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Uni-Abschluss kein Garant für sicheren Arbeitsplatz  

20.09.2006
Mehr als 8.000 Menschen mit Uni-Abschluss sind derzeit offiziell arbeitslos gemeldet – bald doppelt so viele wie noch im Jahr 2000.

Zahl der arbeitslosen Akademiker seit 2000 verdoppelt

Die Dunkelziffer ist weitaus höher: Zu den beim Arbeitsmarkt-service (AMS) gemeldeten kommen jene, die direkt nach Studienende keinen Anspruch auf finanzielle Unterstützung haben und sich deshalb nicht beim AMS melden. Zudem wächst auch die „Generation Praktikum": prekäre Beschäftigungsverhältnisse statt zukunftsträchtiger Berufschancen. Die Ursachen: schlechte Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik sowie Defizite im Bildungsbereich, kritisiert die Arbeiterkammer Wien.

Die Arbeiterkammer fordert eine Arbeitsmarktpolitik, die gezielt auch auf den Berufseinstieg von Akademikern ausgerichtet ist, sowie Maßnahmen im Bildungsbereich, zum Beispiel verstärkte Studien- und Berufsinformationen an den Schulen. „Die Studierenden müssen an den Unis auch die Chance haben, Schlüsselqualifikationen für den Akademikerarbeitsmarkt zu erwerben, etwa Projekt bezogenes Arbeiten und Problemlösungskompetenz", fordert die AK.

Knapp drei Prozent der Akademiker sind arbeitslos

Zwar gilt noch immer die Faustregel: Je höher der Ausbildungsgrad, desto geringer das Risiko, arbeitslos zu sein. Die Arbeitslosenrate liegt bei AkademikerInnen bei knapp drei Prozent (Arbeitsmarkt insgesamt: über sieben Prozent). Aber: Auch die Arbeitslosigkeit von Menschen mit höchster Qualifikation ist seit dem Jahr 2000 markant gestiegen: Bei den Erwachsenen mit akademischer Ausbildung zwischen 25 und 44 Jahren hat sich die Zahl der Arbeit Suchenden zwischen 2000 und 2005 fast verdoppelt. Waren im Jahr 2000 im Schnitt noch rund 3.600 Personen Arbeit suchend, betrug die Zahl im Jahr 2005 bereits 6.900 (Jahresschnitt), dies entspricht einer Steigerung von 91 Prozent. Im August dieses Jahres waren sogar über 8.000 Akademiker arbeitslos gemeldet.

„Der Akademikerarbeitsmarkt existiert nicht abgekoppelt vom sonstigen Wirtschafts- und Politikgeschehen. Die Regierung hat gegen die schlechte Wirtschaftsentwicklung bisher einfach zu wenig getan", kritisiert die AK. Außerdem haben die bisherigen Einsparungen im Gesundheits- und Bildungswesen sowie in der Verwaltung, die längere Erwerbstätigkeit infolge der Pensionsreform oder die Auslagerung von IT-Arbeitsplätzen die Beschäftigungs-chancen von JungakademikerInnen verschlechtert. Im Gegensatz dazu hätten Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Änderung des Krankenanstaltenarbeitszeitgesetzes oder ein intensiverer Einsatz von Pädagogen und Psychologen im Schulbereich, sicherlich positive Effekte.

 AK Forderung 
Eine Wirtschaftspolitik, die Arbeitsplätze schafft!


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