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Rund 144.000 Menschen in Oberösterreich armutsgefährdet  

20.03.2008
Die jüngsten Zahlen zum Thema Armut sind erschreckend: Aktuell sind in Oberösterreich 144.000 Menschen armutsgefährdet. Die Arbeiterkammer fordert deshalb die rasche Umsetzung einer existenzsichernden Mindestsicherung sowie ein Vorziehen der Steuerreform mit einer kräftigen Entlastung vor allem der kleinen Einkommen.

Laut aktueller Armutsstatistik (Statistik Austria, EU SILC 2006) sind 10 Prozent der oberösterreichischen Bevölkerung armutsgefährdet. Von Armutsgefährdung spricht man, wenn ein Haushalt über weniger als 60 Prozent des gewichteten Medianeinkommens (die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger) verfügt. Im Jahr 2006 lag diese Armutsgefährdungsschwelle bei 893 Euro im Monat, zwölfmal im Jahr.

Arm sein in Oberösterreich heißt besonders arm sein

Oberösterreich liegt zwar beim Anteil der Armutsgefährdeten an der Bevölkerung unter dem Österreich-Schnitt, wer allerdings hierzulande arm ist, hat besonders wenig: Oberösterreichische Arme haben im Median nur 732 Euro monatlich zur Verfügung, im Österreich-Schnitt liegt der vergleichbare Wert bei 759 Euro.

Hohe Armutsgefährdung, wenn die Frau nicht erwerbstätig ist

Besonders von Armut betroffen sind Alleinerziehende (meist Frauen) und Familien mit Kindern, speziell dann, wenn die Frau nicht erwerbstätig ist. Auch Migranten/-innen sowie Langzeitarbeitslose sind einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt. Generell sind Frauen besonders stark von Armut betroffen.

Mindestsicherung muss existenzsichernd sein

"Es ist beschämend, dass in Zeiten der Hochkonjunktur die Armut ein solches Niveau erreicht. Die von der Regierung geplante bedarfsorientierte Mindestsicherung muss existenzsichernd sein, und sie muss rasch umgesetzt werden", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Nötig sei auch ein Vorziehen der Steuerreform, um vor allem die kleinen Einkommen zu entlasten. "Und auch bei der Arbeitslosenversicherung müssen weitere mindestsichernde Elemente eingeführt werden. Notwendig ist eine höhere Nettoersatzrate und eine Wertsicherung bei Arbeitslosengeld und Notstandshilfe", so Kalliauer.

Wichtig ist auch, dass die Betreuung der arbeitsfähigen Sozialhilfebezieher/-innen im sogenannten One-Stop-Shop beim AMS angesiedelt wird. Das hat den Vorteil, dass der Gang zum Sozialamt nicht mehr notwendig ist, wenn etwa zusätzlich zur Notstandshilfe Sozialhilfe nötig wird. Auch der Zugang zu arbeitsmarktpolitischer Unterstützung wird für die Bezieher/-innen der Mindestsicherung dadurch ermöglicht. Dafür sind beim AMS zeitgerecht personelle und budgetäre Vorkehrungen zu treffen, aber auch bedarfsgerechte arbeitsmarktpolitische Aktivitäten sind notwendig.

AK-Frauenmonitor liefert mehr zum Thema Armut

Mehr Zahlen, Daten und Fakten zum Thema Armut finden Sie im AK-Frauenmonitor. Der Frauenmonitor kann auch beim AK-Frauenbüro, Tel. 050/6906 – 2142 DW, E-Mail: frauen@akooe.at, bestellt werden.


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