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Gesundheitsausgaben niedrig

Obwohl es immer wieder heißt, dass unser Gesundheitssystem ineffizient und zu teuer sei, ist es weltweit das 9.-beste. Mehr als 70 % der Bevölkerung sind mit ihrer medizinischen Versorgung zufrieden, dieser Wert wird in der EU nur von Finnland geschlagen. In Großbritannien und Deutschland ist nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung zufrieden. Hinsichtlich seiner Gesundheitsausgaben gehört Österreich mit 7,4 % des BIP im Jahr 2001 zu den „günstigsten“ Ländern. Die USA haben mit 13,7 % das teuerste Gesundheitssystem, gefolgt von der Schweiz und Deutschland mit jeweils 10,4 %. Dieser Erfolg in Qualität und Effizienz resultiert vor allem aus der Konstruktion der Selbstverwaltung, in der die VertreterInnen der Betroffenen selbst die Verantwortung für das Gesundheitssystem tragen und die dafür nötigen Entscheidungen treffen.

Verwaltung effizient

Von den Ausgaben der österreichischen Krankenversicherungsträger im Ausmaß von 10,8 Mrd. Euro im Jahr 2002 entfallen nicht einmal 360 Mio. Euro auf die Verwaltung, das sind 3,3 %. In den amerikanischen Krankenhäusern fließen nach Abzug von Verwaltungsaufwand, Werbung und Dividenden nur 66 % der Ausgaben in die Versorgung der PatientInnen, in Deutschland sind es 88 %. Während etwa die OÖGKK rund 94 % ihrer Ausgaben für Versicherungsleistungen verwendet, sind es bei einer privaten österreichischen Krankenversicherung nur rund 72 %.

Finanzierungsperspektiven
Dass die Krankenversicherung mit Defiziten zu kämpfen hat, liegt am zurückbleibenden Wachstum der Löhne und der davon abhängigen Beiträge der Versicherten sowie an hohen Steigerungen bei den Ausgaben. Von 1997 bis 2002 sind die Ausgaben für Medikamente mit 51,5 % mehr als dreimal so stark gewachsen als die Beitragseinnahmen. Hätten sich in diesen Jahren die Beiträge im Gleichklang mit der gesamten Wirtschaft entwickelt, so wären um 342 Mio. € mehr an Einnahmen zur Verfügung gestanden. Maßnahmen wie Gesundheitsförderung, Prävention, ökonomische Verschreibweise, Senkung der Handelsspannen bei Medikamenten und eine an der gesamten Wertschöpfung orientierte solidarische Finanzierung bergen erhebliches Potential für ein auch künftig nachhaltiges Spitzen-Gesundheitssystem.

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