Geldanlage
Jeder möchte sein Geld so gewinnbringend wie möglich anlegen. Bedenken Sie aber: Je höher die Gewinnaussicht, desto höher das Risiko. Für risikoreichere Veranlagungen eignet sich nur Kapital, das sie über einen längeren Zeitraum nicht benötigen. Sie sollten in der Lage sein, Verluste zu verschmerzen. Riskante Produkte können auch den Totalverlust ihrer eingesetzten Ersparnisse zur Folge haben.
Unsere Beratungspraxis zeigt, dass die Probleme im Anlagebereich stark zunehmen. Wir haben deshalb eine "Checkliste Geldanlage" (pdf/29 kb) für den Umgang mit Finanzberatern erstellt. Sie soll Ihnen helfen, teure Anlagefehler zu vermeiden.
Entscheidungsgrundlage
Bevor Sie sich für ein Veranlagungsprodukt entscheiden, sollten folgende Fragen geklärt sein:
- Soll einmalig ein größerer Geldbetrag veranlagt werden, oder soll ein Sparziel durch regelmäßiges Ansparen erreicht werden?
- Wie lange möchten Sie Ihr Geld binden oder Einzahlungen leisten?
- Wofür soll angespart werden?
- Welchen maximalen Verlust würden Sie akzeptieren?
- Wie hoch sind Ihre finanziellen Reserven für laufende und unvorhergesehene Ausgaben? Sind diese ausreichend?
AK-Tipp
Lesen Sie vor der Vertragsunterzeichnung auch das "Kleingedruckte". Bei unklaren Formulierungen fragen Sie Ihren Berater und lassen Sie sich diese Erklärungen am Vertrag vermerken. Bei einer Falschberatung und den dadurch entstandenen Schäden wird ein solcher Zusatz als Beweis vorteilhaft sein.
zum SeitenanfangSpareinlagen & Einlagensicherung
Eine sichere Möglichkeit Geld zu veranlagen, bieten die unterschiedlichen Sparprodukte der Banken. Man kann sich zwischen Sparbüchern mit und ohne Bindung und/oder Einzahlungsverpflichtungen entscheiden. Eine Angebotsübersicht bietet Ihnen unser Bankenrechner.
Bei Behebungen von gebundenen Spareinlagen werden unter Umständen Vorschusszinsen verrechnet, die den höheren Zinssatz aufheben. Hingegen kann eine Behebung von einem Sparbuch mit Einzahlungsverpflichtung einer damit verbundenen Laufzeit zu einer Rückrechnung des Zinsvorteils führen.
Alle Kundengelder, wie Spareinlagen und Guthaben auf Giorkonten, sind im Konkursfall der Bank durch die Einlagensicherung abgesichert.
- garantierte Rückzahlung des eingezahlten Kapitals
- kein Risiko
- meist flexibel
- kurze Bindungsdauer
- eher geringe Verzinsung (abhängig von Betrag und Laufzeit)
Wie hoch ist die Einlagensicherung pro Konto/Sparbuch?
Selbst im Konkursfall einer Bank sind die Kundengelder nicht verloren. In Österreich sind ab 1.10.2008 bis 31.12.2009 die privaten Kontoguthaben zu 100 % im Konkursfall der Bank gesichert, danach beträgt die Einlagensicherung 100.000 Euro. Die Auszahlung durch die Einlagensicherungseinrichtung erfolgt innerhalb von drei Monaten ab dem Zeitpunkt, zu dem Höhe und Berechtigung der Forderung festgestellt wurden.
Informationen über die für Ihre Bank zuständige Einlagensicherung erhalten Sie von Ihrem Kreditinstitut oder finden Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Ihrer Bank. Die Mindestabsicherung in den anderen EU-Mitgliedsstaaten beträgt derzeit 50.000 Euro, wobei Selbstbehalte von 10 % möglich sind.
Bausparen
Bei den vier in Österreich ansässigen Bausparkassen können Sie zwischen Verträgen mit fixer und variabler Verzinsung wählen. Die gesetzliche Mindestlaufzeit beträgt bei allen Bausparkassen sechs Jahre.
Die Höhe der staatlichen Prämie orientiert sich an der Sekundärmarktredite und beträgt zwischen 3 und 8 % und ist von der KESt befreit. Sie wird jährlich neu festgelegt. Pro Peson kann nur ein prämienbegünstigter Bausparvertrag abgeschlossen werden.
Achtung:
Bei vorzeitiger Auflösung des Bausparvertrages wird das Sparguthaben abgezinst, die staatliche Prämie einbehalten und die Verwaltungskostenpauschale angelastet. Die Höhe dieser Gebühr finden Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen "Ihrer" Bausparkasse.
Wird ein Bausparvertrag wegen der Schaffung von neuem Wohnraum vorzeitig aufgelöst, wird die Bausparprämie nicht rückverrechnet. Genauere Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem zuständigen Finanzamt.
- vorhersehbarer Wertzuwachs
- kein Risiko
- mittlere Bindungsdauer
- staatliche Prämie (KESt-befreit)
- Verwaltungskostenpauschale bei vorzeitiger Vertragsauflösung
Anleihen
Anleihen sind Wertpapiere, die sowohl von öffentlichen Emittenten wie Bund, Länder und Gemeinden als auch von privaten Unternehmen zur Finanzierung von Investitionsvorhaben ausgegeben werden. Im täglichen Sprachgebrauch wird der Begriff Anleihen hauptsächlich für festverzinsliche Wertpapiere verwendet. Aber auch Geldanlagen mit variablem Ertrag und/oder einem Wahlrecht des Emittenten hinsichtlich der Tilgung werden als Anleihen bezeichnet, wie z.B. Wohnbauanlage, Cash or Share Anleihe, Variabel verinsliche Anleihe (Floating Rate Note), Stufenzinsanleide und Bundesschatzscheine.
Anleihen werden auc Wertpapierdepots bei Banken verwahrt, woführ Ihnen eine Depotgebühr verrechnet wird.
Festverzinsliche Anleihen
Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen, Pfandbriefe und Kommunalverschreibungen) mit einer garantierten Verzinsung für die gesamte Laufzeit. Sie werden sowohl von öffentlichen Emittenten wie Bund, Länder und Gemeinden als auch von privaten Unternehmen zur Finanzierung von Investitionsvorhaben ausgegeben.
Anleihen eignen sich für mittel- bis langfristige Veranlagungen. Die Laufzeit, der Kurs, zu dem die Anleihe am Ende der Laufzeit zurückgezahlt wird (Tilgungskurs), und die Verzinsung wird bei der Emission (Ausgabe) einer Anleihe fixiert und in den Anleihebedingungen festgelegt.
- Falls Sie auf eine Kapitalgarantie Wert legen, achten Sie auf einen entsprechenden Hinweis in den Anleihebedingungen!
- Vergleichen Sie bei der Auswahl einer Anleihe die Rendite bezogen auf den Kaufpreis inklusive Spesen.
Eine im Vergleich zum allgemeinen Zinsniveau hochverzinsliche Anleihe hat ihre Ursache meist in der schlechteren Bonität des Emittenten. Bei Fremdwährungsanleihen spiegelt eine hohe Verzinsung darüber hinaus auch das damit verbundene Währungsrisiko.
Für die Beurteilung der Sicherheit einer Anleihe eignen sich die Bewertungsskalen (das "Rating") der Unternehmensberatungsfirmen von Standard & Poor's und Moody's. Verlangen Sie von Ihrer Bank, dass man Ihnen bei Bedarf ein solches Rating zur Verfügung stellt.
- Auszahlung des eingesetzten Kapitals am Ende der Laufzeit, wenn dies in den Anleihebedingungen vorgesehen ist
- hohe Sicherheit bei Anleihen mit entsprechendem "Rating"
- fixe Laufzeit
- fixe Verzinsung
- bei einem Verkauf während der Laufzeit kann der Kurs unter dem Kaufpreis liegen
- Kauf- und Verkaufsspesen
- Depotgebühr (pdf/57 kb)
Wohnbauanleihe
Das durch die Ausgabe dieser Anleihe hereingenommene Geld, darf von der Emissionsbank nur für die Vergabe von Wohnkrediten verwendet werden. Wohnbauanleihen sind mit einem niedrigeren Zinssatz ausgestattet als normale festverzinsliche Anleihen. Die ersten 4 % des Zinssatzes sind allerdings kapitalertragsteuerfrei.
AK-Tipp:
Der Erwerb der Anleihe kann als Sonderausgabe geltend gemacht werden.
- die ersten 4 % des Ertrages sind KESt-frei
- Auszahlung des eingesetzten Kapitals am Ende der Laufzeit hohe Sicherheit
- lange Laufzeit (mehr als 10 Jahre)
- Depotgebühr (pdf/57 kb)
Cash or Share Anleihe
Diese festverzinsliche Anleihe wird von Aktiengesellschaften und Kreditinstituten ausgegeben. In den Anleihebedingungen wird festgelegt, dass der Inhaber der Anleihe am Laufzeitende entweder sein eingesetztes Kapital (Nominale der Anleihe) oder eine bestimmte Anzahl von Aktien des Unternehmens erhält.
Achtung:
Die Wahlmöglichkeit der Rückzahlungsart hat das Unternehmen. Der Kauf einer Cash or share Anleihe ist ohne Kenntnis des Aktienmarktes nicht empfehlenswert.
- garantierte, höhere Verzinsung während der Laufzeit
- Die Wahlmöglichkeit der Rückzahlungsart hat das Unternehmen. Bei niedrigen Aktienkursen muss sich der Kunde mit den Aktien zufrieden geben
- Wenn die Rückzahlung der Anleihe in Aktien erfolgt, trägt der Kunde die Gebühren beim Verkauf bzw. die Depotgebühr bis dahin
- Depotgebühr (pdf/57 kb)
Variabel verzinsliche Anleihe (Floating Rate Note)
Bezeichnung für Wertpapiere, die im Gegensatz zu traditionellen Anleihen immer nur für einen bestimmten Zeitraum (zum Beispiel 3 oder 6 Monate) einen festen Mindestzins vorsehen. Die Höhe dieses Mindestzinssatzes ist an kurzfristige Geldmarktsätze gekoppelt.
Achtung: Die Anpassung der Zinssätze erfolgt mit einiger Verzögerung. Bei steigendem Zinsniveau erfolgt die Anpassung später als bei Spareinlagen.
- Auszahlung des eingesetzten Kapitals am Ende der Laufzeit, wenn dies in den Anleihebedingungen vorgesehen ist
- Kursverluste wenig wahrscheinlich, da Zinsen ständig angepasst werden
- fixe Laufzeit
- verzögerte Zinsanpassung
- bei sinkendem Zinsniveau fällt auch der Zinssatz der Anleihe
- Kauf- und Verkaufsspesen
- Depotgebühr (pdf/57 kb)
AK-Tipp:
Im Zinstief Anleihen mit variabler Verszinsung wählen, während bei einem Zinshoch eine langfristige, fix verzinste Anleihe bessere Renditen verspricht.
Stufenzinsanleihe
Die Verzinsung der Anleihe steigt während der Laufzeit an. Der in den Verkaufsprospekten angegebene Zinssatz am Ende der Laufzeit ist relativ hoch und damit sehr werbewirksam. Durch die geringe Verzinsung am Beginn der Laufzeit, bringt diese Anleiheart kaum höhere Erträge als eine festverzinsliche Anleihe.
AK-Tipp:
Lassen Sie sich nicht durch die hohe Verzinsung am Laufzeitende blenden - Durchschnittsverzinsung beachten!
- Auszahlung des eingesetzten Kapitals am Ende der Laufzeit, wenn dies in den Anleihebedingungen vorgesehen ist
- hohe Sicherheit der Anleihe bei entsprechendem Rating
- fixe Laufzeit
- bei einem Verkauf während der Laufzeit geringe Verzinsung
- Kauf- und Verkaufsspesen
- Depotgebühr (pdf/57 kb)
Bundesschatzscheine
Eine andere Möglichkeit Geld sicher zu veranlagen, sind die Bundesschaztscheine. Sie können unter verschiedenen Laufzeiten wählen. Die aktuellen Angebote (Laufzeit und Zinssätze) sowie Informationen zum Kauf erhalten Sie auf www.bundesschatz.at. Wählen Sie die Laufzwit entsprechend Ihrem Veranlagungshorizont. Eine vorzeitige Behebung führt zur Verrechnung von Vorschusszinsen.
Vorteile von Bundesschatzscheinen:- fixe Verzinsung
- keine BGebühren
- Haftung für die Rückzahlung übernimmt die Republik Österreich
- kein direkter Ansprechpartner
- Kapitalisierung der jährlichen Verzinsung erst am Laufzeitende
Investmentfonds
In einem Investmentfonds werden je nach Art des Fonds verschiedene Aktien bzw. Anleihen zusammengefasst und von einem Fondsmanager verwaltet. Die im Fonds enthaltenen Wertpapiere werden laufend unter dem Gesichtspunkt der Gewinnmaximierung ausgetauscht. Die Zusammensetzung des Fondsvermögens wird in den Fondsrichtlinien eindeutig festgelegt. Eigentümer des Fonds sind alle jene, die sich einen Fondsanteil kaufen.
Achtung:
Die beim Verkaufsgespräch vorgelegte Wertentwicklung sind Werte aus der Vergangenheit und stellen keine Garantie für die Zukunft dar.
Die meisten Fondsgesellschaften verrechnen einen Ausgabeaufschlag zwischen 2 % und 6 %. Es gibt aber auch Fondsgesellschaften, die anstatt eines einmaligen Ausgabeaufschlages eine jährliche Gebühr verrechnen. Diese ist bei langer Behaltedauer oft höher, als ein einmaliger Ausgabeaufschlag.
Tipp:
Erfragen Sie vor dem Kauf die Höhe des Aufschlages.
- Risikominimierung
- Flexibilität
- Keine Garantie, dass das eingezahlte Kapital erhalten bleibt.
- Verlustrisiko bei Kurseinbruch und dringendem Kapitalbedarf
- Ausgabeaufschlag
- Jährliche Gebühren: laufende Belastung bei langer Behaltedauer
- Depotgebühr (pdf/57 kb)
Aktien
Aktien sind Urkunden, die dem Inhaber die Beteiligung an dem genannten Unternehmen verbriefen. Die Erträge von Aktien sind ungewiss. Sie setzen sich aus Dividendenzahlungen (sofern ein Gewinn erwirtschaftet und die Ausschüttung beschlossen wird) und Kursgewinnen (Kauf- und Verkaufskurs) zusammen.
Der Kurs einer Aktie wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt und unterliegt ständigen, oft nicht unerheblichen, Schwankungen. Deshalb sollten nur Vermögensteile in Aktien investiert werden, die man über längere Zeit nicht benötigt.
Achtung:
Mit Aktienspekulationen können relativ hohe Gewinne in kurzer Zeit gemacht werden. Sie können aber auch das gesamte eingesetzte Kapital verlieren.
- bei guter Ertragslage können auch hohe Gewinne an die Aktionäre ausgezahlt werden
- hoher Wertzuwachs durch geringen Einstiegskurs und hohen Verkaufskurs möglich = Spekulation!
- Verlustrisiko bei Kurseinbruch
- kein garantierter Wertzuwachs oder Dividendenzahlung
- Kaufspesen für jeden Kauf und Verkauf. Achten Sie auf die Mindestspesen
- Depotgebühr (pdf/57 kb)


