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Angst und Angstbewältigung bei Umstrukturierungsprozessen  

Dr. Mauritius Lohmer (OSB-Organisationsberatung)

"1500 Arbeitsplätze sind bedroht" - Diese oder ähnliche Überschriften finden sich fast täglich in einer der überregionalen Tageszeitung. Umstrukturierungen bedeuten häufig Arbeitsplatzverlust und bedrohen die Existenz vieler Arbeitnehmer, seiner Familie, seiner Kinder. Da ist es kein Wunder, dass Umstrukturierungen nicht von Aufbruchstimmung, von Engagement, sondern vom Gegenteil, von Skepsis und Angst begleitet werden.

Gleichzeitig beklagen viele Menschen die Lähmung im eigenen Lande. Innovationen werden gefordert aber ein Reformstau wird erlebt. Wie hängen diese Beobachtungen zusammen? Die Verknüpfung wird schnell deutlich, wenn man die Wirkungsweise der Gefühle versteht. Sie sind "die Schaltstellen des Denkens". Gefühle beeinflussen die Wahrnehmung. Den Tunnelblick werden viele schon einmal erlebt haben. Das Denken kreist nur noch um ganz bestimmte Themen, um die Fragen, die mit diesen Emotionen, der Angst, der Sorge, der Unruhe verbunden sind. Descartes hatte nicht ganz Recht wenn er rief „cogito ergo sum“. Ohne Emotionen kein Denken. Gefühle beeinflussen die Richtung des Denkens und die Kraft des Handelns.

Das Thema der Angstbewältigung ist in Umstrukturierungen eine Kernaufgabe, die entscheidend den Ausgang und den Erfolg der Veränderung bestimmt. Für den Einzelnen als Betroffenen, für den Unternehmer, der auch in der neuen Struktur auf die Motivation seiner Mitarbeiter angewiesen ist und für die Arbeitnehmervertreter, die ihre Kollegen beraten und unterstützen sollen. Diese vielen verschiedenen Aufgaben gelingen nur, wenn adäquate Formen der Angstbewältigung eingesetzt werden. Häufig wir leider das Gegenteil erlebt, die destruktive Seite. Aus Unwissenheit, aus Unvermögen aber auch bewusst als politische Waffe.

Deshalb könnte es nützlich sein, im ersten Schritt die Wirkungszusammenhänge besser zu verstehen. Dazu soll ein Blick in die Psychologie Licht ins Dunkle bringen. Im zweiten Schritt sollen Handlungsmöglichkeiten der Angstbewältigung, sowohl auf der persönlichen wie auch auf der organisationalen Ebene gezeigt werden. Wie können Betroffene Gefühle der Angst spüren ohne überwältigt zu werden? Welche Formen der Angstbewältigung haben sich in Organisationen bewährt? Welche Möglichkeiten haben Arbeitnehmervertreter in ihrer Funktion, um ihre Kollegen in diesen schwierigen Phasen der Veränderungen zu unterstützen?


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