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Neues AK-Schwarzbuch zeigt Arbeitsrechtsverletzungen auf  

04.03.2008
Nach wie vor verletzen viele Unternehmen das Arbeitsrecht. Das belegt die AK Oberösterreich mit einer brisanten Dokumentation: dem zweiten Schwarzbuch Arbeitswelt. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und AK-Direktor-Stellvertreter Franz Molterer MAS stellten bei einer Pressekonferenz dieses Schwarzbuch vor, das wieder konkrete Fälle schildert und damit Bewusstsein schaffen will.

"Trotz der derzeit guten Wirtschaftslage werden die Rechte der Beschäftigten oft verletzt. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass die Arbeiterkammer diese Rechte wirksam und kostenlos schützt", betont der AK-Präsident.

Die Arbeitsrechtsexpertinnen und –experten der AK haben allein im Jahr 2007 rund 220.000 Beratungen geleistet. Transport, Handel, Gastronomie, Reinigung und Arbeitskräfteüberlassung waren die am häufigsten aufscheinenden Branchen.

43 Millionen Euro erkämpft

"Mit kompetenter Rechtsberatung ist es aber nicht immer getan. Denn es gibt Unternehmen, die auch die Erfüllung eindeutiger Arbeitnehmeransprüche verweigern", sagt AK-Präsident Kalliauer. Im Vorjahr hat die AK Oberösterreich ihre Mitglieder deshalb in mehr als 16.000 Fällen kostenlos vertreten. Der Erfolg kann sich sehen lassen: 86,2 Prozent der strittigen Ansprüche wurden schließlich durchgesetzt. In Geld ausgedrückt hat die AK den von ihr arbeitsrechtlich Vertretenen 2007 rund 43 Millionen Euro verschafft.

Alle diese Zahlen machen deutlich, dass viele Unternehmen geltende Gesetze und Verträge nicht immer einhalten. Das neue Schwarzbuch dokumentiert wieder eine Reihe aktueller Fälle. Sein Ziel ist die Bewusstseinsbildung. "Wer die Rechte von Beschäftigten verletzt, handelt verantwortungslos, weil er wirtschaftlich Abhängigen Schaden zufügt. Schaden, der manchmal sogar Existenzen gefährdet", stellt Kalliauer fest.

Nicht nur "schwarze Schafe"

Das erste AK-Schwarzbuch ist im Februar 2006 erschienen. Die allermeisten Reaktionen darauf waren positiv. Die Wirtschaftskammer Oberösterreich erhob den unzutreffenden Vorwurf, durch das Schwarzbuch würden alle Unternehmen als Rechtsbrecher dargestellt. Tatsächlich hat die AK ein solches Pauschalurteil immer ausdrücklich abgelehnt. Angesichts der obigen Zahlen wäre es aber auch falsch, nur von wenigen "schwarzen Schafen" zu sprechen. Im Übrigen sollte die Wirtschaftskammer das Aufzeigen von Arbeitsrechtsverletzungen begrüßen, weil diese Wettbewerbsverzerrungen und damit Nachteile für die vielen korrekt handelnden Unternehmen zur Folge haben.

Das vorliegende Schwarzbuch ist wieder in zwei Teile gegliedert: Im ersten sind jene zehn Unternehmen aufgelistet, die während der letzten drei Jahre die Arbeitsrechtsexpertinnen und -experten der AK Oberösterreich am meisten beschäftigt haben. Im zweiten Teil werden mehr als sechzig Fälle aus allen Teilen unseres Bundeslandes geschildert.



Reaktionen auf das Schwarzbuch Arbeitswelt

Das neue Schwarzbuch Arbeitswelt hat wieder zu zahlreichen Reaktionen geführt. Die meisten dieser Reaktionen waren positiv. Eines von jenen zehn Unternehmen, die im Schwarzbuch namentlich genannt werden, hat kurz nach dessen Veröffentlichung das Gespräch mit der Arbeiterkammer Oberösterreich gesucht. Dieses Unternehmen ist die Reinigungsfirma ISS Facility Services GmbH. Das Gespräch zwischen der Firmenleitung und der AK ist sehr konstruktiv verlaufen. ISS hat eine Reihe von Maßnahmen im Sinne der Beschäftigten zugesagt. Unter anderem wird künftig auf die genaue Einhaltung des Arbeitsrechts geachtet werden. Die AK begrüßt diese erfreuliche Entwicklung.

Schwarzbuch Arbeitswelt zum Herunterladen (pdf/1236 kb)


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