitmaßnahmen notwendig sind, diese sind auch ausgearbeitet;
  • es ist verglichen, ob das "Gehörte", "Gelesene" und "Erlebte" stimmig, passend, .. widersprüchlich ist;
  • es sind Alternativen zum Vorhaben ausgearbeitet; die Auswirkungen (Gefahren, Chancen) auf die MitarbeiterInnen und/oder Unternehmensbereiche sind analysiert;
  • die Auswirkungen auf Kollektivvertrag/Betriebsverein-barungen/Gesetze sind aufgelistet;
  • mögliche Auswirkungen auf die BR-Arbeit sind analysiert.
Checkliste zu notwendigen BR-Strategie zum Umgang mit dem Veränderungsvorhaben

  • der Betriebsrates hat sich Positionen, Ziele zur anstehenden Maßnahme erarbeitet;
  • eine Einschätzung des Mitwirkungsangebotes des Unternehmens ist erfolgt;
  • bisherige Erfahrungen mit Veränderungsvorhaben sind analysiert;
  • es liegt ein Szenario über das Scheitern des Vorhabens aus BR-Sicht vor;
  • Druckmittel des Betriebsrates sind erarbeitet.
Checkliste zur Kommunikations- und Informationsschiene des Betriebsrates während des Veränderungsvorhabens

  • eine entsprechende Kommunikationsstrategie und -struktur des Betriebsrates ist vorhanden;
  • die Informationsschiene zu den KollegInnen ist geklärt;
  • Zusammenarbeitsformen mit MitarbeiterInnen während des Veränderungsvorhabens sind gefunden;
  • interne Ressourcen sind aufgelistet und angezapft (MitarbeiterInnen, Gruppen von MitarbeiterInnen, Projektteam, Teileversammlungen);
  • es ist geklärt, welche Informationen im Rahmen des Veränderungsvorhabens durch den Betriebsrat an die MitarbeiterInnen übermittelt werden und welche nicht;
  • mediale Öffentlichkeitsmaßnahmen sind angedacht.
Checkliste zur gewählten Bearbeitungsstruktur des Betriebsrates während des Veränderungsvorhabens

  • Beteiligungsoptionen und Mitwirkungsmöglichkeiten des Betriebsrates im Veränderungsvorhaben sind geklärt;
  • eine Bearbeitungsform des Betriebsrates für das Veränderungsvorhaben ist geklärt;
  • Ausstiegskriterien für die Mitarbeit des Betriebsrates sind aufgelistet;
  • mögliche unterstützende Ressourcen für den Betriebsrat sind aufgelistet und der Kontakt ist hergestellt (GewerkschaftssekretärIn, AK-ExpertInnen, andere BetriebsrätInnen,..);
  • Kooperationsmöglichkeiten sind geklärt;
  • die notwendige Kommunikation zwischen direkt und nicht direkt beteiligten BetriebsrätInnen am Veränderungsvorhaben sind geklärt.

Für die Weiterentwicklung dieser Werkzeuge ersuchen wir um Rückmeldungen unter: resch.h@akooe.at.

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Betriebsräte im Stress

Die Last der Verantwortung - Betriebsräte im Stress

Ergebnisse einer wissenschaflichen Untersuchung, im Zuge derer über 90 Betriebsräte in ganz Österreich persönlich befragt wurden, zeigen, welchen spezifischen Belastungen InteressenvertreterInnen ausgesetzt sind.

Diese liegen vor allem

  • in einer hohen Intensität der Tätigkeit (d.h. häufigem Termin- und Zeitdruck),
  • einer hohen Verantwortung für die Belegschaft sowie
  • den ständigen organisatorischen Änderungen im Betrieb, die eine hohe Komplexität der Betriebsratstätigkeit mit sich bringen.
Vielfach stresst auch, dass

  • die Belegschaft zuwenig Interesse oder Unterstützung für die Arbeit ihres Betriebsrats zeigt.
  • Zusätzliche Beanspruchung entsteht durch "Sozialarbeiterische" Tätigkeiten des Betriebsrats (z.B. seelische Unterstützung bei familiären oder finanziellen Problemen, Information über Institutionen, die in solchen Fällen helfen, etc.), für die er im Regelfall nicht ausgebildet ist.

Diese Fülle von Belastungen bleibt nicht ohne Folgen:
So gaben 4 von 10 Betriebsräten an, mit erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Diese Beeinträchtigungen sind vor allem psychischer Natur und äussern sich in Gereiztheit, einer ständigen Belastetheit (d.h. einem Nicht-"Abschalten-Können") sowie einem reduzierten Gesundheitsverhalten, wie beispielsweise vermehrtem Rauchen.

Möglichkeiten zur Vorbeugung oder Verringerung der negativen Stressfolgen liegen

  • in einer zweckmässigen Arbeitsteilung innerhalb der Körperschaft,
  • in einer stärkeren Qualifizierung und Professionalisierung und
  • in Hobbies, die als Ausgleich zum Berufsalltag dienen (im Idealfall Sport).

Auf jeden Fall sollte innerhalb der BR-Körperschaft über Belastungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen gesprochen werden und kein Tabuthema daraus gemacht werden.

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Gefahren, die lauern, wenn Betriebsräte mit Veränderungsprojekten konfrontiert sind

AK-Consult betreut Betriebsräte in Veränderungsprojekten ihrer Unternehmen. Dabei stoßen sie immer wieder auf folgende Probleme:

  • Projektarbeit erhöht die Identifikation mit dem jeweiligen Thema. Betriebsräte laufen dadurch oft Gefahr, dass sie ihre Aufgabe – nämlich die Interessen der Belegschaft zu vertreten – aus den Augen verlieren.

  • In jedem Projekt werden „Spielregeln“ über den Informationsaustausch aufgestellt. So dürfen häufig keine Informationen aus dem Kreis des Projektteams hinausgehen. Dadurch wird den Betriebsräten oft der Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen abgeschnitten.

  • Mitgestalten bedeutet, genau zu wissen, wohin man will. Zu Beginn der Projektarbeit ist es für Betriebsräte oft schwierig, konkrete Vorstellungen über die Ergebnisse des Projektes zu erarbeiten.

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