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Mehr und bessere Jobs mit der Lissabon-Strategie?  

Bis 2010 sollte die EU zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden - einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen“. So lautete der Beschluss der Staats- und Regierungschefs im März 2000 in Lissabon.

In vielen Politikbereichen wurden konkrete Ziele für die gesamte EU vereinbart:

  • Eine Gesamtbeschäftigungsquote von 70 %
  • Eine Frauenbeschäftigungsquote von 60 %
  • Eine Beschäftigungsquote Älterer von 50 %
  • Alterssicherung: Erhöhung des durchschnittlichen Ruhestandsalters bis 2010 um fünf Jahre
  • Kinderbetreuung für 90 % der Kinder ab drei und 33 % der Kinder unter drei Jahren
  • Senkung der Schulabbrecherquote auf 10 %
  • Erhöhung der Teilnahmequote an Weiterbildungsmaßnahmen auf 12,5 %
  • deutliche Steigerung der Pro-Kopf-Ausgaben für Aus- und Weiterbildung
  • Reduzierung der Zahl der von Armut bedrohten Menschen
    Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3 % des BIP

Kritik am Beitrag Österreichs

Zur Gesamtzielerreichung sollten alle Mitgliedsländer einen Beitrag entsprechend ihrem Entwicklungsniveau leisten. Dazu wurden pro Land eigene Ziele vereinbart. Die EU-Kommission kritisiert, dass Österreich mit Deutschland, Belgien und Dänemark zu jenen Ländern gehört, die die geringsten Beiträge zur Erreichung der Gesamtbeschäftigungsquote der EU gemacht haben.

  • Österreich verpflichtete sich, bis 2010 die Gesamtbeschäftigungsquote auf 73,2 % und die Frauenbeschäftigungsquote auf 66,8 % anzuheben. Die Gesamterwerbsquote beträgt derzeit in Österreich 69 %, die Frauenerwerbsquote liegt bei 61,7 %.
  • Die Erwerbsquote der 55-64 Jährigen liegt bei ca. 30,1 % und verfehlt das Ziel der Lissabon-Strategie von 50 % weit.
  • Österreich zählt europaweit zu den Ländern mit dem größten Handlungsbedarf bei der Betreuungsquote von Kindern bis 3 Jahre. Derzeit liegt die Betreuungsquote in dieser Altersgruppe nur bei knapp 9 % (Statistik Austria 2002), in Oberösterreich gar nur bei 5,6 %.
  • Der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung beträgt in Österreich 2,2 % anstatt der geforderten 3 %.
  • Das Wirtschaftswachstum ist in Österreich im EU-Durchschnitt, die Arbeitslosigkeit tendenziell steigend.

Forderungen der AK

Die ehrgeizigen Ziele der Lissabon-Strategie können nur erreicht werden, wenn eine entsprechende Wachstumspolitik betrieben wird:

  • Ein europäisches Zukunftsinvestitionsprogramm
  • Eine weitergehende Reform des Stabilitäts- und Wachstumspaktes
  • Ablehnung der EU-Dienstleistungsrichtlinie
  • Die Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge
  • Stärkung der Kaufkraft der Bürger/-innen
  • Stopp dem Steuerwettlauf in der EU, Sicherung der Finanzkraft öffentlicher Haushalte.

 Links 
Arbeit & Wirtschaft 2/05 Artikel: Europa muss die Arbeitslosigkeit gemeinsam bekämpfen


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