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Modellversuche "Neue Mittelschule"
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Ab dem Schuljahr 2008/2009 werden die Modellversuche "Neue Mittelschule" in einzelnen Bundesländern realisiert. In fünf Bundesländern wurden Modellregionen definiert – in Oberösterreich wird im Herbst 2008 ein Modellprojekt anlaufen (Kooperation der Hauptschule "Europaschule" mit der Bundesanstalt für Kindergartenpädagogik).
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| Stoßrichtung der Modellversuche ist die Ermöglichung und Erprobung eines individualisierten Unterrichts aller 10- bis 14-Jährigen auf breiter und rechtlich gesicherter Basis. Die Arbeitsphasen in den Pilotschulen sollen den Durchlauf der 5. bis 8. Schulstufe umfassen. Die Konzepte für die jeweiligen Modellversuche werden in Abstimmung mit dem Landesschulrat entwickelt. |
| Nähere Ausführungen zu den Modellregionen und zu den Projektkriterien finden Sie unter www.bmukk.gv.at |
| Es können jedes Schuljahr neue Modellschulen dazu kommen, letztmalig jedoch im Schuljahr 2011/12. Am jeweiligen Standort bedarf es der Zustimmung der Eltern und Lehrpersonen (jeweils 2/3-Mehrheit!). |
Kompromisslösung
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| Die anlaufenden Modellversuche stellen einen realpolitischen Kompromiss dar. Ein Konzept für eine flächendeckende Einführung einer gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen, fußend auf einem tiefgreifend erneuerten pädagogischen Fundament, war nicht mehrheitsfähig. Auch eine "kleinere" Variante, dass in ausgewählten Gebieten auf eine gemeinsame Schule umgestellt wird, stieß auf heftigen politischen Widerstand einzelner Gruppierungen. Letztlich war nur eine Einigung auf Ebene von Schulversuchen möglich. |
Chance auf erfolgreiche Entwicklung
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| Die beschlossene Umsetzungsvariante bietet dennoch gewisse Chancen, denn die Projektschulen müssen bestimmte Entwicklungsarbeiten leisten: zum Beispiel im Hinblick auf Differenzierungsformen des Unterrichts je nach Gegenstand, Altersstufe, Zusammensetzung der Schüler/-innen und Lernstoff. Detailübersicht zu den erforderlichen Aspekten von Entwicklungsarbeit unter www.bmukk.gv.at. |
Mindestvoraussetzungen für Projektschulen
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Vor allem gibt es bestimmte Mindestvoraussetzungen für Projektschulen: zum Beispiel sollen Gymnasium und Hauptschule mit einem gemeinsamen Einzugsgebiet der Schüler/-innen eng kooperieren, wobei die Schüler/-innen grundsätzlich jede der beteiligten Schulen besuchen können (ohne Aufnahmebarrieren, soweit die Ressourcen ausreichen).
Weiters sollen AHS-/BHS- und Hauptschullehrer/-innen an allen beteiligten Standorten unterrichten, wobei der Unterricht in gemischten Gruppen (keine äußere Trennung in Leistungskurse etc.) stattfinden soll oder in zeitlich befristeten Kleingruppen (Förderkurse, offenes Lernen, Projektarbeit), Methodenvielfalt wird selbstverständlich. Details dazu unter www.bmukk.gv.at. |
In mindestens fünf Entwicklungsfeldern
- z.B. nachhaltige Individualisierung des Unterrichts,
- motivierende Formen der Lernerfolgsrückmeldung,
- Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen wie Begabungen, Interessen, Motivationen,
- alternative Zeitorganisation – Auflösung des 50-Minuten-Rhythmus,
- gezielte Angebote zur Förderung der Kreativität
- oder Ganztagsangebote
sind die Schulen verpflichtet, "wissenschaftlich begleitete und unterstützte Entwicklungsarbeit zu leisten und deren Ergebnisse für den Entwicklungsprozess zur Neuen Mittelschule verfügbar zu machen" (Zitat BMUKK).
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AK-Kommentar
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Wenn es gelingt, diese Ansprüche in den Schulalltag zu übertragen, wäre am Ende durchaus ein wichtiger Schritt zur Sicherung einer hohen Unterrichtsqualität getan. Wesentlich wird dabei natürlich die Größe des verfügbaren Budgets sein.
Es besteht aber natürlich auch die Gefahr, auf diese Art aus einem zweigliedrigen ein dreigliedriges System von Schulen für 10- bis 14-Jährige zu etablieren. In Deutschland wurden diesbezüglich nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht. |
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