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Der AK-Kunstpreis 2008 geht an Eva Marschik und Sinisa Vidovic  

27.06.2008
Mag.a Eva Marschik und Mag. Sinisa Vidovic erhielten heuer den mit je 1.500 Euro dotierten Kunstpreis der oberösterreichischen Arbeiterkammer. AK-Vorstandsmitglied Dr. Erich Gumplmaier überreichte die Preise heute im Rahmen einer Sponsionsfeier im Audimax der Kunstuniversität Linz.

Der AK-Kunstpreis wird seit dem Jahr 2000 einmal jährlich verliehen und soll Studierende der Linzer Kunstuniversität anregen, sich im Rahmen ihrer Diplomarbeiten künstlerisch mit gegenwärtigen und künftigen Arbeitswelten auseinander zu setzen.

Mag.a Eva Marschik erhielt den Kunstpreis für ihre Diplomarbeit "Überlebensgroß". In einem "Recyclingprozess" hat die Künstlerin kleine Zeitungsschnipsel gesammelt, auf denen Hände abgebildet sind und diese stark vergrößert mit Farbstiften gezeichnet. Dabei fokussierte sie bewusst auf die ausgeführten Tätigkeiten der Personen: die sterile Arbeit mit Instrumenten, das Zusammensein mit Tieren, das Hantieren mit Geld oder am Auto. Die Personen bleiben anonym, sind durch die Hände ganz auf ihre Arbeit, auf ihre Tätigkeit konzentriert.

"Die Hände ermöglichen uns, unserer Tätigkeit nachzugehen, das zu machen, was uns letztendlich ausmacht. (...) Mit unseren Händen begreifen wir die Welt", beschreibt die Künstlerin ihre Motivation für diese Arbeit.

Der bosnische Künstler und ausgebildete Restaurantfachmann Sinisa Vidovic wurde für seinen 15-minütigen Kurz-Spielfilm "Vater Morgana" ausgezeichnet. Vidovic, selbst ein Gastarbeiterkind der dritten Generation, zeichnet darin ein sensibles Bild der Lebenssituation ausländischer Pensionisten, die sich im Linzer Volksgarten zum Schachspiel treffen. Nach einem langen Arbeitsleben in Österreich müssen sie eine Entscheidung treffen, wo sie ihren Ruhestand verbringen möchten: hier, wo sie lange gelebt und gearbeitet haben oder dort, wo sie geboren und aufgewachsen aber mittlerweile fremd und entwurzelt sind.

"Warum sind sie noch hier? Wo ist ihre Heimat? Wie gehen sie mit Integration um? (...) Ich versuche, mit diesem Projekt viele Fragen zu stellen und die Antworten im Raum zu lassen", schreibt Vidovic über seinen Film, den er mit Laiendarstellern und Profischauspielern realisiert hat. Der Film richtet diese Fragen auch an uns und an die Gastarbeiterkinder der zweiten und dritten Generation. Eindeutige Antworten gibt es nicht. Es gilt, diesen Menschen mit Wertschätzung zu begegnen und ihnen das Gefühl zu geben, ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft zu sein.

Ab 15. September 2008 werden die Arbeiten der Preisträgerin und des Preisträgers in einer Ausstellung im Foyer des Linzer AK-Bildungshauses Jägermayrhof zu sehen sein.


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