Wenn Nudeln zum Luxus werden: AK fordert Maßnahmen gegen explodierende Lebensmittel- und Treibstoffpreise

Der Preis für Teigwaren ist innerhalb eines Jahres um 39 Prozent gestiegen. Käse wurde um 21 Prozent, Milch um 14 Prozent teurer. Alles nur eine Folge der gestiegenen Rohstoffpreise? Oder heizen Trittbrettfahrer die Inflation noch weiter an? Was tun gegen die explodierenden Lebensmittel- und Treibstoffpreise? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Wirtschaftsausschuss der Arbeiterkammer Oberösterreich.

Das starke Nachfragewachstum in Ländern wie China oder Indien, die weltweit zunehmende Nutzung von Anbauflächen für Agroenergie, aber auch Spekulationen auf weitere Verknappungen beim Lebensmittelangebot haben die Preise für Agrarrohstoffe in die Höhe getrieben. Weizen, Futtergerste, Sojabohnen und in der Folge auch Reis wurden erheblich teurer.

Preiskontrolle gefordert

Doch die Rohstoffkostenanteile bei den Lebensmitteln sind zu gering, um als alleinige Erklärung für die hohen Preissteigerungen herzuhalten. Die Arbeiterkammer hat industriell gefertigte Markenware bei Diskontern in Deutschland und Österreich verglichen und hohe Preisunterschiede festgestellt. In Österreich waren die verglichenen Produkte um bis zu 21,7 Prozent teurer – mehrwertsteuerbereinigt!

„Die Bundeswettbewerbsbehörde muss deshalb aktiv werden und die Preiserhöhungen im Lebensmittelhandel überprüfen. Als ersten Schritt muss es ein Wettbewerbsmonitoring geben“, fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Agrosprit ist Klimaschwindel

Ähnlich verhält es sich bei den Treibstoffen. Gegen den historischen Höchststand beim Rohölpreis ist die heimische Politik machtlos. Gegen die zusätzlich preistreibende verpflichtende Beimischung von Agrosprit gibt es allerdings ein wirksames Mittel: Sofort abschaffen! Eine Studie der Arbeiterkammer hat gezeigt, dass Energieeinsparungen etwa durch Altbausanierung, Fernwärmeausbau oder durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs die Umwelt nachhaltiger entlasten.

Die AK fordert auch eine rasche und kräftige Steuersenkung für die Bezieher/-innen kleiner und mittlerer Einkommen, weil diese von den Preissteigerungen bei den Lebensmitteln überproportional betroffen sind.

Ganz konkrete Möglichkeiten, das Haushaltsbudget zu entlasten, gibt es übrigens auf www.ak-konsumenten.info : Mit den Preisvergleichen und Tarifrechnern der AK-Konsumenteninformation können bisher ungeahnte Sparpotenziale entdeckt werden. So kann etwa ein Wechsel des Stromversorgers bis zu knapp 150 Euro im Jahr bringen, bei der Kfz-Versicherung sind Einsparungen bis zu beinahe 190 Euro im Jahr drin.