Unternehmensberater

Auf der rastlosen Suche

nach Wettbewerbsfähigkeit, Rationalisierung und shareholder-value haben viele Betriebe Restrukturierungs- und Change-Management-Programme realisiert. Die Ziele sind dabei, sich an geänderte Umweltbedingungen anzupassen und fit für die Zukunft zu werden. Begleitet werden Unternehmen dabei vielfach von Beratungsfirmen. Daraus ergeben sich nicht nur für die Unternehmensleitung, sondern auch für den Betriebsrat folgende Fragen: mit welchen Beratungsansätzen und dahinterliegenden Menschenbildern kriegen wir es zu tun und was heißt das für Betrieb und MitarbeiterInnen - oder anders gefragt: welche erfolgskritischen Elemente für Unternehmensberatung gibt es und welche sind für ein jeweiliges Veränderungsprojekt ausschlaggebend?

AK-Consult unterstützt und begleitet Betriebsräte, die mit Unternehmensberatern konfrontiert sind.

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Klare Spielregeln vereinbaren

Bevor es an die Arbeit mit dem Unternehmensberater geht, sollte folgendes klargestellt werden:

  • Wie ist der BR in die Auswahl der Beraterfirma einbezogen?

  • Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat aus:
    • Welche Informationen werden ausgetauscht?
    • Trennung zwischen Konzeptarbeit und Entscheidung
    • Wie kommen Entscheidungen zustande?
    • In welchen Gremien sitzt der Betriebsrat?
    • Wer informiert über die getroffenen Entscheidungen?


  • Wie werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das Beratungsprojekt eingebunden?

    Wo kann sich der Betriebsrat Unterstützung holen?
zum Seitenanfang Checkliste: Voraussetzungen für erfolgreiche Arbeit im Beratungsprojekt

  • Die wichtigen Entscheidungsträger im Unternehmen und der Betriebsrat sind zur Mitwirkung bzw. zur Unterstützung des Beratungsprojektes bereit.

  • Es exisiert eine engagierte Kontaktperson, die die Rückkoppelung und die Abstimmung aller wichtigen Schritte sicherstellt.

  • Die Ziele und erhofften Ergebnisse sind allen Beteiligten klar.

  • Der beteiligte Personenkreis ist bestimmt und die Termine der Beratungsschritte und -phasen sind festgelegt.

  • Ängste können offen diskutiert und mögliche Risiken offen besprochen werden.

  • Zwischen Berater und Auftraggeber "stimmt die Chemie".
zum Seitenanfang Checkliste: Kriterien für die Beraterauswahl

  • Hat der Berater Branchenerfahrung?

  • Hat er vergleichbare Aufgabenstellungen erfolgrich bearbeitet?

  • Kann er Referenzen nachweisen?

  • Kann er qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stellen?

  • Ist er in der Lage, praxisgerechte Lösungen zu entwickeln?

  • Ist er an einer Zusammenarbeit auch wirklich interessiert?

  • Ist der Berater sensibel genug, um keine gravierenden Turbulenzen im Unternehmen auszulösen?

  • Fühlt er sich auch für die Umsetzung der Aufgaben verantwortlich?

  • Sind auch die Führungskräfte der Beratungsgesellschaft an der Projektarbeit aktiv beteiligt?

  • Machen die Berater und deren Büro einen seriösen Eindruck?

  • Sind die Gesprächspartner auf Anhieb symathisch?

  • Kennt man jene Berater, die am Projekt beteiligt sind, von Beginn der Arbeit an?

  • Hat der Berater die Aufgabenstellung richtig verstanden?

  • Ist die Kostenkalkulation der Beraterfirma seriös?

  • Geht aus dem Angebot die Beratungsleistung deutlich hervor?

  • Stehen die Kosten im angemessenen Verhältnis zur Leistung?
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Einige Gedanken zur Beteiligung des Betriebsrates an Beratungsprojekten

Durch die Beteiligung des Betriebsrates an Beratungsprojekten wird die tägliche Betriebsratsarbeit zu einem Prozeß der Beteiligung an der Organisationsentwicklung des Unternehmens, weg von der Stellungnahme zu Unternehmensvorschlägen und von der bloßen Anwendung von Gesetzen. Das heißt:

Defensive Schutzpolitik und reine Besitzstandsicherung
(z.B. Rationalisierungsschutz, Abgruppierungsschutz, Qualifikationssicherung, etc.) sind längerfristig nicht in der Lage, zu arbeitnehmerorientierten Lösungen zu kommen.

Daher ist es notwendig, sich aktiv an der Gestaltung der Neuerungen in Bereichen

  • der Arbeitsorganisation
  • der Arbeitsbedingungen
  • der Arbeitsbeziehungen

    zu beteiligen.
Die Chancen dafür sind aus zweierlei Gründen günstig: Erstens besteht über das "Wie" der Neugestaltung auch seitens der Unternehmungen in der Regel Unsicherheit bzw. Unprofessionalität: Veränderungen im Unternehmen setzen soziale Prozesse in Gang, die schwer plan- und steuerbar sind, was vielfach zu Akzeptanzproblemen, Ängsten, Widerständen aus dem Mittelmanagement führt. Zweitens ergibt sich im Zuge der Neugestaltung teilweise eine "neue Schnittmenge" zwischen Unternehmensinteressen und den Bedürfnissen der Beschäftigten, z.B.

  • hohes Qualifikationsniveau
  • Beteiligung bei der Arbeitsgestaltung
  • Identifikation mit der Arbeit.
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Unternehmensberatung - eine Branche, die boomt!

Betriebe, Organisationen und deren Mitarbeiter/-innen sind heute durch immer mehr Veränderungen herausgefordert, die wegen ihrer Komplexität nur noch schwer vorhersehbar und steuerbar sind. Unternehmensberatungen bieten in solchen Phasen Hilfe an.
Bei einem genaueren Blick auf diese Hilfe drängen sich jedoch einige Fragen auf. Einigkeit besteht lediglich darin, dass das Vorhandensein eines Problems konstitutiv für Unternehmensberatung ist. Ab hier scheiden sich die Geister.

  • Wer muss dieses Problem sehen?
  • Wer ist der Kunde?
  • Was ist/muss die Leistung des/der BeraterIn sein - Diagnose des Problems, Einbringen oder Erarbeitung der Lösung, Umsetzungsunterstützung?
  • Was sind die Erwartungshaltungen der Organisation und ihrer Mitglieder bei der Bearbeitung des Problems?
  • Was sind die vom Berater geforderten Anteile der Organisation am Problemlösungsprozess?
  • Wer ist Träger der Innovation - der Berater oder die Organisation mit ihren eigenen Ressourcen?

Eine boomende Branche mit vielen offenen Fragen.

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Neue Anforderungen an die Betriebsratsarbeit

Beratungsprojekte führen zu Neuerungen und Veränderungen im Unternehmen. Für die Betriebsräte bedeutet dies: aktive Mitgestaltung im Sinne der Belegschaft. Dafür ist es notwendig, genau zu wissen, was man will und wie das Gewollte umgesetzt werden kann. Aktiv Mitgestalten erfordert aber auch konzeptionelles Denken und das Denken in Alternativen - man muss für etwas sein. Dazu ist neben Fachwissen vor allem soziale Kompetenz nötig - also Konfliktfähigkeit, die Fähigkeit zur Arbeit in und mit Gruppen und auch die Fähigkeit, zu delegieren.

Der Betriebsrat muss hierfür seine Vertretungsrolle relativieren: Er ist weniger Stellvertreter der Belegschaft, sondern er ist vielmehr "Moderator von Beteiligungsprozessen" - d.h. er hat die Mitarbeit der Belegschaft an der Lösung ihrer Probleme zu organisieren. Dazu ist es wiederum notwendig, die Pluralität von Arbeitnehmerinteressen anzuerkennen

Auf dieser Grundlage geht es darum,

  • einen Interessenausgleich zwischen verschiedenen Beschäftigungsgruppen zu erreichen
  • gemeinsam Alternativen zu entwickeln
  • methodisch zu arbeiten (so wie die Beraterfirma)

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