ISW-Veranstaltung im BFI Linz: Soziales Europa im Mittelpunkt
Heute findet im BFI Linz eine Tagung des Instituts für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (ISW) zum Thema "Armes reiches Europa? Gegenwart und Zukunft der Arbeitswelt" statt. Neben AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und dem stellvertretenden Direktor der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, Dr. Willy Buschak, diskutieren eine Reihe anderer Experten aus Österreich und Deutschland Wege zu einer sozialen Arbeitswelt in Europa.
Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich zeigt sich anhand der verfügbaren Geldmittel und in neuen Formen der Erwerbsarbeit, die für viele Menschen Unsicherheit, Ausgrenzung und nur geringfügige Einkommen bringen. "Scheinselbstständigkeit", "Working Poor" und "Generation Praktikum" sind moderne Begriffe, welche trotz blühender Wirtschaft die oft harte Wirklichkeit der Arbeitswelt von heute beschreiben. Vor allem Frauen sind häufig unfreiwillig nur auf Teilzeitbasis beschäftigt.
Brisante Themen stehen im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt der ISW-Veranstaltung steht eine Fülle von brisanten Fragen: Wie entwickelt sich die Arbeitswelt in Österreich und Europa? Was bedeuten diese Trends für den Einzelnen und die Gesellschaft? Wie kann die Abnahme regulärer Arbeitsverhältnisse bzw. eine Atypisierung und Prekarisierung verhindert werden? Wie kann einem "Wettlauf nach unten" bei Arbeits- und Sozialstandards und Lohnniveaus entgegen gewirkt werden? Was sind die Antworten der Arbeitnehmervertretung auf diese Herausforderungen? Welche Konzepte bieten alternative politische Ansätze, um Arbeitnehmerinteressen durchzusetzen?
Anteil am Wirtschaftswachstum auch für Arbeitnehmer/-innen
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Es gilt jetzt, die seit Jahren laufende Umverteilung zulasten der Lohneinkommen zu beenden. Den Arbeitnehmer/-innen soll endlich der Anteil am Wirtschaftswachstum zukommen, der ihnen auch zusteht." Dazu müssen zum einen die Rahmenbedingungen im Bereich der europäischen Wirtschaftspolitik stimmen: Rücksichtnahme der EZB-Politik auf Wachstum und Beschäftigung, Erhöhung des budgetären Spielraums für öffentliche Investitionen, Sicherung der öffentlichen Dienstleistungen sowie effektive Maßnahmen gegen das Steuer- und Sozialdumping. Die Schaffung und der Erhalt qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze mit voller arbeits- und sozialrechtlicher Absicherung muss auch in Zukunft ein zentrales Ziel der Politik sein.
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