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Günstige Anfangszinsen bei Bauspardarlehen aber: Belastungen können deutlich steigen!  

01.04.2008
Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat Angebote für Bauspardarlehen ohne Eigenmittel (Sofortdarlehen) verglichen. Die dabei gebotenen Zinssätze für den Zwischenfinanzierungszeitraum klingen zwar äußerst verlockend, aber aus keinem der Angebote geht klar hervor, mit welchem Zinssatz und welcher Rate aufgrund der heutigen Marktlage beim anschließenden Bauspardarlehen tatsächlich zu rechnen ist.
Um Lockangebote zu verhindern, muss nach Meinung der AK-Experten ein Finanzierungsangebot auf Basis des aktuellen Zinsniveaus erstellt werden und nicht auf Basis der Zinssatzuntergrenze.


In Österreich gibt es vier Bausparkassen, die mit unterschiedlichen Angeboten werben. Für die Kunden/-innen ist es meist nur schwer nachvollziehbar, wer das beste Angebot hat. Deshalb hat die Arbeiterkammer Oberösterreich Angebote für ein Bauspardarlehen ohne Eigenmittel in Höhe von € 100.000 Euro bei einer Laufzeit von 20 Jahren bei allen vier Anbietern (ABV, Raiffeisen, S-Bausparkasse und Wüstenrot) eingeholt und verglichen.

Bei Bauspardarlehen ohne Eigenmittel werden den Konsumenten/-innen die fehlenden Eigenmittel (30 Prozent der Vertragssumme bzw. 50 Prozent der gewünschten Darlehenssumme) vorfinanziert. Die Zuteilung des eigentlichen Bauspardarlehens erfolgt nach einer Mindestwartefrist von 18 Monaten. Die aktuell angebotenen Fixzinssätze für diese Zwischenfinanzierungszeit liegen bei 1,9 Prozent bei Wüstenrot, 2,625 Prozent bei ABV und 3,2 Prozent bei Raiffeisen und S-Bausparkasse. Wüstenrot und ABV verrechnen zusätzlich noch einen Kapitalbeschaffungsbeitrag von einem Prozent pro Jahr.

Modellrechnung Bauspardarlehnen ohne Eigenmittel (Sofortfinanzierung) pdf/34 kb

Um die Attraktivität eines Angebotes abschätzen zu können, ist jedoch maßgeblich, welcher Zinssatz im Anschluss an die Zwischenfinanzierung berücksichtigt wird. ABV und S-Bausparkasse rechnen in ihren Angeboten mit der – derzeit eher unrealistischen – Zinssatzuntergrenze von drei 3 Prozent, Wüstenrot mit 2,9 Prozent. Raiffeisen verwendet einen Durchschnittszinssatz von 4 Prozent.

Erhebung Bauspardarlehen ohne Eigenmittel (Sofortfinanzierung) pdf/43 kb

Um die großen Unterschiede für Darlehensnehmer/-innen zu zeigen, haben wir die Angebote neu berechnet. Als Zinssatz nach der Fixzinsphase wurde der verwendet, der sich laut den erhobenen Angeboten ergab: Der aktuelle nominale Darlehens-Zinssatz wäre demnach bei der S-Bausparkasse mit 5,5 Prozent am niedrigsten, ABV folgt mit 5,75 Prozent. Raiffeisen und Wüstenrot haben den maximalen Zinssatz von sechs Prozent. Die Gesamtbelastung liegt durchschnittlich um 30.000 Euro über den „optimistischen“ Kalkulationen der Bausparkassen. Das günstigste Angebot der S-Bausparkasse liegt bei der Gesamtbelastung um 5.250 Euro unter dem höchsten Angebot der Raiffeisen Bausparkasse.

Vergleich Bauspardarlehen ohne Eigenmittel (Sofortfinanzierung) pdf/41 kb)

Damit Konsumenten/-innen auf einen Blick Kreditangebote vergleichen können, ist gesetzlich die Angabe des effektiven Jahreszinssatzes und der Gesamtbelastung vorgeschrieben. Die uns vorliegenden Angebote weisen das nur für den günstigsten Fall aus (Annahme eines durchgehend sehr niedrigen Zinsniveaus für die nächsten 18,5 Jahre) und bilden die aktuellen Verhältnisse nicht ab – ein fairer Vergleich ist für Konsumenten/-innen somit nicht möglich!

Positiv anzumerken ist aber, dass bei Wüstenrot und der S-Bausparkasse die monatlichen Belastungen bei Zugrundelegung der Zinssatzobergrenze von sechs Prozent angegeben wurden und die ABV ein separates Angebot mit maximaler Belastung beigelegt hat. Nur bei Raiffeisen fehlten diese Informationen.

Der AK-Tipp:

  • Lassen Sie sich zwei Angebote erstellen: Eines mit dem maximalen Zinssatz von sechs Prozent, damit Sie wissen was an maximaler monatlicher Rate auf Sie zukommen kann und eines mit dem variablen Zinssatz aufgrund des heutigen Zinsniveaus, damit Sie eine realistische Einschätzung der Zinsen bekommen.

  • Vereinbaren Sie die Möglichkeit für Sondertilgungen und verhandeln Sie über Zinsen, Spesen und Gebühren.

  • Verwenden Sie bei Bedarf bestehende Ablebensversicherungen statt neue Produkte abzuschließen.


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