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Forderungen der AK zur Schulreform

"Der Schulerfolg der österreichischen Kinder und Jugendlichen darf nicht davon abhängen, ob sie von den Eltern beim Lernen unterstützt werden können – unabhängig davon, ob sie selber mit den Kindern lernen oder für teure Nachhilfe zahlen müssen", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Er fordert grundlegende Reformen im Schulsystem – und zwar über einen Stufenplan:

1. Recht auf individuelle Förderung

Seit Jahren steigen die Nachhilfekosten, und gleichzeitig wird der Förderunterricht in den Schulen zurückgefahren. Die Arbeiterkammer will Förderung lernschwacher SchülerInnen im Rahmen der schulischen Nachmittagsbetreuung, individuelle Förderung der SchülerInnen im regulären Unterricht und stärkere Förderung von Kindern mit ungenügenden Sprachkenntnissen. Das Recht auf Förderung muss es zumindest für die Dauer der Pflichtschule geben. Im Rahmen von Kleingruppen können dann Lese- oder Rechenschwächen abgebaut werden. Gefördert werden sollen auch SchülerInnen, die besondere Begabungen haben.

2. Verpflichtendes Vorschuljahr

Bereits im letzten Jahr vor Schuleintritt sollen mögliche Schwächen der Kinder analysiert und ausgeglichen werden. Wichtig ist die Durchführung eines Testverfahrens, um mögliche Schwächen festzustellen, die dann in Förderkursen behoben werden. Erfahrungsgemäß geht es bei möglichen Schwächen nicht nur um einen mangelhafte Beherrschung der deutschen Sprache, sondern auch um Probleme beim räumlichen Denken oder im Bereich der Feinmotorik. In einem ersten Schritt sollen flexible Kooperationsmodelle zur individiellen Förderung mit fließendem Übergang in die erste Klasse Volksschule erprobt werden. Die Durchführung von Förderprogrammen soll ausgebildeten Pädagogen übertragen werden. Es soll nicht zu einer Verschulung kommen, das spielerische Moment muss im Vordergrund stehen. Das Vorschuljahr soll verpflichtend und gebührenfrei sein – wie es auch drei Viertel (72 Prozent) bei der Ifes-Befragung für die Arbeiterkammer wollen.

3. Recht auf ganztägige Schule

Ganztägige Betreuung in der Schule ermöglicht bessere Förderung von SchülerInnen, die "von Haus aus" mehr Unterstützung beim Lernen brauchen. Ganztägige Betreuung in der Schule wird überdies von der Mehrheit der berufstätigen Eltern (62 Prozent) bevorzugt, zeigte eine AK-Befragung bereits im Jahr 2003.

Die Arbeiterkammer will den schrittweisen Ausbau eines flächendeckenden Angebots an ganztägigen Schulen, beginnend mit der Volksschule. Der bedarfsgerechte Ausbau ganztägiger Schulen soll sich vorerst auf leicht erreichbare Standorte konzentrieren, zum Beispiel Bezirkshauptstädte.

4. Gemeinsame Schule bis 14

Um die Bildungschancen für alle zu verbessern, will die Arbeiterkammer auch die gemeinsame Schule für alle 6 bis 14-Jährigen. Hier hat es einen Meinungsumschwung der ÖsterreicherInnen gegeben – 54 Prozent sind für die gemeinsame Grundschule bis 14, zeigt die Ifes-Befragung für die Arbeiterkammer. Als erster Schritt sind pädagogische Hochschulen für eine gemeinsame Lehrerausbildung (Stufenlehrerkonzept) zu schaffen. Rasch sollen Schulversuche für gemeinsame Mittelstufen ohne prozentmäßige Begrenzung und ohne Vereinbarung mit dem Bund möglich sein. Die Eckpunkte dafür sollen in einem Rahmenmodell festgelegt werden. Notwendig sind auch ein durchmischter Lehrkörper (Hauptschul- und AHS-Lehrer) und Förderunterricht für Teilleistungsbegabte bzw Kinder mit Teilleistungsschwächen.

zurück Seite Seite 1 Wie beurteilen Österreicher/-innen das Schulsystem Ergebnisse der "PISA-Studie"
Forderungen der AK zur Schulreform


 Fachinformation 
PISA-Ergebnis ist unabhängig vom Zuwanderer-Anteil
Lernförderung an Schulen
 Download 
IFES Studie: "Zur Schulreformdebatte in Österreich" (Wien 2005, pdf/314 kb)
 Links 
Nachmittagsbetreuung in OÖ
PISA-Studie


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