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Infrastruktur- und Dienstleistungsunternehmen  

Beispiel Post

Postdienste haben eine hohe soziale Bedeutung – besonders in abgelegeneren ländlichen Regionen - und sind auch maßgeblicher Wirtschaftsfaktor. In der EU werden jährlich 135 Milliarden Postsendungen zugestellt, 1,7 Millionen Menschen arbeiten im Postsektor. Die österreichische Post AG, die noch zu 100 % im Eigentum der ÖIAG steht, beschäftigt knapp 30.000 MitarbeiterInnen, die über 4 Mrd. Postsendungen pro Jahr erledigen und positive Betriebsergebnisse erwirtschaften. Die Qualität der österreichischen Postdienstleistungen ist hoch, 90 % aller Briefe werden innerhalb von 24 Stunden zugestellt.

Die Bundesregierung will das Unternehmen an einen „strategischen Partner“ verkaufen – besonderes Interesse hat die deutsche Post. Auch hier kommt durch die Abverkaufspolitik in Österreich ein sehr wichtiges Infrastruktur- und Dienstleistungsunternehmen des Landes in den Einflussbereich eines ebenfalls im öffentlichen Eigentum stehenden ausländischen Unternehmens. Die Post bietet Dienstleistungen für den Inlandsmarkt an, Vorteile eines Verkaufs sind nicht erkennbar.

Durch das EU-Liberalisierungsprogramm (stufenweise Liberalisierung bzw. vollständig geöffnete Postmärkte ab 2009) wird die Sicherung der flächendeckenden Versorgung immer schwieriger – insbesondere deren Finanzierung, weil private Anbieter Marktanteile bei den gewinnbringenden Geschäften wegnehmen. Private werden sich auf den lukrativen Bereich in den Ballungszentren konzentrieren, bei nur mäßig steigendem Postvolumen sind verstärkter Verdrängungswettbewerb und Rationalisierungsmaßnahmen verbunden mit massiven Personalabbau die Folgen.

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