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Gewinne der ATX Unternehmen explodieren – jetzt wollen die Arbeitnehmer ihren Anteil!  

28.08.2007
Die Gewinne der ATX Konzerne steigen weiter rasant. Das zeigt eine aktuelle AK Untersuchung aller ATX Unternehmen auf Basis der veröffentlichten Quartals- bzw Halbjahresberichte 2007.

Die meisten ATX Unternehmen weisen dabei zweistellige Zuwachsraten auf. Uniqua, Raiffeisen International, Andritz, Voestalpine, Wienerberger, Zumtobel oder Atec haben etwa Zuwachsraten jenseits der 40 Prozent Marke.

Im Durchschnitt steigen die Gewinne gemessen am Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im ersten Halbjahr um 32,7 Prozent. "Bisher profitieren von diesem Wachstum nur die Aktionäre und Manager", sagt Direktor Werner Muhm von der Wiener Arbeiterkammer, "jetzt fordern auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren gerechten Anteil an diesem Wachstum." Denn die letzten geprüften, aktuellen Jahresabschlüsse zeigen: Dem Gewinnplus von 29 Prozent für 2006 und den um 14 Prozent gestiegenen Vorstandsgagen steht beim Personalaufwand ein Minus von einem Prozent gegenüber.

Steuerleistungen werden immer geringer

Auch die Steuerleistungen werden immer geringer, der effektive Steuersatz ist 2006 um weitere 2 Prozentpunkte gesunken. Für die Aktionäre werden gleichzeitig jedoch um 43 Prozent höhere Bilanzgewinne zur Ausschüttung zur Verfügung gestellt. Muhm: "Die Schieflage wird immer größer. Damit die Arbeitnehmer auch endlich vom Wachstum profitieren können, brauchen sie nachhaltige Lohnsteigerungen und eine wirkliche Entlastung bei der nächsten Steuerreform."


Zum Zeitpunkt der Auswertung sind folgende Unternehmen im ATX notiert: A-tec Industries, Andritz, BWIN, Böhler-Uddeholm, Erste Bank, EVN, Flughafen Wien, Intercell, Mayer-Melnhof Karton, Österreichische Post, OMV, Raiffeisen International, RHI, Telekom Austria, UNIQA, Verbund, Voest Alpine, Wr. Städtische, Wienerberger und Zumtobel. In die Auswertung der Halbjahresberichte und Quartalsberichte wurden die letzten aktuellen verfügbaren Berichte einbezogen.

Gewinne steigen 2007 um durchschnittlich 33 Prozent
  • Die Gewinne der ATX Unternehmen steigen um durchschnittlich 32,7 Prozent.
  • Bis auf EVN, Telekom Austria und Intercell weisen alle anderen ATX-Unternehmen steigende Gewinne auf, das sind 85 Prozent aller ATX Unternehmen;
  • Die Gewinnsteigerungen setzen auf sehr hohem Niveau an, nachdem bereits 2005 und 2006 Rekordgewinne erzielt worden sind.

Gewinne sind ungleich verteilt

Die Verteilung der Gewinne erfolgt jedoch einseitig. Die letzten veröffentlichten Jahresabschlüsse (aus 2006) zeigt eine markante Schieflage: Die Aktionäre bekommen höhere Dividenden, die Vorstände profitieren von noch höheren Gagen. Auf der anderen Seite sind rückläufige Personalaufwendungen und im Verhältnis zu den Rekordgewinnen anteilsmäßig sinkende Steuerleistungen der Unternehmen zu verbuchen.

  • Insgesamt wurden 2006 von den ATX Unternehmen 2,1 Milliarden Euro als Dividende geplant. Das ist ein Plus von 43 Prozent.
  • Die Vorstandsgagen pro Kopf sind 2006 um 14 Prozent auf 1.133.000 Euro gestiegen.
  • Der Anstieg der Beschäftigten um elf Prozent ist hauptsächlich auf Zukäufe im Ausland zurückzuführen, wie zum Beispiel A-TEC Industries in Tschechien und Deutschland (plus 30 Prozent); EVN in Bulgarien und Mazedonien (plus 50 Prozent), Raiffeisen International in Russland und Tschechien (plus 72 Prozent). Ein Rückgang der MitarbeiterInnen ist bei der Österreichischen Post (minus drei Prozent in Österreich) und bei der OMV in Rumänien (minus 19 Prozent) festzustellen.
  • Der Personalaufwand pro Kopf der ATX Unternehmen ist 2006 im Schnitt um ein Prozent zurückgegangen. Ein Grund für diesen Rückgang ist der stärkere Zuwachs an Mitarbeiter/-innen in Ländern mit niedrigerem Lohnniveau als in Österreich.
  • Der durchschnittliche Steuersatz (in Prozent des EGT) ist 2006 um zwei Prozentpunkte auf 21,18 Prozent zurückgegangen.

 Download 
Die Ergebnisse der Untersuchung im Detail (pdf/16 kb)


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